Rhein-Pfalz Kreis Initiative zweifelt an K-22-Idee

Verstopfte Hauptstraße in Dannstadt: Nur die große Lösung – die Verlegung der K 22 – würde die Voraussetzung für ein Lkw-Durchfa
Verstopfte Hauptstraße in Dannstadt: Nur die große Lösung – die Verlegung der K 22 – würde die Voraussetzung für ein Lkw-Durchfahrtsverbot schaffen, behauptet Günter Defren.

«Dannstadt-Schauernheim.» Den Münchhofweg verbreitern statt zur Kreisstraße zu machen: Das schlägt die Kreisverwaltung aus Zeit- und Kostengründen vor (wir berichteten). Der Verein Bürgerwille zweifelt am Sinn dieser Alternative. Er verlangt ausführlichere Auskünfte von den verantwortlichen Politikern, allen voran Landrat Clemens Körner (CDU) – und zwar am liebsten bei einer Bürgerversammlung.

Erklärtes Ziel des Vereins und der Politik ist, Dannstadt-Schauernheim vom Lkw- und Traktorverkehr zu entlasten. Dazu wird schon seit vielen Jahren überlegt, die Kreisstraße 22 auf eine Trasse beim Münchhof im Süden der Gemeinde zu verlegen. Denn momentan führt sie als Böhler Straße durchs Dorf und mündet in die Hauptstraße, die ebenfalls vom Lkw- und Traktorverkehr entlastet werden soll. Doch die Kreisstraße von der Kurve beim Pumpwerk (aus Richtung Böhl kommend) auf den Münchhofweg zu verlegen, ist laut Kreisverwaltung sehr aufwendig, könnte selbst unter besten Umständen frühestens ab 2021 umgesetzt werden und würde schätzungsweise 3,6 Millionen Euro kosten. Davon würden allein eine Million Euro ins Verlegen einer Hauptberegnungsleitung fließen. Weniger aufwendig hingegen wäre laut Kreisverwaltung, den Münchhofweg zu einem breiten und für schwere Fahrzeuge geeigneten Wirtschaftsweg auszubauen – ähnlich dem Pfalzmarktweg. Mit dieser kleineren Lösung könnte der Ort schneller und günstiger vom Schwerlastverkehr entlastet werden, sagt Landrat Körner (wir berichteten). Genau das bezweifeln die Bürgerwille-Vorstände Volker Bolz und Günter Defren. „Hinter der großen Lösung steht ein Konzept. Sie würde die Voraussetzung für ein Lkw-Durchfahrtsverbot schaffen. Alles andere sind nur halbe Sachen“, findet Defren. Denn einen Wirtschaftsweg dürften nur Lkw und Traktoren befahren, die die landwirtschaftlichen Betriebe am Münchhof ansteuern. Alle anderen müssten weiter auf den beiden Straßen durchs Dorf rollen. „Ich habe den Eindruck, Herr Körner ist von seinen Leuten und unserer Verwaltung nicht umfassend informiert worden“, sagt Bolz. So habe Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU) in einem kürzlich ausgestrahlten Fernsehbeitrag erklärt, dass ein Wirtschaftsweg nicht für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden könne, solange er nicht als Kreisstraße deklariert sei. Und wenn das so sei, stelle die kleine Lösung selbstverständlich keine Alternative dar, hebt der Bürgerwille-Vorstand hervor. Der Ausbau des Münchhofwegs wäre für den Verein Bolz zufolge allenfalls in Kombination mit einem angemessen beschilderten Durchfahrtsverbot für die schweren Gespanne auf der Böhler und der Hauptstraße in Ordnung. „Die Fahrer müssten in Höhe des Pumpwerks an der K 22 und am Ortseingang an der L 454 klipp und klar auf den Weg umgeleitet werden“, sagt er. Sonst bleibe die angestrebte Entlastung aus. Die Aussagen zu den Kosten sieht Bürgerwille ebenfalls kritisch. Dass der Ausbau des Münchhofwegs wirklich billiger wäre, vermute die Kreisverwaltung nur. Ausgerechnet habe das noch niemand. Bolz und Defren halten deutliche Einsparungen zumindest für fraglich. Denn nach ihren Informationen vom Beregnungsverband müsste die besagte Hauptleitung in jedem Fall verlegt werden. „Sie befindet sich einen halben Meter neben dem jetzigen Weg. Ob dort nun eine 6,50 Meter breite Kreisstraße hinkommt oder ein 6,10 Meter breiter Wirtschaftsweg, macht daher keinen Unterschied“, erläutert Bolz. Daneben stört das Duo, dass das K-22-Thema anscheinend noch in keinem Kreis-Gremium diskutiert wurde. „Hätte die SPD-Kreistagsfraktion keine Anfrage dazu gestellt, hätte die Öffentlichkeit wahrscheinlich erst davon erfahren, nachdem die Bagger bereits gerollt wären“, sagt Bolz. Deswegen verlange Bürgerwille eine Bürgerversammlung. Bei der sollten der Landrat, Stefan Veth (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde, und die anderen verantwortlichen Verwaltungsvertreter den Dannstadt-Schauernheimern Rede und Antwort stehen, um fehlende Informationen zu liefern und bestehende Widersprüche aufzuklären. „Denn es sind nicht wir, die Verwirrung stiften, sondern die mit ihren wechselnden und zum Teil widersprüchlichen Aussagen“, finden Bolz und Defren. Wenigstens in einem Punkt könnten sie Körner bedingt zustimmen: „Sinkt die Belastung durch Abgase und Lärm nicht bald, erleben wir die Umsetzung vielleicht wirklich nicht mehr.“

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