Rhein-Pfalz Kreis Intelligent investieren, sinnvoll sparen

Limburgerhof. Wohnen, leben, forschen: So beschreibt Bürgermeister Peter Kern (SPD), worauf es in der Gemeinde ankommt. Um diese Attribute zu erhalten, müsse die Infrastruktur auch in diesem Jahr gepflegt und modernisiert, alles möglichst überschaubar gehalten und Heimat geschaffen werden.
Stichwort Infrastruktur: In diese investierte die Kommune im vergangenen Jahr rund drei Millionen Euro, den größten Teil davon mit 1,9 Millionen in die Kindertagesstätten (Kita). Mit dem Geld wurden das Haus des Kindes und die Katharina-von-Bora-Kita auf die Aufnahme von Zwei- und Einjährigen vorbereitet. Das erste Projekt kostete 1,2 Millionen Euro und ist bereits abgeschlossen. Das zweite schlug mit 650.000 Euro zu Buche und nähert sich gerade dem Ende. „Dieses Jahr folgt die Kita Montessori für 600.000 Euro, danach ist dieser Bereich erst mal erledigt“, berichtet Kern. Ebenfalls erledigt wurde 2014 die bereits lange angestrebte Sanierung des Rasens im Waldstadion. „Das war ein großer Wunsch der Bürger“, sagt er. Auch sonst waren die Limburgerhofer fleißig: Die Lokale Agenda forstete beim Schlösschen im Park auf. Derzeit würden Dach und Außenfassade des Gebäudes saniert. Außerdem feierte der Kultursommer dort Premiere. „Das war ein tolles Ereignis“, schwärmt der Verwaltungschef. Außerdem sei die Lärmschutzwand entlang der Bahnstrecke endlich fertig geworden. Eng mit Entstehung und Entwicklung der Gemeinde verbunden ist das BASF-Agrarzentrum. Die Forschungseinrichtung feierte 2014 ihr 100-jähriges Bestehen, dieses Jahr ist die Kommune mit ihrem 85. Geburtstag an der Reihe. „Bis heute verbindet uns eine gute Partnerschaft“, sagt der Bürgermeister. Ein großer Teil der Zuzügler etwa komme im Zusammenhang mit der BASF nach Limburgerhof. Als Beispiel nennt er junge Forscher, die eine gewisse Zeit hier verbringen und große Innovationskraft im Gepäck haben. Grundsätzlich sollte die Gemeinde jedoch nicht mehr über die derzeitige Zahl von rund 12.000 Einwohnern hinaus wachsen, findet Kern. Denn Limburgerhof zeichne nicht zuletzt aus, dass es als Ort der kurzen Wege und guten Anbindung gilt. Statt neuer Baugebiete werde der Fokus daher auf der Innenentwicklung liegen. Dabei müsse allerdings ausgewogen gewirtschaftet werden. Der Haushalt werde zwar auch im neuen Jahr wieder ausgeglichen sein, aber aus dem Vollen schöpfen könne der Gemeinderat nicht. Das verdeutlicht der Bürgermeister mit Zahlen: „Auf unserer Wunschliste stehen rund 5,7 Millionen Euro, tatsächlich investieren werden wir aber nur 2,6 Millionen Euro – für das Notwendige.“ Dazu zählt die energetische Sanierung der Domholzschule und der Turnhalle der Carl-Bosch-Schule ebenso wie das fortlaufende Umrüsten der Straßenlaternen auf LED-Technik. 380.000 Euro sind für das Letzte eingeplant. Weitergehen soll Kern zufolge auch der Straßenausbau. 2015 kommen Rhein- und Schillerstraße dran. Daneben werde der Eigenbetrieb erneut etwaige Schäden beheben und die Hydraulik verbessern, dieses Jahr vorrangig in der Eschkopfstraße. Nach zehn Jahren werde turnusmäßig auch wieder das komplette Kanalnetz überprüft. Als große Herausforderung und Verantwortung – sowohl menschlich als auch finanziell – betrachtet der Verwaltungschef die Unterbringung der vielen Flüchtlinge. Zurzeit biete Limburgerhof 35 asylsuchenden Menschen Schutz vor Verfolgung. 18 zusätzliche Plätze sollen für 400.000 Euro in einer zentralen Unterkunft im Burgweg entstehen. Mit Vorfreude blickt Kern dem 40. Geburtstag der Partnerschaft mit Chenôve entgegen. Jährlich zwölf gegenseitige Besuche beziehungsweise Begegnungen belegten die sehr tiefe Verbundenheit mit den französischen Freunden. Deshalb sei auch ein großer Festakt geplant. Erwogen werde außerdem eine gemeinsame Sitzung der beiden Gemeinderäte. Eine enge Partnerschaft pflege Limburgerhof darüber hinaus zur achten Kompanie des Spezialpionierbataillons 464 in Speyer. „Wir haben zum Beispiel zu Weihnachten immer Krippen und Brotteig nach Afghanistan geschickt und die Soldaten zweimal jährlich mit den Bürgern zu diesem Auslandseinsatz verabschiedet“, erzählt er. Das Bataillon soll jedoch aufgelöst werden, da die Kurpfalzkaserne in Speyer 2016 geschlossen wird. Großen Wert legt der Bürgermeister zudem darauf, dass sich die Gemeinde auch um die Senioren kümmert. So setze sich der Seniorenbeirat für ihre Belange ein, und im Mehrgenerationenhaus gebe es unter anderem verschiedene Aktionen wie den Seniorenadventskalender und den Seniorentag.