Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Die Naturfreunde und ihr Kartoffelfest

Pfannkuchen, Puffer, Plätzchen oder Kiechle: Egal, wie man diese deutsche Kartoffelspezialität hier bezeichnet, sie schmeckt woh
Pfannkuchen, Puffer, Plätzchen oder Kiechle: Egal, wie man diese deutsche Kartoffelspezialität hier bezeichnet, sie schmeckt wohl den meisten Menschen sehr gut.

Die Naturfreunde-Ortsgruppe Bobenheim-Roxheim feiert am Samstag ihr Kartoffelfest, das eine lange Tradition hat. Ihren Miterfindern Ingrid (79) und Werner Krauß (80) hat Waltraud Werdelis nicht alle, aber ein paar Geheimnisse des Festerfolgs entlocken können.

Erklären Sie doch bitte mal allen Nicht-Bobenheim-Roxheimern: Was hat es mit dem Fest rund um die Kartoffel auf sich?
Werner Krauß: Die Keimzelle war 1982 die erstmalige Teilnahme der Naturfreunde am Bobenheim-Roxheimer Bürgerfest. Zwei Jahre später waren wir dort mit einem Zelt und mit Kartoffelpfannkuchen mit Apfelmus vertreten. Auf Pfälzisch: Grumbeerpannekuche mit Appelbrei. 2002 dann wurde den damals schon älteren Aktiven der logistische Aufwand für das viertägige Fest zu viel, also sind wir umgestiegen auf ein „Kerwegrillfest“ auf unserem Vereinsgelände. Dann haben so viele Gäste gefragt, warum es keine Kartoffelpfannkuchen mehr gibt, dass ich das dem Vorstand vorgetragen habe. Seitdem richten wir – meistens am letzten Samstag im August – am Vereinsheim ein Kartoffelfest aus.

Ingrid Krauß: Bei dem Fest gibt es auch noch Hausmacher, Bratwurst, Pellkartoffeln und Pommes sowie etwas Süßes zum Kaffee: Kartoffelkuchen und Kartoffelhörnchen. Die werden von vereinstreuen Frauen gebacken, die uns hoffentlich noch lange erhalten bleiben.

Offenbar ist das Fest vor allem wegen der Kartoffelpfannkuchen bekannt. Welche Mengen werden denn da vom wem produziert?
Werner Krauß: Vor drei Jahren haben wir die Verantwortung für die Zubereitung an unseren Vorsitzenden Manfred Zimmermann abgegeben, ich selbst kann nach zwei Schlaganfällen nur noch daheim die Zwiebeln schälen, die Gewürzmischung vorbereiten und mich darum kümmern, dass alle Zutaten beisammen sind. Fleißige Helfer werden am Samstagmorgen um 7 Uhr mit dem Kartoffelschälen beginnen. Da brauchen wir drei Säcke á 50 Kilogramm. Und etwa 15 Kilo Zwiebeln. Die Kartoffeln müssen in Würfel geschnitten werden, bevor sie in die Schnitzelmaschine kommen, die der Verein sich vor vielen Jahren extra angeschafft hat.

Verraten Sie mir ihr Rezept?
(lacht) Nein, das bleibt geheim. Klar ist ja, dass man Kartoffeln, Zwiebeln, Eier, Mehl, Gewürze und Petersilie braucht. Aber in welchem Mengenverhältnis das alles zusammenkommt, wird nicht verraten. Ich sage nur so viel: Da muss man pedantisch auf die Rezeptangaben achten, auch bei Salz, Pfeffer und Muskat. Nur so können wir seit 25 Jahren den gleichen guten Geschmack garantieren. Aber ich lüfte für Sie ein paar Geheimnisse, was die Zubereitung angeht. Sie dürfen außer Edelstahl kein Metall verwenden, sonst wird der Kartoffel-Zwiebel-Brei, wenn sie ihn vorbereitet haben und noch lagern müssen, schwarz. Bei uns ist das zum Glück noch nie passiert. Behälter und Pfannenwender aus Kunststoff sind in Ordnung. Sauer wird der Teig, wenn Sie ihn im Warmen stehen lassen und nicht kühlen. Und bloß nicht den Teig in eine Pfanne geben, in der das Fett nicht ganz heiß ist! Dann kriegen Sie den Kartoffelpfannkuchen nicht mehr raus. Wir verwenden übrigens Bobenheimer Kartoffeln von Landwirt Volker Hack. Man sollte niemals neue Ernte nehmen und ansonsten darauf achten, dass die Kartoffeln ein bisschen mehlig sind, sonst wird der Brei wässrig. Ach, ich könnte wirklich ein Buch über Kartoffelpfannkuchen schreiben.

Termin

Kartoffelfest der Naturfreunde Bobenheim-Roxheim mit Kinderfest am Samstag, 24. August, Von-Heyl-Straße 2. Ab 14 Uhr stehen für Kinder ein Zelt zum Basteln sowie Spiele, Gewinne und Süßes bereit. Ab 15 Uhr gibt’s Kartoffelgerichte und andere Speisen.

Werner und Ingrid Krauß haben das Kartoffelfest der Naturfreunde mit aus der Taufe gehoben.
Werner und Ingrid Krauß haben das Kartoffelfest der Naturfreunde mit aus der Taufe gehoben.
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