Rhein-Pfalz Kreis „Im Herbst muss man auf jeden Fall auf Zecken achten“

Sie sind winzig klein, aber ihr Biss kann schlimme Folgen haben: Zecken. Wie gefährlich sie in unserer Region sind, erklärt Ralph Wössner, Oberarzt der Neurologie am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern, heute in einem Vortrag der Volkshochschule Bobenheim-Roxheim. Wir haben ihn vorab gefragt, wie man sich am besten schützen kann.
Zecken sind im Frühjahr und im Herbst besonders aktiv. Im Hochsommer, wenn es ganz heiß ist, kommen sie manchmal ein bisschen zur Ruhe, aber im Herbst muss man in jedem Fall auf Zecken achten. Wo sollte man bei einem Spaziergang denn besonders vorsichtig sein? Man sollte vor allem bei Waldspaziergängen, am Waldrand und auf Wiesen mit hohen Gräsern aufpassen. Die Zecken hocken auf den Gräsern und streifen sich dann auf den vorbeilaufenden Menschen ab. Zeckenbisse können am ganzen Körper vorkommen, bei Erwachsenen sind häufig die Beine, Kniekehlen und die Leiste betroffen. Bei Kindern findet man die Zecken auch im Kopf-, Gesichts- und Armbereich. Was hilft denn zur Abwehr? Lange Kleidung? Die beste Maßnahmen sind im Prinzip lange Kleidung und feste Schuhe. Ganz wichtig: Man sollte sich nach einem Waldspaziergang oder Aufenthalt im Freien abends gegenseitig nach Zecken absuchen. Hunde bringen ja auch gerne mal eine Zecke mit nach Hause. Kann sich diese dann auf den Menschen übertragen? Das ist eine schwierige Frage. Insbesondere die Zecken, die im Fell der Tiere hängen und sich noch nicht festgesaugt haben, können zum Beispiel beim Streichen mit der Hand über das Fell auch auf den Menschen wandern. Auch Zecken, die vom Hund abfallen, können theoretisch an den Menschen gehen. Was muss ich beachten, wenn ich eine Zecke entdeckt habe und entfernen möchte? Auf jeden Fall sollte die Zecke rasch entfernt werden. Dabei kein Öl, keinen Klebestoff oder Nagellack verwenden. Am besten ist es, wenn man die Zecke gerade herauszieht oder leicht dreht. Wichtig ist, dass man das Tier nicht quetscht. Die Bissstelle sollte dann ein paar Tage beobachtet werden. Eine ganz kleine punktförmige Rötung ist erstmal noch kein Problem, aber wenn die Rötung die Größe eines Ein-Euro-Stücks überschreitet, sollte man einen Arzt aufsuchen. Wie gefährlich sind Zecken als Krankheitsüberträger in unserer Region? Man muss da unterscheiden. Die häufigste Erkrankung ist die Borreliose. Die kommt überall in der Pfalz vor, und dafür gibt es auch keine Impfung als Vorbeugung. Das, was auf sogenannten Zeckenkarten verzeichnet ist, betrifft die zweite Erkrankung, die FSME. Die ist regional begrenzt. In der Pfalz gibt es keine Risikogebiete. Das einzige ausgewiesene FSME-Risikogebiet in Rheinland-Pfalz ist der Landkreis Birkenfeld. Aber sobald man über den Rhein nach Baden-Württemberg geht, sieht das schon anders aus, denn das ist flächendeckend FSME-Risikogebiet. (Archivfoto: View) Termin Vortrag von Ralph Wössner zum Thema „Wie gefährlich sind Zecken in unserer Region? Neues zur Borreliose und FSME“, heute, 19 Uhr, Kurpfalztreff Bobenheim-Roxheim. Der Eintritt ist frei.