Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Impfen mit weniger Hürden

Gute Nachricht aus dem Impfzentrum: Bislang hat kein Impfling Nebenwirkungen gezeigt.
Gute Nachricht aus dem Impfzentrum: Bislang hat kein Impfling Nebenwirkungen gezeigt.

In Schifferstadt läuft’s. Das Impfen in der neuen Kreissporthalle funktioniert bislang reibungslos. Derzeit wird 160 Menschen täglich das Serum verabreicht, doch der Takt soll sich schon bald erhöhen. Landrat Clemens Körner (CDU) will zudem dafür werben, dass die Vergabe der Termine einfacher wird.

„Ich muss sagen, dass wir begeistert sind“, sagt Impfkoordinator Tilo Meinke und klingt absolut zufrieden. Die Abläufe im Schifferstadter Impfzentrum funktionieren reibungslos. „In der Einrichtung läuft’s. Das heißt, wir können die Schlagzahl erhöhen.“ Bislang werden in der neuen Kreissporthalle täglich 160 Kreisbürger geimpft. Diese Zahl soll sukzessive gesteigert werden. Meinke zufolge wird ab dem 28. Januar 258 Menschen der Impfstoff verabreicht, ab 1. Februar sollen dann 320 Impflinge versorgt werden.

Zurzeit werde in Schifferstadt noch ausschließlich mit dem Serum von Biontech gearbeitet. Auch weil für die erste und zweite Impfung das gleiche Mittel verabreicht werden muss. Doch mit Zunahme der zugelassenen Impfstoffe würden auch in Schifferstadt bald weitere Anbieter ins Spiel kommen und damit für die Mannschaft vor Ort eine weitere Koordinationsaufgabe.

Terminvergabe vor Ort? Der Landrat wirbt dafür

Apropos planen und koordinieren – für den Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises gibt es in dieser Hinsicht noch Verbesserungsbedarf. Clemens Körner denkt da vor allem an die Impfterminvergabe. Mit den Bürgermeistern der Kreisgemeinden ist er, wie berichtet, überein gekommen, dass gerade Senioren, die mit Hotline und Onlineformularen überfordert sind, vor Ort Hilfe angeboten werden müsse, etwa in den Bürgerbüros. „Alle hauptamtlichen Bürgermeister haben zugesagt, Lösungen zu finden“, sagt Körner. Ansprechpartner sollten nun bald im Amtsblatt oder auf den Internetseiten der Verwaltungen zu finden sein. Der Landrat verspricht außerdem, eine Übersicht zusammenzustellen, die über den Kreis veröffentlicht wird.

Dieses Hilfsprogramm ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Anmeldung an der Hotline des Landes erfolgt, an der Körner zufolge teils chaotische Zustände herrschten. Er will deshalb noch einen Schritt weitergehen. In einer Landrätekonferenz möchte er am Donnerstag dafür werben, dass die Terminvergabe vor Ort stattfindet. In den Gemeinden. „Wir organisieren hier vor Ort das Impfzentrum, dann können wir doch auch die Termine dafür vergeben“, findet er. Das könne die Sache vereinfachen.

Ausnahmen bei der Impfordnung zulassen

Auch die Einhaltung der Impfordnung, strikt nach Kategorien, hält Körner nicht in allen Fällen für sinnvoll. Und er nennt dafür auch ein Beispiel: So könnten die Bürgerbusse der Gemeinden dafür eingesetzt werden, um Menschen, die es alleine nicht können, nach Schifferstadt zum Impfzentrum zu fahren. Natürlich immer als Einzelfahrt oder nur mit Personen eines Hausstands. Doch dafür müsse der Fahrer geimpft sein, um sich selbst, aber auch seine Fahrgäste nicht zu gefährden. „Doch unsere Fahrer sind nicht über 80. Sie sind laut Impfverordnung noch nicht dran.“ Das Problem in Mainz kundgetan, wird Körner empfohlen, eine Lösung zu finden, womit wohl gemeint gewesen sei, übrig gebliebene Dosen zu verimpfen. „Wir haben aber nichts übrig“, sagt Körner. „Wir haben immer so viel, wie wir auch brauchen.“

Des Landrats Wunsch ist, dass die vorgesehene Impfreihenfolge auch mal geändert werden kann, Ausnahmen zugelassen sind, „deshalb aber nicht gleich ein Shitstorm ausbricht“. Ihn verwundere immer wieder die Empörung, die ausbreche, wenn Personen bestimmter Berufsgruppen geimpft werden, die vom Alter her jedoch noch nicht an der Reihe wären. „So können wir nicht denken“, sagt er. Mit jedem, der das Serum erhalte, sei man einen Schritt weiter. „Unser Ziel ist es doch, so schnell wie möglich, so viele Menschen wie möglich zu impfen.“ Und dazu müsse man Barrieren und Bürokratie aus dem ganzen Prozess nehmen.

Den Parcours über die Impfstraße bewältigt jeder

Impfen und nochmals impfen – das ist auch das Ziel der Mannschaft in Schifferstadt. Sie besteht täglich aus acht Ärzten und genauso vielen medizinischen Fachangestellten, aufgeteilt auf zwei Schichten. Jede Schicht dauere sechs Stunden inklusive Vor- und Nachbereitung. Ärzte und Fachangestellte würden sich oft kennen, erläutert Meinke, das sei wichtig bei der Arbeit und eine Vertrauensfrage. „Der Arzt gibt die Leute ja zum Impfen an die Fachkräfte weiter, dabei ist Vertrauen wichtig.“ Bislang habe es auch noch bei keinem Impfling Probleme gegeben, seien bei niemandem Nebenwirkungen aufgetaucht.

Den Parcours über die Impfstraße habe jeder gut bewältigt. „Hut ab vor dieser Gruppe“, sagt Meinke. „Die Senioren kommen gut vorbereitet, sind aufgeklärt.“ Der Impfkoordinator bleibt dabei: Die Abläufe im Schifferstadter Impfzentrum funktionieren reibungslos. Und sollte es doch einmal Probleme geben – „wir sind gewappnet und auf alle Eventualitäten gut vorbereitet“.

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