Bobenheim-Roxheim
Interview: Gräf-Stiftung unterstützt soziale Akteure
Ihr Jahresrückblick als Stifter fällt ziemlich üppig aus. Für die Unterhaltung der Pflegeheimbewohner haben Sie beispielsweise Geld gegeben sowie für Initiativen der Gemeindebücherei, der Pfadfinder, der Naturfreunde und der Realschule plus, um nur ein paar zu nennen. Wie würden Sie und Ihre Frau den Zweck der nach ihnen benannten Stiftung beschreiben?
Wir hatten zu meinem 50. Geburtstag die Idee, in Bobenheim-Roxheim etwas im sozialen Bereich zu machen. 2003 war die Gründung der Christel und Manfred Gräf Stiftung juristisch durch, und seitdem unterstützen wir Initiativen und Aktionen von Vereinen und Institutionen. Die örtliche Volkshochschule gehört auch dazu. Von zwei Kursen beziehungsweise Vorträgen zum Thema Kindererziehung hat einer mangels Teilnehmer nicht stattgefunden. Um so etwas zu verhindern, geben wir gegebenenfalls Geld, damit die Veranstalter keinen Eintritt verlangen müssen und die finanzielle Hürde für Menschen aus der Zielgruppe gesenkt werden kann. Die Unterstützung unserer Kooperationspartner führt außerdem zu vielen Querverbindungen und damit zu gegenseitiger Hilfe.
Wie ist denn der finanzielle Rahmen Ihres Engagements?
Wir haben mit 30.000 Euro begonnen, dann kam eine Zustiftung von 10.000 Euro dazu und durch Spenden von uns und anderen liegt die Bilanzsumme jetzt bei 50.000 Euro. Vier Fünftel des Betrags sind fest gebunden und bleiben im Stock, der Rest ist Manövriermasse. Die Zinserträge lagen zuletzt bei 1100 Euro, die Fixkosten bei 500. So kommt es, dass wir regelmäßig 1500 bis 2000 Euro vergeben können. Rechenschaft legen wir natürlich immer wieder gegenüber dem Finanzamt und der ADD, der Aufsichtsbehörde des Landes, ab. Die Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt, darf also Spendenquittungen ausstellen.
Wenn Sie so viele Projekte und Veranstaltungen bezuschussen, sind Sie sicher nicht immer selbst dabei, oder?
Doch, selbstverständlich. Wir möchten ja erleben, wie das jeweilige Angebot ankommt. Im Caritas-Heim zum Beispiel ist es einfach schön zu sehen, wie die Senioren bei Veranstaltungen zum Mitsingen oder bei Gedichtvorträgen plötzlich aufblühen. Zu gewissen Zeiten entsteht allerdings durchaus Terminstress, denn wir haben ja noch andere ehrenamtlichen Verpflichtungen. Meine Frau ist beispielsweise im Altenheim aktiv, ich im Kreistag und in der Katholischen Kirche, sowohl auf Diözesanebene als auch hier in der Pfarrei. Und dann haben wir schließlich noch vier Enkel, für die wir ebenfalls da sein wollen.
Noch Fragen?
Mehr über die Christel und Manfred Gräf Stiftung kann man im Internet unter www.cmg-stiftung.de erfahren, dort ist auch das Spendenkonto genannt.