Bobenheim-Roxheim
Interview: Warum Stadt- und Gemeindewerke zusammenarbeiten
Frau Adrian, was war vor 25 Jahren der Gedanke hinter der Kooperation von Stadt- und Gemeindewerken?
Der Beschluss zur Kooperation erging noch vor meiner Zeit, aber die damalige Ausgangssituation war die, dass Energiekunden erstmals die Möglichkeit bekamen, ihren Lieferanten selbst zu wählen. Jeder, der in Bobenheim-Roxheim gewohnt hat, bezog bis dahin Strom und Gas von der Gemeinde. Mit der Öffnung des Wettbewerbs war klar, dass die Gemeinde künftig auf einen größeren Kooperationspartner mit mehr Personal und größerem Wissen angewiesen sein würde. Die Wahl fiel auf die Stadtwerke Frankenthal, denen damals bereits das Gasnetz in Bobenheim gehörte. Das Stromnetz und das Gasnetz in Roxheim waren in den Händen der Gemeindewerke.
Welche Vorteile haben sich aus der Zusammenarbeit ergeben?
Die Gemeindewerke selbst haben kein Personal, das stellen die Stadtwerke Frankenthal. Das betrifft beispielsweise den Bereitschaftsdienst, die Abrechnungen, die Ablesung der Zählerstände. Alles wird über die Stadtwerke gemacht. Wir haben auch keinen eigenen Fuhrpark und kein eigenes Gebäude. Das ist für uns ein großer Vorteil. Zu Beginn der Kooperation hatten die Stadtwerke zudem die fünf Mitarbeiter der Gemeindewerke übernommen. Die heutigen Aufgaben mit nur fünf Mitarbeitern zu stemmen, das ist für uns undenkbar. Wichtig war uns vor 25 Jahren aber, dass wir dennoch selbstständig bleiben und die Gewinne zurück zur Kommune fließen. Zu 72,9 Prozent sind wir ein Unternehmen der Gemeinde, weshalb diese auch in der Höhe die Gewinne bekommt. 2023 waren das rund 670.000 Euro.
Wie bewerten Sie die Kooperation mit Blick auf die Energiewende und die Zukunft?
Wir konnten uns in der turbulenten Coronazeit und während der Energiekrise auf die Stadtwerke verlassen und blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft. Wir stehen derzeit vor einem Transformationsprozess. Aktuell haben wir ja noch ein Gasnetz und müssen das auf Bundesebene beschlossene Aus der fossilen Brennstoffe umsetzen. Im Moment warten wir auf die Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung von der Gemeinde, ehe wir den nächsten Schritt angehen.