Rhein-Pfalz Kreis Idee vom Nahwärmenetz ist gestorben

Placeholder-Image

Der Aufsichtsrat der Gemeindewerke hat entschieden: Der Pfalzring in Bobenheim-Roxheim wird nicht an ein Nahwärmenetz angeschlossen. „Es rechnet sich nicht“, fasst Geschäftsführerin Birgit Adrian die Gründe zusammen.

Derzeit gibt es nur einen Nahwärmeverbund, also ein Blockheizkraftwerk, das Rathaus, Feuerwehrhaus und bald das Caritas-Pflegeheim mit Wärme versorgt. Bei der Planung dafür kam vor etwa zwei Jahren im Gemeinderat (vor allem aus den Reihen von SPD und Grünen) die Idee auf, das System auf die umliegenden Häuser auszudehnen (wir berichteten mehrfach). Denn theoretisch könnte die im Heizkraftwerk erzeugte Wärme per Ringleitung auch in die Wohn- und Geschäftshäuser im Pfalzring gelangen. Dort wären dann keine eigenen Heizkessel mehr nötig. Um zu prüfen, ob ein Nahwärmenetz rentabel betrieben werden könnte, sollten die Eigentümer der betreffenden Immobilien befragt werden. Im März 2013 äußerte sich das von der Gemeinde mit einer Machbarkeitsstudie beauftragte Frankenthaler Ingenieurbüro Ebert optimistisch: „Laut Berechnungen wäre das Projekt wirtschaftlich. Nach 20 Jahren würde unterm Strich (...) ein Gewinn zwischen 190.000 und 420.000 Euro stehen“, zitierte die RHEINPFALZ die Ebert-Studie. Danach übertrug der Gemeinderat den Betrieb des kleinen Nahwärmeverbunds sowie eines etwaigen größeren Netzes den Gemeindewerken. Das Unternehmen befragte im vergangenen Jahr noch einmal selbst die Besitzer der großen Wohnobjekte im Pfalzring und stellte ihre eigene Kalkulation an. Geschäftsführerin Birgit Adrian: „Wir haben sechs Szenarien durchgerechnet, und keines war wirtschaftlich. Selbst wenn wir auf Gewinn verzichten würden, müssten wir von den Wärmeabnehmern einen Preis verlangen, der viel zu hoch wäre.“ Wieso das Ergebnis der Werke so ganz anders ausfällt als die Kalkulation des Ingenieurbüros kann Adrian nicht sagen. Vielleicht liege das an den Preisentwicklungen seitdem, wahrscheinlich aber auch daran, dass die Werke die Kosten für die bestehende Gasleitung im Pfalzring einbeziehen müssten. „Die müssten wir nämlich für alle Häuser, die nicht an die Nahwärme angeschlossen werden sollen, weiter betreiben.“ Es sei eben etwas anderes, ob man eine Blockheizkraftwerk mit Wärmeverbund im Bestand oder in einem neuen Baugebiet betreibe. Im Dezember haben die Werke den Gemeinderat nicht öffentlich darüber informiert, dass ihr Aufsichtsrat beschlossen hat, das Projekt nicht weiterzuverfolgen. Die dargelegten Zahlen seien für alle Fraktionen ernüchternd gewesen, berichtet Bürgermeister Michael Müller (SPD). Deshalb habe das Gremium das Ergebnis enttäuscht, aber zustimmend zur Kenntnis genommen. (ww)

x