Rhein-Pfalz Kreis Kein Ausrichter, kein Weihnachtsmarkt
Dass die Adventszeit nicht immer nur vorweihnachtliche Ruhe und Besinnung bringt, spürt jeder, der auf der Suche nach Geschenken sich durch Kaufhäuser quetscht und vor lauter Lichter- und Melodien-Wahnsinn den Überblick verliert. Und doch: Auf die allermeisten Menschen übt die Vorweihnachtszeit einen ganz besonderen Reiz aus. Deshalb sind viele Orte stolz auf ihre Weihnachtsmärkte: Da können die Bürger dann direkt vor ihrer Haustür mal zum Adventsplausch zusammenkommen, Glühwein schlürfen, plaudern und weihnachtliche Basteleien kaufen. In den vergangenen 30 Jahren gab es genau das auch in Dannstadt-Schauermheim am Zentrum Alte Schule. Doch dieses Jahr herrscht in Dannstadt noch nicht einmal an einem Adventswochenende vorweihnachtlicher Trubel. Vielmehr setzt der Ort ungewollt einen Kontrastpunkt zur Konsumrauschhektik. Es bleibt gänzlich still. Was ist los? In Dannstadt-Schauernheim gibt es keinen Weihnachtsmarkt mehr, weil die Junge Union als Hauptausrichter- und -organisator sich – wie lange angekündigt – zurückgezogen hat und sich einfach kein Nachfolger fand. „Ich finde es sehr schade, denn unser Weihnachtsmarkt hatte schon eine richtige Tradition“, meint auch Bürgermeister Bernd Fey. Aber er habe via Amtsblatt mehrfach die anderen Vereine um Unterstützung gebeten – ohne Resonanz. Und auch jetzt mitten in der Adventszeit melde sich kein Bürger und frage nach dem Weihnachtsmarkt. Vielleicht seien die Dannstadt-Schauernheimer in Sachen adventlicher Treff im Ort auch einfach „nur gesättigt“, grübelt der CDU-Ortschef. In den Vorjahren hätten auch die Beschicker über zurückgehende Erlöse und ausbleibende Kunden geklagt. Besser hätten es die Vereine gehabt: „Bei Speisen und Getränken hat der Umsatz gepasst.“ Dennoch macht Bernd Fey den Vereinen im Ort keinen Vorwurf. „Die haben es ja bei der Kerwe schon schwer, genug Helfer für die Festtage zu finden.“ Da auch der Weihnachtsmarkt mit einem gewissen Aufwand bei der Organisation und in Sachen Helferrekrutierung verbunden sei, könne man natürlich niemanden zwingen. „Bei der Jungen Union sind die Helfer ja auch nicht mehr da.“ Schade findet’s Fey dennoch, „weil wir am Zentrum Alte Schule die Infrastruktur haben, und es auch immer stimmungsvoll war“. Heißt übersetzt: „Wenn jemand Interesse hat, reaktiviere ich den Weihnachtsmarkt sehr gerne.“