Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Chöre und Musikvereine für Filmproduktion gesucht

Film ab: Ein professionelles Filmteam soll die Chöre und Musikvereine im Kreis in Szene setzen.
Film ab: Ein professionelles Filmteam soll die Chöre und Musikvereine im Kreis in Szene setzen.

Es ist ein Überraschungsei, dass Paul Platz bis Ostern vorbereiten will: Der 63-jährige Maxdorfer, der das Kulturbüro des Rhein-Pfalz-Kreises als Einmannbetrieb unterhält, will hunderte Amateurmusiker aus Chören und Vereinen filmen lassen, um daraus einen Filmbeitrag fürs Netz zu schneiden. Wie er das Projekt stemmen möchte, verrät er im Interview.

Herr Platz, ein Filmprojekt für musische Menschen – hat das etwas mit Corona zu tun?
Natürlich. Wir möchten Kulturschaffende unterstützen, die nicht von der Kunst leben, sondern diese in ihrer Freizeit pflegen. Insgesamt gibt es im Rhein-Pfalz-Kreis schätzungsweise 60 bis 70 Chöre und Musikvereine, die in den zwei Jahren seit Ausbruch der Pandemie sehr wenig bis überhaupt keine Auftrittsmöglichkeiten hatten. Das ist schade, denn man übt ja nicht nur für das stille Kämmerlein, sondern möchte das Eingeübte vor Publikum zum Besten geben und Nachwuchs gewinnen.

Wie können sich die Chöre und Musikvereine bewerben?
Es reicht eine formlose Mail mit Kontaktdaten an das Kulturbüro des Rhein-Pfalz-Kreises bis Ende Januar. Ich nehme dann Kontakt auf mit den Teilnehmern und vereinbare einen Aufnahmetermin. Die Auftritte werden von Profis bis Ende März gefilmt. Wenn jeder selbst dreht, ist die Qualität zu unterschiedlich. Reizvoll ist es, dass die jeweiligen Aufnahmen vor Ort bei den Akteuren stattfinden, etwa in den Vereinsheimen und Kirchen. Das zeigt die Vielfalt unseres Kulturlebens. Im Idealfall bekommt der Zuschauer einen Gesamteindruck vom Musikleben im Kreis. Das Projekt könnte nur scheitern, wenn sich die Hygienemaßnahmen verschärfen und keine Proben mehr erlaubt sind. Notfalls müssen wir die Aktion verschieben.

Das klingt nach Unwägbarkeiten …
Tatsächlich gibt es aktuell nur das Filmprojekt als Idee, es ist ein echtes musikalisches Überraschungsei. Es ist ja eine Premiere. Einerseits habe ich in der Corona-Zeit bereits viele Erfahrungen gesammelt, wie Kunst und Kultur im Netz präsentiert werden können und werde die Dreharbeiten an Filmemacher delegieren, die etwas von ihrem Fach verstehen – das muss Hand und Fuß haben. Andererseits muss man schauen, wie die Ensembles mitmachen. Was für Musikstücke werden sie anbieten? Wenn mehrere Chöre „Am Brunnen vor dem Tore“ anbieten, könnte das langweilig werden. Dagegen kann es reizvoll sein, wenn etwa die „Swinging Kids“ aus Rödersheim und der „MGV Harmonie“ aus Maxdorf das gleiche Stück völlig unterschiedlich interpretieren. Die Beiträge sollten saisonal sein, Weihnachtsmusik wäre nicht so passend. Und sie müssen kurz sein, nicht über 15 Minuten, sonst guckt sich das keiner an. Die Teilnehmer erwartet eine kleine Aufwandsentschädigung. Über die Höhe kann ich noch nicht viel sagen, sie hängt ab von der Zahl der Ensembles und den Aufnahmekosten. Sie ist eher ein symbolisches Dankeschön. Anfang April sollten wir alle Aufnahmen im Kasten haben. Dann kommt für mich der größte Akt: Wie wird das Material zusammengeschnitten? Denkbar ist, dass ein Moderator durch das Programm führt und die Ensembles kurz vorstellt. Doch ich denke, dass wir mit dem Filmprojekt den Ensembles enorm unter die Arme greifen. Bis jetzt haben sich schon zehn Musikgruppen angemeldet. Ich bin mir sicher: Das wird eine größere Sache.

Klaudia Toussaint

Info

Chöre und Musikvereine im Rhein-Pfalz-Kreis können sich bis 28. Januar per E-Mail an paul.platz@kv-rpk.de für das Filmprojekt bewerben. Rückfragen unter Telefon 0621 5909 3520. Je nach Teilnehmerzahl werden ein oder mehrere Filme produziert, die ab Ostern sowohl unter www.rhein-pfalz-kreis.de als auch auf dem Youtube-Kanal der Kreisverwaltung abrufbar sein werden.

Paul Platz
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