Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel IFCO-Ansiedlung: Bürgerwille schließt sich Kritik an

Die Fläche, auf die das Logistikzentrum soll.
Die Fläche, auf die das Logistikzentrum soll.

Mit der IFCO Systems GmbH wird sich im Gewerbegebiet Dannstadt-Ost ein international tätiges Unternehmen ansiedeln. Bedenken und Kritik der Anwohner sowie der SPD-Fraktion im Ortsgemeinderat teilt der Verein Bürgerwille.

Die IFCO Systems GmbH bietet Mehrwegbehältnisse für Frischeprodukte im Lebensmittelbereich an. Nach eigenen Angaben besitzt sie Kunden in mehr als 50 Ländern und hat weltweit mehr als 325 Millionen solcher Behälter im Umlauf. Im Dannstadt-Schauernheimer Gewerbegebiet möchte sie ein Logistikzentrum errichten und hat dafür 41.500 Quadratmeter erworben. Das entspricht ungefähr einem Drittel der neuen Gewerbeflächen, die im ersten Bauabschnitt bereits erschlossen sind und im zweiten noch erschlossen werden.

Die Erschließungsstraße reicht im ersten Abschnitt momentan von der Straße Am Bocke bis zur Angelstraße. Ist der zweite Abschnitt in einigen Jahren fertig, wird sie bis zum Münchhof am südlichen Ortseingang führen und soll als alternative Route die Hauptstraße entlasten. Doch eben weil diese Zweite Verkehrsachse noch nicht komplett ist, fürchten die Anwohner der Angelstraße, des Viehbachwegs, der Industrie- und der Friedhofstraße, dass ein erheblicher Teil des zusätzlich entstehenden Verkehrs an ihren Häusern vorbeirollen wird. Diese Gefahr sieht auch Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU), obwohl sie betont, dass das Gewerbegebiet über den A61-Anschluss und die Riedstraße erreichbar ist. Um zu verhindern, dass Autofahrer auf andere Strecken ausweichen, möchte sie mit Verbandsbürgermeister Stefan Veth (CDU) ein Verkehrskonzept erstellen.

Verein Bürgerwille „entsetzt“

Über die Kritik am Verkehrsaufkommen hinaus bemängeln Bürger und die SPD-Fraktion im Rat, dass die IFCO-Ansiedlung bisher ausschließlich in den nichtöffentlichen Teilen der politischen Gremien beraten und erst bekannt wurde, nachdem schon alles entschieden war.

Dieser Kritik schließt sich der Verein Bürgerwille, der sich für Verkehrsentlastung im Ort einsetzt, in einer Stellungnahme an. „Wir sind entsetzt, dass erst jetzt, nachdem die Planung abgeschlossen sein soll und die Infrastruktur geschaffen wurde, über ein Verkehrskonzept nachgedacht wird“, schreibt der Vorstand. Zumal der Verein ein derartiges Konzept bereits seit Jahren und bisher vergeblich fordere. Dieses müsse ein Durchfahrtsverbot für Lkw umfassen, Voraussetzung hierfür sei eine funktionierende Ortsumfahrung. Bleibe also die Frage, wann der Lückenschluss bei der Erschließungsstraße erfolge. Der Bürgerwille-Vorstand bemängelt außerdem, dass die Bevölkerung nicht frühzeitig in die Planung einbezogen wurde.

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