DUDENHOFEN / RÖMERBERG RHEINPFALZ Plus Artikel Hundebesitzerin kritisiert geplante Leinenpflicht

Will keine generelle Leinenpflicht: Erika Gödel aus Dudenhofen mit Therapiebegleithund Sissi.
Will keine generelle Leinenpflicht: Erika Gödel aus Dudenhofen mit Therapiebegleithund Sissi.

Der Fall eines Mannes, der im Wald zwischen Hanhofen und Dudenhofen zwei Mal vom selben Hund attackiert worden war, hat über die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen hinaus für Gesprächsstoff gesorgt. Gegen Pläne für eine Leinenpflicht gibt es Widerstand von Hundehaltern.

Auch der Rundfunk hat sich der Geschichte der zweifachen Hundeattacke angenommen, nachdem sie am 29. September in der RHEINPFALZ stand. In dem Beitrag hieß es auch, dass möglicherweise eine Leinenpflicht auch für Außenbereiche in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen kommen soll. Das wiederum hat Hundehalterin Erika Gödel aus Dudenhofen gehört und sich darüber geärgert.

„Als Hundeführerin eines Therapiebegleithundes lehne ich eine generelle Leinenpflicht grundsätzlich ab“, sagt Gödel. Die Dudenhofenerin besitzt einen fünf Jahre alten goldenen Labrador namens Sissi. „Eine artgerechte Haltung eines Hundes ist ohne Freilauf nicht möglich“, findet sie. „Da es in den sechs Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde keine ausgewiesenen Freilaufflächen gibt, muss der Hundebesitzer seinen Hund auch ableinen dürfen.“ Zur sinnvollen Hundebeschäftigung im Freien gehörten auch Abruf- und Dummytraining – Übungen, die bei permanentem Leinenzwang nicht möglich seien. „Hundebesitzer, die sich, wie ich, mit ihrem Hund in sozialen Bereichen engagieren, werden in den Gebieten Ausbildung, Inübunghaltung und Weiterbildung ihres Hundes stark eingeschränkt“, sagt Erika Gödel. Die Dudenhofenerin arbeitet in einer psychiatrischen Einrichtung, wo sie auch ihren Therapiehund einsetzt. Auch Schulen, Alters- und Pflegeheime oder Hospize seien mögliche Einsatzgebiete für ein Tier wie das ihre. „Um mit einem Therapiebegleithund arbeiten zu können, muss er bei Bedarf auch ohne Leine führbar sein“, findet Gödel.

Ausnahmen gefordert

Die Dudenhofenerin fordert daher, dass zumindest Besitzer eines Hundes mit Begleithundeprüfung von einer eventuellen allgemeinen Anleinpflicht ausgenommen werden. Dabei könnte die Verbandsgemeinde eine Übergangsfrist einräumen, bis zu welchem Termin eine solche Prüfung abgelegt sein muss. Die gleiche Regelung sollte ihrer Ansicht nach für Inhaber eines Sachkundenachweises für Hunde gelten. Gödel gibt zu, dass es, wie in anderen Bereich auch, „wenige Fälle“ gebe, die „extrem aus dem Rahmen fallen“. „Hier muss das Ordnungsamt hart durchgreifen“, sagt sie. „Wenn allerdings das Gros der Hundebesitzer wegen Einzelfällen einer Kollektivstrafe unterzogen wird, so ist dies ein überzogener Eingriff in die Freiheitsrechte.“

Bald Thema im Rat

Dass eine allgemeine Leinenpflicht Gegenstand von Beratungen im Verbandsgemeinderat werden soll, bestätigt Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU). Ein solches Gebot sei schon einmal diskutiert, aber damals als nicht notwendig erachtet worden. Jetzt – auch aufgrund des jüngsten RHEINPFALZ-Berichts – sieht Scharfenberger aber „den Zeitpunkt gekommen“, das Thema noch einmal anzugehen. Noch in diesem Jahr soll im Rat über eine Gefahrenabwehrverordnung für die Verbandsgemeinde gesprochen werden. Zuvor soll sich der Hauptausschuss noch mit dem Thema befassen. Bei der Diskussion sollen auch die Argumente von Erika Gödel berücksichtigt werden. „Wir werden das Für und Wider in die Diskussion einbeziehen“, kündigt Scharfenberger an. Ob es Ausnahmen von der Leinenpflicht geben wird und wie diese aussehen, lasse sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Scharfenberger selbst ist übrigens nach eigenen Angaben noch nicht von einem Hund attackiert worden. „Ich denke, Beißattacken sind hier eher die Ausnahme“, sagt er. Gleichwohl halte er eine Gefahrenabwehrverordnung für sinnvoll. „Sie zu haben tut nicht weh“, argumentiert er.

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