Rhein-Pfalz Kreis Ihr Kranz kann’s

Mit einem Kranz in Altrosa-Tönen, ähnlich dem Linken, hat Ute Kehres den Adventskranzwettbewerb gewonnen. Die rechte Adventsdeko
Mit einem Kranz in Altrosa-Tönen, ähnlich dem Linken, hat Ute Kehres den Adventskranzwettbewerb gewonnen. Die rechte Adventsdekoration ist ein Gesteck aus Treibholz, das dieses Jahr ihr privater Adventskranz ist.

«Mutterstadt.»Mit einer stilvollen Kombination aus Moos, Sukkulenten, Ästen und altrosa Kerzen hat Ute Kehres den ersten Platz beim Adventskranzwettbewerb des Blumengroßmarkts in Mannheim gewonnen. Die 52-Jährige verarbeitet auch gerne ungewöhnliche Naturmaterialien, zum Beispiel Treibholz.

Ein letztes Zweiglein steckt Ute Kehres im Gewächshaus ihres Bruders Karl Mistler in Mutterstadt in einen wunderschönen Adventskranz in Altrosa und Bordeaux-Tönen. Am Tisch neben ihr ist Karl Mistler gerade mit einem Gesteck beschäftigt. Um die beiden herum stehen noch eine Reihe anderer Adventskränze für Freunde und Bekannte. Nur ein Kranz fehlt: der, mit dem Ute Kehres Ende November den ersten Platz beim Adventskranzwettbewerb des Blumengroßmarkts in Mannheim gewonnen hat. Und das zum dritten Mal in Folge, erzählt ihr Bruder stolz. Er hat sie dort angemeldet. Ute Kehres arbeitet zwar als Floristin in Neckarhausen, hilft aber im Betrieb ihres Bruders mit, wenn viel zu tun ist. Die Aufgabe beim Wettbewerb lautete: einen rundgebunden Kranz mit vier Kerzen zum Preis von etwa 80 Euro gestalten. Sie hat sich mit ihrer Kreation gegen 27 Floristen aus der Region Mannheim, Odenwald, Hessen und Pfalz durchgesetzt. „Ich verwende sehr gerne Naturmaterialien“, erklärt Ute Kehres ihr Erfolgsrezept. Weil der Siegerkranz eben nicht da ist, zeigt sie auf jenen frisch gebundenen mit den altrosa-farbenen Kerzen. Sie hat ihn unter anderem mit dunklen Granatäpfeln und Sukkulenten geschmückt. „Das ist Dachwurz“, erklärt sie und deutet auf die grün-roten dickblättrigen Pflanzen, „wenn Sie den hin und wieder ansprühen, können sie ihn danach wieder in den Garten pflanzen.“ Wer genau hinschaut, entdeckt viele Dinge, die man in einem Adventskranz nicht vermutet. Ein mit Moos überwachsenes Stöckchen, zum Beispiel. „Das habe ich im Wald gefunden.“ Oder die Zweige von Weidenkätzchen, mit denen der Kranz umwickelt ist. „Die sind beim Baumschnitt angefallen.“ Ute Kehres geht mit offenen Augen durch die Natur. Wenn sie einen Kranz schmückt, durchforstet sie ihre gesammelten Schätze. Wenn noch was fehlt, geht sie in den Garten und schaut, was sie findet. Sie liebt aber nicht nur schöne natürliche Materialen, sondern experimentiert gerne mit Farben. Auch wenn der klassische Adventskranz immer noch rot ist, sagt sie. Rosé- und Beerentöne gefallen ihr. Weiß findet sie nach wie vor einfach schön. In diesem Jahr ist ihr privater Kranz in Petrol und Grün gehalten. Ein ungewöhnlicher Kranz, den sie aus Treibholz vom Ufer des Rheins zusammengeklebt hat und immer wieder umdekoriert. So ein Adventskranz steckt voller Symbole, erklärt ihr Bruder Karl: „Grün für das Leben, Licht für die dunkle Jahreszeit, verstärkt durch glänzende oder spiegelnde Materialien, Sterne und Engel für Weihnachten.“ Ein Kranz fällt allerdings aus der Reihe: Seit 27 Jahren schmückt Ute Kehres auf Wunsch eines Freundes einen Kranz mit fünf Kerzen. „Sie wissen schon, wenn das fünfte Kerzlein brennt, hast du Weihnachten verpennt“, erklärt sie. Ute Kehres kommt aus einer richtigen Floristenfamilie mit Wurzeln in Schifferstadt. Im Moment lebt sie zwar mit ihrer Familie in Mannheim, freut sich aber, dass sie demnächst nach „27 Jahren im Exil“, nach Schifferstadt zurückzieht. Die Großmutter Klara Kummer war Blumenbinderin, der Großvater Karl Gärtner. Sie hatten eine Samenhandlung in Schifferstadt. Die Eltern Rosalinde und Nikolaus Mistler hatten einen Blumenladen und eine Gärtnerei in Schifferstadt. Von Ute Kehres’ drei Geschwistern sind zwei ebenfalls wie sie Floristen geworden. „Ich wollte es schon als Kind werden“, sagt Ute Kehres. Sie hat bei ihren Eltern gelernt und anfangs dort gearbeitet. Auch wenn ihre beiden Kinder nicht in ihre Fußstapfen treten, ist es für sie der schönste Beruf der Welt. Leicht habe man es als Florist heute allerdings nicht. „Die Leute kaufen Blumen heute meistens beim Discounter“, sagt Karl Mistler, der bis vergangenes Jahr das Blumenhaus Kramer in Mutterstadt betrieben hat. Heute arbeitet er im heimischen Gewächshaus. Nächstes Großprojekt: der Schmuck für das Neujahrskonzert der BASF. Da muss Ute Kehres wieder mit anpacken. Und heute Mittag stehen die beiden wieder im Gewächshaus und geben ein Seminar für „Adventskranzbinden“. Andere dabei anleiten, etwas Schönes zu gestalten, mache einfach Freude. Im Netz Weitere Informationen zu Seminaren unter www.mistler-mutterstadt.de

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