Rhein-Pfalz Kreis In Schutt und Asche
Ein Brand hat in der Nacht auf Dienstag das Vereinsheim der Dannstadter Segelfluggruppe Giulini zerstört. Die Ursache ist noch unklar. Der Schaden wird auf 500.000 Euro geschätzt. In der Halle stand der Rumpf eines Flugzeugs, außerdem waren dort alle Utensilien, von Fallschirmen über Funkgeräte bis zu einer Seilwinde, untergebracht. „Das wirft den Verein um Jahre zurück“, erklärt der Vorstand.
„Wir müssen schauen, wie es jetzt weitergeht“, sagt Volker Schliephake, der Vorsitzende der Dannstadter Segelfluggruppe Giulini. Im Gebäude war auch die Werkstatt des Vereins. Dort stand der Rumpf einer Hornet, eines einsitzigen Segelflugzeugs mit 15 Metern Spannweite. Vom Flugzeug ist nichts übrig geblieben, wie von der ganzen Halle. Verkohlte Reste, das Gerippe eines Lastwagens, der in der Garage stand. Daran hängt die Startwinde, mit der die Segelflugzeuge in die Luft gezogen werden. Zwischen 60.000 und 100.000 Euro dürfte allein sie wert sein. Allerlei Utensilien waren in der Halle gelagert, von neuen Funkgeräten und Headsets bis zu Fallschirmen. Etwa zehn Stück sollen es gewesen sein, jeder rund 2000 Euro teuer. Warum das Feuer ausbrach, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei war gestern Vormittag an der Brandstelle, weitere Gutachter haben sich angekündigt. Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Um 2.42 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr in Dannstadt-Schauernheim ein. Von der nahe gelegenen Raststätte an der A 61 hatte jemand ein Feuer bei der Polizei gemeldet. „Es war nicht sofort klar, wo es brennt“, sagt Mathias Müller, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde. Als die Einsatzkräfte am Flugplatzgelände eintrafen, stand die Halle bereits vollkommen in Flammen. 64 Feuerwehrleute waren im Einsatz, 13 Fahrzeuge vor Ort. „Der Einsatz verlief schulbuchmäßig“, berichtet Müller. Die Wehr verhinderte, dass das Feuer auf die benachbarte Halle des SSV Ludwigshafen übergreift. Dort stehen viele weitere Flugzeuge. Gegen 6.30 Uhr war der Einsatz beendet. Gestern Vormittag überprüften die Feuerwehrleute mit Wärmebildkameras noch einmal die Brandstelle, suchten nach Glutnestern, wurden aber nicht fündig. Gegen 3.30 Uhr in der Früh erfuhr Volker Schliephake von dem Brand. Die Feuerwehr hatte offenbar zunächst den Vorsitzenden des SSV informiert. Beide Vereine teilen sich das Gelände, sie starten in der Segelflug-Bundesliga. Die SFG Giulini schon lange, der SSV ist gerade aufgestiegen. In allen Teams sind Piloten beider Vereine. Der Nachbarclub bietet Giulini nun auch Asyl. Schliephake fuhr sofort zum Flugplatz. Da ging er noch davon aus, dass das gesamte Gelände in Flammen stehen würde. Georg Seitz, Ehrenvorsitzender der SFG, war dabei, als die Halle vor 40 Jahren bei John Deere in Mannheim abgebaut wurde, um sie in Dannstadt-Schauernheim wieder aufzubauen. „Wir haben sie günstig bekommen“, erzählt Seitz. Es ist eine Elementbauweise mit viel Holz. Die Halle sollte renoviert werden. Zwei Seiten hatten die Mitglieder bereits fertig, der Rest sollte im Winter folgen. Gut 300 Quadratmeter Grundfläche hatte das Gebäude, in dem sich das ganze Vereinsleben abspielte. Sitzungen, Arbeitskreise, alle kamen hier zusammen. Hinter der Halle wurde oft gefeiert. „Die Halle ist der Mittelpunkt unseres Vereinslebens gewesen“, betont Schliephake. Urkunden, Vereinsunterlagen und Bordbücher seien von dem Feuer vernichtet worden. Zur Brandversicherung hat der Verein bereits Kontakt aufgenommen. Gestern Abend war eine Vorstandssitzung geplant. Es dürfte eine Krisensitzung gewesen sein.