Rhein-Pfalz Kreis Kandidatensuche kein Problem

Am 1. Januar 2016 finden sich die 6650 Katholiken aus Bobenheim-Roxheim, Beindersheim, Heuchelheim, Heßheim, Groß- und Kleinniedesheim sowie Gerolsheim in der Großpfarrei St. Petrus wieder. Denn das Bistum Speyer fasst ihre bisher 346 Pfarrgemeinden in 70 Territorialpfarreien zusammen. Deshalb werden am Samstag und Sonntag 70 Pfarreiräte und Verwaltungsräte und pro Gemeinde ein Ausschuss gewählt. Der Pfarreirat löst die bisherigen Pfarrgemeinderäte ab, doch an den Aufgaben wird sich nicht viel ändern. Das Gremium ist zuständig für alle Angelegenheiten des kirchlichen Lebens, die die gesamte Großpfarrei betreffen. Darüber hinaus sind die Ratsmitglieder dafür verantwortlich, ein pastorales Konzept zu erarbeiten sowie das Zusammenwachsen der neuen Pfarrei zu fördern, und zwar in enger Vernetzung mit den einzelnen Gemeinden. Der Verwaltungsrat befasst sich mit den finanziellen, personellen und räumlichen Angelegenheiten. Die Gemeindeausschüsse organisieren das kirchliche Leben vor Ort und sind unter anderem für den karitativen Dienst zuständig. Auf drei Wahlzetteln müssen in jedem Ort also Kreuzchen gemacht werden. St. Petrus Roxheim wird einen 24- köpfigen Pfarreirat haben, in den jede Gemeinde zwei gewählte Vertreter entsendet. Hinzu kommen das Pastoralteam (Priester, Diakon und Gemeindereferentin) sowie Delegierte aus Verwaltungsrat, Gemeindeausschüssen und kirchlichen Gruppen. Dem Verwaltungsrat gehören zehn gewählte Mitglieder plus Seelsorger und Delegierte an. Alle Katholiken im Gebiet der Großpfarrei, die mindestens 16 Jahre alt oder bereits gefirmt sind, dürfen den Pfarreirat und ihren jeweiligen Gemeindeausschuss mitwählen, für die Wahl des Verwaltungsrats muss man volljährig sein. Pfarrer Andreas Rubel ist überzeugt, dass die Gremienwahl gut vorbereitet wurde. Es habe in den Gemeinden jede Menge Informationsmöglichkeiten und im Mai eine Veranstaltung mit Marius Wingerter, dem zuständigen Referenten im Bischöflichen Ordinariat, gegeben. „Die Resonanz hat damals alle Erwartungen weit übertroffen, und die Stimmung war sehr gut“, berichtet Rubel. Der Priester räumt ein, dass nicht alle Katholiken derzeit „Hurra schreien“. Die neuen Strukturen hätten die Bereitschaft zur Mitarbeit aber nicht gedämpft. Rubel: „Die Leute engagieren sich durch die Bank.“ Und binnen kurzer Zeit seien für alle Gremien ausreichend Bewerber gefunden worden. Auffallend sei der große Anteil an Kandidaten aus dem mittleren Altersbereich. „Wir mussten wirklich nicht lange suchen“, sagt der Pfarrer, der seit 2004 in Bobenheim-Roxheim tätig ist. Es zeichne sich zumindest bei der Briefwahl ein lebhaftes Interesse ab. Wer am Samstag/Sonntag nicht in sein Wahlbüro kommen kann, kann bis einschließlich Freitag, 9. Oktober, im Pfarrbüro Briefwahl beantragen. Sie muss spätestens am Wahltag im Wahlbüro der jeweiligen Gemeinde abgegeben werden. Für ihn ist die Wahl der Räte ein erster Schritt in die Zukunft. Viele Gemeindemitglieder seien dabei, den Blick über den eigenen Kirchturm hinaus zu weiten. „Ich stelle jetzt schon fest, dass wir enger zusammenrücken und die Solidarität wächst.“ Andreas Rubel ist in Winnweiler, in der Diaspora, wie er sagt, großgeworden. Dort hätten die Katholiken schon früher weite Wege zurücklegen und Einsatz bringen müssen, um überhaupt eine Kirchengemeinde bilden zu können. Den am Wochenende zu wählenden Gremien misst er eine große Bedeutung bei: „Auch der Pfarrer ist an die Entscheidungen des Pfarreirats gebunden, wenn der Bischof dessen Entscheidungen bestätigt.“ Kirche bestehe schließlich nicht nur aus den Pfarrern und hauptamtlichen Seelsorgern.