Fußgönheim
Investitionsprogramm: Geld für Straßen, Kinder und Brücken
„Vieles war besprochen, aber nichts ist angefangen worden.“ Dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch mit Heike Seifert-Leschhorn. Weshalb man zwangsweise auch irgendwann auf den Begriff Altlasten kommt, wenn man sich mit der Christdemokratin über das Investitions- und Erhaltungsprogramm der Gemeinde Fußgönheim für die kommenden Jahre unterhält.
Wie in den Nachbargemeinden auch, so sticht hier ein Punkt heraus. Im Fall Fußgönheim ist das die Sanierung der Kalmitstraße. Da ist zwar für 2025 der handelsübliche Ansatz für Planungskosten drin – 50.000 Euro –, für 2026 stehen im Investitionsprogramm aber bereits 900.000 Euro. „Dafür bauen wir keine neue Straße“, sagt Heike Seifert-Leschhorn und lacht. Konkret gehe es um den Abschnitt zwischen der Ellerstadter Straße und der Kindertagesstätte. Der müsse dringend saniert werden. Der Straßenkörper müsse komplett ausgetauscht werden. Und in dem Zusammenhang werde auch die Kanalleitung erneuert. Darum kümmere sich aber der Abwasserzweckverband.
„Einiges aufzuarbeiten“
„Das sollte eigentlich alles schon dieses Jahr starten“, hadert die Bürgermeisterin. Und nennt zum ersten Mal den eingangs erwähnten Satz. Überhaupt sei sie dabei, „einiges aufzuarbeiten“, wie sie es nennt. Aber fairerweise müsse man wohl sagen, dass es keinen Bürgermeister gibt, der neu ins Amt komme und keine Altlasten übernehme, meint Seifert-Leschhorn, die im Sommer die Nachfolge von Jochen Schubert (FWG) angetreten hat.
Das Gute-Kita-Gesetz wird auch die Gemeinde Fußgönheim vor Herausforderungen stellen. Vor allem in finanzieller Hinsicht. „Das soll bis Ende 2026 umgesetzt werden, ist also zeitkritisch“, sagt Seifert-Leschhorn vor dem Hintergrund, dass in der deutschen Bürokratie alles ein bisschen dauert. Grob gesagt hat durch das Gesetz jedes Kind einen garantierten Anspruch auf einen Ganztagsplatz.
Suche nach Kita-Plätzen
Das Problem: In die Kita in Fußgönheim gehen aktuell 115 Kinder. Aktueller Bedarf und Plätze stimmten überein. Durch das neue Gesetz fallen aber Plätze weg. Also braucht die Gemeinde mehr Raum zur Unterbringung der Kleinen. Das kann der Bürgermeisterin zufolge auf zwei Arten passieren. Entweder wird die alte Kita entsprechend um- und ausgebaut. Oder die Gemeinde stellt eine kommunale Kita auf die Beine.
„Wir müssen in die Zukunft denken“, betont Seifert-Leschhorn. Ihr Favorit ist daher eine kommunale Kita in modularer Bauweise, damit diese entsprechend ausgebaut werden könne, falls nötig. „Und damit wir mit den Entscheidungen nicht immer hinterherhinken.“ Wohin diese Kita kommen könne, das sei noch offen. „Da sind wir in der Diskussion.“ Fest steht für die Bürgermeisterin allerdings auch, dass die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben nicht billig wird. Die ursprünglich angedachten 250.000 Euro pro Jahr werden allerdings nicht reichen. „Da reden wir jetzt schon über rund vier Millionen Euro.“
Zuschüsse für Lampen
Ganz so teuer wird die Erneuerung der Straßenbeleuchtung im Ort nicht. 170.000 Euro hat die Gemeinde dafür für kommendes Jahr veranschlagt. Am Ende bleiben aber wohl nur etwa 20.000 Euro, die die Gemeinde zu berappen hat. Denn die Differenz wird über mehrere Zuschüsse ausgeglichen, unter anderem das Kipki-Programm.
Ein Dauerthema im Fußgönheimer Rat sind die Brücken der Feld- und Wirtschaftswege. Die Frage sei hierbei, was auf Gemeindegebiet liege, wie zum Beispiel die erst kürzlich sanierte ASV-Brücke, oder was dem Feld- und Waldwegekonto zugeschlagen werden müsse. Auch hier sagt die Ortschefin: „Bislang ist noch nichts vorangetrieben worden.“ Weshalb die erste Brücke, die über den Schwabenbach, jetzt auch gesperrt wurde. 350.000 Euro hat die Gemeinde jeweils für die kommenden Jahre veranschlagt. Die Kosten werden allerdings zum Teil auf die Landwirte umgelegt. Zum Teil, weil auch die Gemeinde Feld- und Waldgelände besitzt.
Interessant ist im Investitionsprogramm außerdem noch der Punkt Gaststätten. Konkret geht es um den Umbau der Gaststätte in der Mehrzweckhalle in eine Arztpraxis. Ende 2025 soll das Projekt abgeschlossen sein, sagt die Bürgermeisterin. Dafür sind insgesamt über 500.000 Euro vorgesehen, alleine 380.000 im kommenden Jahr.