Bobenheim-Roxheim
Interview: „Musik in der Kita fördert die Konzentration“
Frau Schäfer-Nied, das Kindergartenprojekt „Musikwerkstatt“ lief auch in diesem Jahr in Bobenheim-Roxheim. Im Frühjahr stand das Erfolgsmodell noch auf der Kippe. Was ist da Positives passiert?
Das Projekt begann 2015 in Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule, die seither ein Drittel der Kosten übernimmt. Nach dem Ende der Coronapause hatte die Musikschule jedoch nicht mehr genug Personal zur Verfügung, um das Projekt in den Kitas umzusetzen. Nach langem Suchen fanden wir zunächst zwar eine Freiberuflerin, aber finanziell wurde es für uns von da an schwierig, weil die abgerechneten Kosten der Pädagogin, unter anderem wegen langer Fahrtwege, unsere Mittel überstiegen. Glücklicherweise stockte eine Fachkraft der Kreismusikschule, die früher schon an Bord war, ihre Stunden in diesem Jahr auf und kann das Projekt seitdem wieder betreuen.
Und mit Beginn des neuen Kita-Jahres konnte losgelegt werden wie sonst auch?
Genau, inzwischen beteiligen sich fast alle Kitas in Bobenheim-Roxheim daran. Eine ist in diesem Jahr neu dazugekommen. Lediglich die kommunale Rathaus-Kita ist nicht dabei, weil uns dort schlichtweg der Platz fehlt. Die meisten Kindergärten bieten es für ihre Vorschulgruppen an. Das Kita-Personal reagiert auf das musikalische Angebot sehr begeistert, denn es entlastet die Belegschaft ein Stück weit, und die Kindergärten sind in der Lage, etwas anzubieten, das sie selbst nicht vorbereiten müssen.
Warum ist dieses Angebot wichtig?
Wir wollen Kindern, deren Eltern sich das nicht leisten können, die Möglichkeit geben, Musik zu erfahren. Das Ziel ist, Kinder an Musik heranzuführen und ihnen Rhythmusgefühl zu vermitteln, etwa durch Bewegungsspiele, Tanzen und Singen. Unkonzentrierte, unruhige Kinder kommen dadurch nachweislich runter und können sich auf eine Sache konzentrieren. Auch die Erzieherinnen sagen uns, dass die Kinder dadurch aufnahmefähiger werden. Und natürlich haben die Kinder auch Spaß daran.