Rhein-Pfalz Kreis Jeden Tag ändert sich etwas

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Mutterstadt. Stück für Stück ist die Ortsmitte von Mutterstadt in den vergangenen zwei Wochen wieder für den Verkehr freigegeben worden, zumindest teilweise. Normalität kehrt wohl aber erst ein, wenn Ende Juli auch im letzten Bauabschnitt in der Ludwigshafener Straße der Verkehr wieder rollen kann.

Seit Ende März ist die Ortsmitte wieder mit dem Auto befahrbar. Zuvor musste sie noch einmal wegen Asphaltarbeiten voll gesperrt werden. Fährt man über die Kreuzung, staunt man nur. Es ist hell und weitläufig. Im Café Elisabeth nutzten die Gäste am Wochenende das schöne Wetter und tranken ihren Kaffee unter freiem Himmel. An der Stelle, wo früher der Verkehr entlang brauste. Die erste Autofahrt ist aber derzeit auch noch etwas verwirrend: viele Schilder, die Bauarbeiten in der Ludwigshafener Straße, die neue Verkehrsführung, die Einbahnstraße ab der Einmündung Schulstraße, die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 10 im Kreuzungsbereich und so weiter. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) und Bauamtsleiter Werner Klein beschreiben es so: „Wir haben in den letzten Tagen eine verkehrstechnisch sensible Situation, fast jeden Tag ändert sich etwas.“ Zum Beispiel beim Parken: Der Rathaus-Parkplatz über die Turnhallenstraße ist wieder erreichbar, so dass die Besucher des Ostermarkts ab Samstag diesen nutzen können. Derzeit kann dort unbegrenzt geparkt werden, wie auch auf den gekennzeichneten Stellflächen im Ortskern. Nach den Bauarbeiten wird die Parkzeit aber auf zwei Stunden begrenzt. Ob die Zwei-Stunden-Regelung auch für den großen Parkplatz hinterm Rathaus gelten soll oder nur für einige Reihen, hat die Verwaltung noch nicht entschieden. Doch eines ist sicher: Nach dem Umbau gibt es mehr Parkplätze in der Ortsmitte. 30 gab es zuvor – den Rathausparkplatz nicht eingerechnet – und 45 sind es laut Bürgermeister Schneider nach der Umgestaltung. Der Einzelhandel musste in der nun schon einjährigen Bauphase Umsatzeinbußen verkraften, das ist auch dem Bürgermeister klar. Bauamtsleiter Klein hat nach eigenen Angaben immer wieder den Kontakt zu den Geschäftsleuten gesucht. Ja, Ärger und Frust habe es gegeben, meint er, aber im Großen und Ganzen konnte Abhilfe geschaffen werden. Besonders unangenehm für den Einzelhandel war, dass im Herbst vergangenen Jahres die Vollsperrung der Ortsmitte anstatt acht zwölf Wochen dauerte. Der Abriss des Gebäudes an der Ecke Neustadter/Speyerer Straße hat länger gedauert. „Unter anderem musste mit Schadstoffen belastetes Material abtransportiert werden“, sagt Schneider. Eine weitere unliebsame Überraschung erwartete die Tiefbauer in der Ludwigshafener Straße an der Kreuzung. Ein dicker Kanalunterbau – Klein vermutet ein Überbleibsel der einstigen Bahnstrecke - musste mit Presslufthämmern abgetragen werden. Und nun stocken zurzeit die Pflasterarbeiten in dem Bereich Ludwigshafener Straße bis zur Turnhallenstraße, weil mehrere Paletten mit Pflastersteinen fehlen. „Ob die Baufirma falsch disponiert hat oder es sich um Diebstahl handelt, wissen wir nicht“, sagt Schneider. Bis Mai sollen die Steine geliefert sein. Die Kosten treibe das aber nicht in die Höhe, „denn wir zahlen nur das verbaute Material“, erklärt Klein. Das gesamte Projekt soll, wie berichtet, rund 3,5 Millionen Euro kosten, daran beteiligen sich aber das Land und der Bund mit Zuschüssen aus dem Förderprogramm Aktive Stadtzentren. Schneider und Klein sind guter Dinge, denn trotz Verzögerung liege man noch im Plan. „Es gab keine Möglichkeiten, die Ortskernsanierung schneller zu machen“, findet Schneider. Diese Woche sollen auch die weiträumigen Absperrungen entfernt werden, die bisher nur Anlieger passieren durften. Die mussten laut Schneider so lange stehen bleiben, weil in den Randbereichen gearbeitet wurde. Aber: Kunden, die zu den Geschäften wollen, dürfen in den Ortskern fahren, sie gelten als Anlieger. Ganz vorbei sind die Unannehmlichkeiten auf lange Sicht aber noch nicht. Im kommenden Jahr soll der Platz vor der Bibliothek bis zur Ludwigshafener Straße hin neu gestaltet werden, dann werden wieder einige Geschäftsleute eine Baustelle vor ihrer Tür haben.

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