Rhein-Pfalz-kreis
IG-Metall: Weniger Mitglieder, aber gute Tarifrunden
Zufrieden zeigten sich die Funktionäre und Delegierten der IG Metall mit dem Ergebnis der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie für 2020/21. Hier sei einiges erreicht worden, unter anderem bekämen die Beschäftigten eine Corona-Beihilfe in Höhe von 500 Euro, sagte Wladislaw Druzinin, Politischer Sekretär des Ortsbezirks Ludwigshafen-Frankenthal. Es sei geplant, das Ergebnis in den Betrieben verstärkt zu kommunizieren, etwa durch Infostände und Betriebsbegehungen.
Für die Betriebe des Kraftfahrzeug-Handwerks hätten sich der Ortsbezirk und Betriebsräte für die kommenden Wochen „ein paar kreative Sachen einfallen lassen, um den Druck zu erhöhen“, kündigte Mathias Franz, Politischer Sekretär des Ortsbezirks an. Franz erinnerte daran, dass im Kfz-Handwerk der Entgelt-Tarifvertrag ausgelaufen ist und die Arbeitgeber alle anderen Tarifverträge, etwa über Arbeitszeiten oder die Übernahme von Auszubildenden, gekündigt haben. Nun werde über den Entgelt-Tarifvertrag verhandelt, und es gelte „einen Gang höher zu schalten“, um die Forderung der Gewerkschaft nach einer Entgelterhöhung von vier Prozent durchzusetzen.
Offenbar schlimme Zustände in Speyerer Betrieb
Auch in der Verpackungsindustrie gehe die Tarifrunde los, sagte Milos Markovic, Betriebsratsvorsitzender bei Crown Bender in Frankenthal. Bei Befragungen habe sich gezeigt, dass die Beschäftigten vor allem eine Altersteilzeitregelung wollen. Ab 15. Oktober ist laut Markovic mit Streiks zu rechnen.
Christian Moeckel, Politischer Sekretär des Ortsbezirks, berichtete, dass man sich bemühe, bei den Betrieben Borg Warner und PFW in Speyer die Gewerkschaftsarbeit zu etablieren. Als „nicht mehr feierlich“ bezeichnete Mohme die Zustände bei dem Speyerer Unternehmen Syncreon. Mitarbeiter berichteten, dass Arbeitsschutzvorschriften nicht beachtet und Arbeitnehmerrechte massiv eingeschränkt würden. Ein Vermittlungsversuch der Oberbürgermeisterin habe keinen Erfolg gehabt.
Mohme bedauerte, dass nur etwa 50 Prozent der Auszubildenden, die im vergangenen Jahr ihre Ausbildung begonnen haben, der IG Metall beigetreten sind. In diesem Jahr solle verstärkt bei den Auszubildenden geworben werden.