Rhein-Pfalz Kreis Im Osten sicher, im Westen vielleicht
Fussgönheim. Der Ortsgemeinderat hat mit den Stimmen von SPD und FWG die Erweiterung der Schillerschule vorangetrieben. Umfang und Ausrichtung stehen nun fest: Gebaut wird ein Raum Richtung Osten, zur Schulstraße hin. Diese Entscheidung geht der CDU nicht weit genug.
Irgendwann reichte es der Fußgönheimer Ortsbürgermeisterin. „Ich verstehe die ganze Diskussion gerade nicht“, sagte Marie-Luise Klein (SPD) in der Ratssitzung am späten Mittwochabend. Sie wünschte sich einen grundsätzlichen Beschluss des Gremiums zur Erweiterung der Schillerschule. Bislang gab es keine konkrete Aussage zu Umfang und Ort des Anbaus. Klein schwebt ein zusätzlicher Raum vor, der direkt an das bisherige Gebäude angeschlossen wird und Richtung Schulstraße zeigt. Dies sei auch im Bauausschuss so erörtert worden. Die Option für weitere Räume, eine zusätzliche West-Erweiterung der Schule, solle in jedem Fall erhalten bleiben. Und über die Größe des künftigen Raumes wird man laut Klein ohnehin noch reden müssen. 50 oder 60 Quadratmeter stehen zur Wahl. „Auch eine Frage der Kosten“, sagte die Bürgermeisterin. Die stehen jedoch erst nach der endgültigen Planung fest. Während für Klein die Sache klar war, entspann sich zwischen den Fraktionen eine lange und zähe Debatte. Auf der Seite der Bürgermeisterin: Thomas Bauer (SPD) und Jochen Schubert (FWG). „Die Ost-Lösung ist der logische Weg“, sagte Bauer. Die Bauarbeiten müssten während des laufenden Schulbetriebs organisiert werden und daher zügig vonstatten gehen. Das gehe besser, wenn der neue Raum in der Nähe der Straße liegt. Außerdem ginge auf der West-Seite ein Teil des Schulhofs verloren. Martina Fickler (CDU) hingegen argumentierte für einen größeren Ausbau der Grundschule eben dort. Am besten „direkt zwei Räume, sonst nehmen wir uns selbst eine Chance weg“, sagte sie. Gerade deshalb wolle man die Option auf weitere Räume in den Beschluss integrieren, entgegnete Klein. Zudem werde die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion derzeit nur den Bau eines einzigen Raumes bezuschussen. „Aber wir wollen für die Zukunft ein Signal setzen, dass die Schule wächst“, sagte Klein. Aktuell werden sechs Klassen an der Schillerschule unterrichtet. Im Schuljahr 2016/17 wird es, das sei jetzt schon absehbar, eine weitere Parallelklasse geben. „Die Raumkapazität in der Schule ist dann erschöpft“, sagte Klein. Aufgrund dieses anhaltenden Wachstums plane das Land nach Rücksprache mit dem Bildungsministerium langfristig mit einer 1,5-Zügigkeit der Schillerschule. Außerdem startet im kommenden Jahr auch die Betreuende Grundschule in Fußgönheim, für die es bislang 33 verbindliche Anmeldungen gibt. Teilweise werden die Kinder bis 17 Uhr in der Schule bleiben. „Es existiert ein großer Bedarf an Betreuung“, sagte Klein, „Die Kinder verbringen einen kompletten Arbeitstag hier.“ Für das Mittagessen sei ein Catering-Service geplant. Selbst zu kochen ist laut der Bürgermeisterin keine Option, „die Schulküche ist dafür nicht ausgelegt“. Der geplante Anbau werde kein Klassenzimmer, sondern ein Raum für die Betreuende Grundschule, sagte Klein. Er habe eine andere Einrichtung und Ausstattung, die vergleichbar sei mit der eines Horts. Die Größe eines Betreuungsraums liegt bei 50 Quadratmetern, die eines Klassenraums bei 60. „Wenn wir sowieso weitere Räume benötigen, warum dann nicht gleich im Westen erweitern?“, fragte Fickler. Sie bezog sich auf die Prognose für das übernächste Schuljahr, in dem die Anzahl der Einschulungen knapp unter der Teilungsgrenze liegen werde. Zwei erste Klassen sind also möglich. Der erste Ortsbeigeordnete Klaus Weiler (CDU) ergänzte: „Wir sollten die Möglichkeit erhalten, in diesem Raum auch Kinder unterrichten zu können.“ Er drängte, sich direkt auf die größere Variante festzulegen. Daraus wurde nichts. SPD und FWG votierten zunächst für den grundsätzlichen Beschluss zur Ost-Erweiterung, die CDU stimmte dagegen. Die Architektin Gabriele Obenauer aus Laumersheim wird nun sowohl das 50-, als auch das 60-Quadratmeter-Zimmer planen und die Kosten kalkulieren. Diese Erkenntnisse gehen dann in den Schulträgerausschuss sowie den Bauausschuss. Dort sitzen Fickler und Bauer erneut zusammen. Diskussionen scheinen da programmiert zu sein. Ob die Bürgermeisterin sie nun nachvollziehen kann oder nicht.