Rhein-Pfalz Kreis Künftig keine Gehwege mehr
«Dannstadt-Schauernheim.» Läuft alles nach Plan, wird die Straße Gutenbergplatz im Ortsteil Dannstadt nächstes Jahr ausgebaut. Mit der Vorplanung des Ingenieurbüros hat sich der Ortsgemeinderat jetzt einverstanden erklärt. Neben dem Straßenbelag soll auch die Kanalisation erneuert werden. Damit hat der Abwasserausschuss der Verbandsgemeinde zwischenzeitlich dasselbe Büro beauftragt.
Ursprünglich standen für den Ausbau der Straße drei Varianten zur Auswahl. Allen gemein war der niveaugleich angestrebte Ausbau. Entschieden hat sich der Rat nun für Vorschlag Nummer drei: Die Straße komplett mit rotem Pflaster sowie einer Mittelrinne zur Entwässerung ausstatten. Dabei entfällt die bisherige Trennung in Gehwege und Fahrbahn. Auf der langen Seite der L-förmigen Straße soll die Verkehrsfläche in Höhe der Hausnummer 3 um einen Meter in die vorhandene Grünfläche hinein verbreitert werden, um das Parken von Autos zu erleichtern. Die reinen Baukosten schätzte Werner Krug vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Ludwigshafen auf 142.500 Euro. Die von ihm zunächst vorgeschlagenen und in anderer Farbe zu pflasternden sieben Parkbuchten – vier auf der langen Seite, drei auf der kurzen Seite des L – fanden bei den Ratsmitgliedern keinen Anklang. „So war das im Bauausschuss auch nicht besprochen“, wies Monika Fußer (CDU) auf ein Missverständnis zwischen Ausschuss und Planer hin. Ihr Parteikollege Frank Börner hielt die Parkbuchten für überflüssig, da das Parken dort auch ohne diese schon reibungslos funktioniere. Jens Naumann (CDU) hob ebenfalls die eingespielte Praxis der Anwohner hervor und fand, das Geld für Parkbuchten und/oder entsprechende Markierungen könne sich die Kommune sparen. „Es muss nur der katastrophale Zustand der Straße behoben werden“, sagte er. Dem pflichtete Johannes Kupper (CDU) bei: Derzeit stellten dort nur die Anwohner ihre Autos ab und kämen sich nicht in die Quere. Bernd Ziegler, Leiter des Fachbereichs 2 Bauen und Infrastruktur der Gemeindeverwaltung, war da weniger optimistisch: „Da kann auch mal ein Anderer stehen, und dann wird die Politesse gerufen“, gab er zu bedenken. Oder es ziehe jemand an den Gutenbergplatz, mit dem die jetzige Praxis nicht mehr funktioniere. Darüber hinaus wandte er ein, dass es unter Umständen in Höhe der Grundstückseinfahrten knapp werden könnte, wenn das Parken nicht entsprechend reguliert werde. Marc Hauck (FDP) warb für eine großzügigere Planung in diesem Aspekt. Uwe Schölles (SPD) regte an, das gesamte Pflaster in einer einheitlichen Farbe zu verlegen und für die Parkbuchten keine eigene Farbe zu verwenden. Im Vorfeld hatte der Abwasserausschuss der Verbandsgemeinde das Ingenieurbüro Krug bereits für rund 26.000 Euro mit der Planung und Bauleitung für die Kanalsanierung in der Straße Gutenbergplatz beauftragt, um Synergieeffekte zu erzielen. Laut Verwaltung müssen der vorhandene Kanal auf einer Länge von 135 Metern sowie neun Hausanschlüsse erneuert werden. Diese Arbeiten werden möglichst immer dann erledigt, wenn eine Straße ohnehin aufgerissen wird, um unnötige Bauarbeiten und damit Kosten zu vermeiden.