Rhein-Pfalz Kreis „Kaum Wohnungen zu finden“

Koordiniert die Integration von Geflüchteten in der Verbandsgemeinde: Nergül Akyayla.
Koordiniert die Integration von Geflüchteten in der Verbandsgemeinde: Nergül Akyayla.

190 Flüchtlinge leben derzeit in der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim. Darunter sind 104 Menschen, deren Asylverfahren noch läuft. 86 sind als asylberechtigt anerkannt. Das hat Sozialbetreuerin Nergül Akyayla im Sozialausschuss der Verbandsgemeinde berichtet. Im vergangenen Jahr habe es 45 Neuzuweisungen gegeben.

Untergebracht sind die Flüchtlinge laut Akyayla in 81 Wohneinheiten in 23 Objekten. Um deren Unterhaltung kümmere sich seit Beginn des vergangenen Jahres ein Hausmeisterservice des Zentrums für Arbeit und Bildung (ZAB) in Frankenthal. So sei es möglich, kleinere Reparaturen schnell zu erledigen und die Objekte regelmäßig zu kontrollieren. Für die freiwilligen Helfer sei dies eine große Entlastung, sagte Akyayla. Die dezentrale Unterbringung der Geflüchteten und die ländliche Struktur in der Verbandsgemeinde seien bei der Integrationsarbeit große Vorteile, erklärte Akyayla. „Die Menschen in der Mitte des gesellschaftlichen Lebens zu unterstützen und zu fördern, verhindert Aus- und Abgrenzung.“ Ein Problem sei es allerdings, dass viele anerkannte Flüchtlinge nicht aus den Unterkünften der VG ausziehen könnten, weil sie keine Wohnungen auf dem freien Markt fänden. Dies sei mit Blick auf die Integration hinderlich und binde Kräfte, betonte Akyayla. „Über die Objektbetreuung bleiben wir also auch für diese Menschen Ansprechpartner.“ Seit Mai 2016 ist Nergül Akyayla als Sozialbetreuerin in der Verbandsgemeinde tätig. Eine ihrer ersten Aufgaben sei die Koordinierung der bereits existierenden Flüchtlingskreise in Lambsheim, Heuchelheim, Großniedesheim und Beindersheim gewesen. „Hier mussten die unterschiedlichen Wissensstände auf einen Nenner gebracht werden, um Synergien auszunutzen, weil alle Helferkreise vor den gleichen Problemen standen“, schilderte Akyayla dem Ausschuss die Herausforderungen. Ihre Arbeit sei sehr vielfältig und reiche von der Vorbereitung der Unterkünfte und Begrüßung neu ankommender Flüchtlinge über die Hilfe beim Ausfüllen der erforderlichen Papiere und die Begleitung bei Behördengängen bis zur Anmeldung der Kinder in Kindergärten und Schulen. Akyaylas Fazit: „Nach dem Ankommen und der Bereitstellung von Wohnraum fängt die Integrationsarbeit erst an.“ Die Betreuerin lobte die vielen Freiwilligen, die den Flüchtlingen in den Helferkreisen erste Sprachkenntnisse vermittelten. Auch der Vorsitzende des Sozialausschusses, Michael Hack (CDU), dankte den Ehrenamtlichen. Fortschritte habe es bei der Vermittlung von Flüchtlingen in Ausbildung und Beruf gegeben. Hierzu habe sie Kontakte zu Firmen geknüpft, erläuterte Akyayla. Neben verschiedenen Praktika sowie Jobs im Bauwesen, bei einem Winzer und einem Friseur hätten einige Ausbildungsplätze vermittelt werden können, unter anderem zum Physiotherapeuten, zur Krankenschwester und bei einem Elektrofachbetrieb in Lambsheim. Als Glücksfall bezeichnete Akyayla den Umzug der Kleiderkammer vom ehemaligen Freibadgelände in Lambsheim in die Gebäude der ehemaligen Kläranlage, wo sich neben Schulungsräumen auch die Fahrradwerkstatt und die Ausgabe der Tafel befinden. „Wir haben von Beginn an Wert darauf gelegt, nicht nur Flüchtlinge zu unterstützen, sondern allgemein sozial schwache Menschen“, sagte Akyayla.

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