Rhein-Pfalz Kreis Kein Ei wie das andere

Fussgönheim. Ostereier bemalen gehört für viele zum Fest der Auferstehung Jesu Christi dazu. Elke Meininger hat sich allerdings eine ausgefallenere Verzierung ausgedacht: Die 64-Jährige stickt dekorative Gewänder für Kunststoffeier: Häschen, Blumen, Hunde und Katzen. Das „Stickkleid“ wird noch mit Bändern und Schleifen verziert und fertig sind die besonderen Kreationen, die die Fußgönheimerin auf Ostermärkten anbietet.
Mit Nadel und Faden umzugehen, fällt Meininger nicht schwer, denn „alle Frauen in unserer Familie haben Handarbeiten gemacht, ich bin quasi damit aufgewachsen“, erzählt die Hobbykünstlerin mit einem Lächeln. Druck oder Zwang habe dabei nie eine Rolle gespielt, „ich habe das einfach immer schon sehr gerne gemacht“, sagt sie. Die filigrane Stickarbeit sei zwar sehr zeitaufwendig, aber dabei könne sie auch gut abschalten. „Es macht mir einfach Spaß – nicht nur das Sticken, sondern auch neue Motive zu entwerfen.“ An Kreativität mangelt es der 64-Jährigen nicht. Das zeigen die vielen unterschiedlichen Häschenfiguren, die mal mit Schlapp- oder Spitzohren, mal ganz naturgetreu oder aber auch verspielt mit bunten Kleidern die Eier zieren. Frische, fröhliche Farben bevorzugt die Pfälzerin, die nicht nur Hasen auf die Eiergewänder stickt. Auch Blumenmuster oder des Deutschen Lieblingshaustiere Katze und Hund sorgen für Abwechslung in ihrem umfangreichen Sortiment. Das präsentiert die ehemalige Arzthelferin im Frühjahr auf Ostermärkten – und das mittlerweile nicht nur in Fußgönheim. Dieses Jahr war sie auf sechs Ausstellungen vertreten – unter anderem in Lampertheim, Michelstadt und im Mannheimer Luisenpark. Angefangen hat Meiniger vor 20 Jahren allerdings mit Stickereien für ein anderes Fest: Weihnachten. „Ich habe Tischläufer bestickt und diese auf Märkten angeboten“, berichtet sie und ergänzt: „Irgendwann hat man mich dann gefragt, ob ich nicht auch mal bei einer Osterausstellung dabei sein möchte.“ Damit war der Grundstein für die Eierstickerei gelegt, der sie sich seit nunmehr 15 Jahren widmet. Dabei war es anfangs gar nicht so einfach, das Ei mit den Stickmustern zu umhüllen. „Es dürfen beim Auflegen ja keine Falten entstehen“, erklärt die Perfektionistin, die ihre Arbeiten mit einem Kleber auf den Eiern befestigt. Weil dafür etwas Druck notwenig ist, nimmt Meininger keine echten Eier, sondern welche aus Kunststoff. Wer das Ei umdreht, entdeckt zudem eine zur Vorderseite passende Verzierung. Beim Häschen sind das zum Beispiel Karotten, bei Hund- oder Katzenmotiven Pfotenabdrücke. Aber auch gestickte Schriftzüge wie „Frohe Ostern“ sind auf der Rückseite zu lesen. Abgerundet werden die Kreationen von farblich passenden Bordüren und Schleifen. Eine Öse sorgt dafür, dass die Eier, die es in vier verschiedenen Größen gibt, aufgehängt werden können. „Wichtig ist mir, dass das Gesamtbild stimmig ist.“ Am schönsten sei es, wenn sie für ihre Arbeit ein Kompliment bekomme. „Wenn Leute an meinem Stand vorbeilaufen und sagen ,Die sind aber schön’, freut mich das natürlich sehr“, meint Meininger, die sich auch schon einen kleinen Stammkundenkreis aufgebaut hat. „Viele Kunden benutzen die Eier das ganze Jahr über als Dekoration und zeigen mir davon Fotos – das ist toll.“ Manche Damen holen sich bei ihr auch Tipps, wie sie verrät: „Viele denken ja, dass nur ältere Frauen sticken, aber das stimmt nicht. Viele junge Frauen interessieren sich dafür und fragen mich nach Rat oder plaudern einfach mit mir über ihre Erfahrung – das ist auch ein toller Aspekt dieses Hobbys.“ Auch wenn sie das ganze Jahr über damit beschäftigt ist, neue Stickeier anzufertigen, habe sie immer noch großen Spaß an der Arbeit. „Kreativität und Fantasie haben keine Bürozeiten. Ich greife zu Nadel und Faden, wenn ich Lust dazu habe“, erklärt Meininger, die die kommenden Ostertage gemeinsam mit ihrem Mann Klaus ganz „entspannt und traditionell“ verbringt.