Dudenhofen
Insektenforscher Bettag mit 88 Jahren gestorben
Sein Leben hat Erich Bettag der Erforschung und dem Schutz der Natur gewidmet. Nun ist der Dudenhofener Insektenforscher im Alter von 88 Jahren gestorben. Er hinterlässt Kinder und Enkelkinder – und unzählige Veröffentlichungen, eine riesige Sammlung von Insekten-Präparaten sowie ein „Museales Naturzentrum“.Schon als Kind galt Erich Bettags Interesse den Sechsbeinern. Wie viele seiner Spielkameraden hat er ungezählte Stunden in Feld, Wald und Wiesen verbracht. Darunter litten seine schulischen Leistungen, woraus Bettag keinen Hehl machte. Das Naturwissenschaftliche Gymnasium in Speyer verließ er in der vierten Klasse ohne Abschluss. Bei der BASF absolvierte er eine Ausbildung zum Chemielaboranten und wechselte bald zur Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (Lufa) in Speyer. Dort wurde er zum Mikroskopier-Analytiker ausgebildet und war für die Untersuchung von Futtermitteln zuständig.
In jeder freien Minute erforschte Bettag die Insektenwelt im Raum Speyer, aber auch in anderen Gegenden Deutschlands. Selbst in Schweden, Frankreich, Spanien, Griechenland und Marokko war er aktiv. Herausgekommen sind mehr als 70 naturwissenschaftliche Veröffentlichungen, darunter eine Monografie zu den Dudenhofener Sanddünen (1989), und eine mehrere Tausend Exemplare zählende Sammlung von Insektenpräparaten. Den Großteil der Sammlung überließ er dem Naturhistorischen Museum in Mainz. Seit 2017 sind einige Hundert Exponate, darunter wertvolle Fossilien, im „Musealen Naturzentrum“ der Dudenhofener Realschule zu sehen.
Für seine Offenheit gegenüber den Medien erhielt Bettag 1984 die „Goldene Zeile“ vom Pfälzischen Journalistenverband. Für DIE RHEINPFALZ schrieb er mehr als 150 Kolumnen über Naturbeobachtungen. Seine Heimatgemeinde ehrte ihn mit dem Wappenteller in Zinn und dem Zinnbecher – nicht zuletzt für seine Verdienste um die Sanddünen sowie die Haderwiese, die auf seine Initiative hin 1981 zum Naturschutzgebiet wurde. 1986 erhielt Bettag den Umweltpreis des Landkreises Ludwigshafen und den Verdienstorden des Landes. Er hat mehrere Insektenarten entdeckt, einige weitere sind nach ihm benannt.