Rhein-Pfalz Kreis Interessen und Stärken entdecken

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Schifferstadt. Wann ist der beste Zeitpunkt, sich mit der beruflichen Zukunft zu beschäftigen? Viele Informationstage und Berufsmessen richten sich vor allem an Schüler, die kurz vorm Abschluss stehen. Doch beim Tag der Berufe in der Realschule plus und Fachoberschule im Paul-von-Denis-Schulzentrum Schifferstadt sind am Dienstag zum ersten Mal alle Jugendlichen ab der fünften Klasse angesprochen gewesen.

28 Unternehmen und Einrichtungen standen den Jungen und Mädchen Rede und Antwort. An Ständen und in verschiedenen Workshops schnupperten die Schüler in ihre Traumberufe rein – oder bekamen neue Anregungen, wohin der eigene Weg führen könnte. Dabei war es Schulleiter Jochen Geeck wichtig, die regionalen Betriebe mit ins Boot zu holen. „Ich denke, es wird sich daraus ergeben, dass wir langfristig kooperieren“, sagte er. Schon jetzt finde ein enger Austausch zwischen der Schule und den Unternehmen statt. Schließlich gehen die Schüler des Berufsreifezweigs regulär ein Jahr lang einmal pro Woche in einen Betrieb, um dort praktische Erfahrungen zu sammeln und sich im Idealfall einen Ausbildungsplatz zu sichern. Auch unter den Zehntklässlern haben viele schon einen Vertrag in der Tasche. Wie Florian (17). „Ich habe einen Ausbildungsplatz als Chemikant bei der BASF, aber es interessiert mich, was andere Firmen machen“, sagte er. Sein Klassenkamerad René (15) hätte den Berufetag lieber in der neunten Klasse gehabt. „Jeder Zehntklässler hat eigentlich schon etwas, entweder Schule oder Ausbildung.“ Die eigenen Interessen und Stärken zu entdecken war das Ziel vieler Workshops. Denn nicht immer passen die individuellen Talente und die Idee vom Traumberuf zusammen. So testeten die Schüler bei der Geniefabrik in der Hamet-Spielstraße ihre Fähigkeiten in Sachen Schnelligkeit und räumliches Denken. Der Test wird normalerweise in der achten Klasse gemacht. Doch am Dienstag durften auch die Jüngeren ran. Samira (12) war beim Schrauben auf Zeit fix. Ob sie das für ihren Traumjob benötigt? „Ich möchte Tierärztin werden.“ Im Workshop „Darstellendes Spiel“ sollten die Schüler ihre Traumberufe pantomimisch darstellen. Dabei zeigte sich, dass bei den Jungs aus den fünften Klassen oft der Profisport das Ziel ist. Diese Jobs hatte der Tag der Berufe nicht im Angebot, wohl aber einige, bei denen körperliche Fitness gefordert ist – etwa Pflegeberufe. Dabei konnten sich die Schüler auch in die Rolle des Bedürftigen versetzen, um einen wichtigen Aspekt kennenzulernen: Einfühlungsvermögen. Auch der Spaß kam nicht zu kurz. Die Deutsche Post hatte Fahrräder mitgebracht, die es durch einen Slalomparcours zu manövrieren galt. In der Sporthalle übten die Schüler beim Tragen eines „Verletzten“ und an einer Kletterstation rückengesundes Heben und Springen. Im Metallbus beobachteten sie fasziniert, wie eine Maschine ein vorher programmiertes Muster in ein Werkstück fräste. Und mit den kopflosen Bauarbeiter-Pappfiguren der Firma Heberger machten viele der rund 900 Jugendlichen ein lustiges Erinnerungsfoto. Für manch einen brachte der Tag der Berufe am Ende dann auch die überraschende Erkenntnis, dass ihn plötzlich ein Beruf fasziniert, den er vorher nicht auf dem Zettel hatte. So wie Lea (12), die sich mit Begeisterung am Stand des Frisörs Menrath informierte. „Ich wollte eigentlich Architektin werden, aber das ist gerade total spannend hier.“ Und auch Maria-Juliana (13) entdeckte im Frisörhandwerk eine völlig neue Perspektive. „Das ist cool, mit Menschen zu reden und Frisuren zu stylen.“ Ob das Interesse bleibt, können beide wohl in der neunten Klasse überprüfen. Geht es nach Schulleiter Geeck, soll der Tag der Berufe künftig alle zwei Jahre stattfinden. (sud)

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