Gartenolympiade RHEINPFALZ Plus Artikel Hobbygärtner aufgepasst: Es geht wieder los

Bereits mehrfach ausgezeichnet: Günter Reiland aus Otterstadt, hier mit seiner Riesen-Zucchini, die 2016 prämiert wurde.
Bereits mehrfach ausgezeichnet: Günter Reiland aus Otterstadt, hier mit seiner Riesen-Zucchini, die 2016 prämiert wurde.

Schneller, höher, stärker ist das Motto der Olympischen Spiele, die am Freitag in Tokio beginnen. Bei der RHEINPFALZ-Gartenolympiade geht es um Größe, Gewicht, Exotik und Kuriosität. Bis Ende Oktober sucht die Lokalredaktion Speyer außergewöhnliches Obst und Gemüse.

Die RHEINPFALZ-Lokalredaktion erreichen immer wieder E-Mails mit Fotos von kurios gewachsenem, besonders großem oder schwerem Obst und Gemüse, auf das Hobbygärtner stolz sind. Sie können sich auch dieses Jahr wieder besonders ins Zeug legen und ihre Pflanzen hegen und pflegen – mit Dünger und viel Hingabe. Denn wenn sich Sportlerinnen und Sportler beim weltweit größten Sportereignis um Goldmedaillen duellieren, findet auch traditionell die Gartenolympiade der Speyerer Lokalredaktion statt. Es ist bereits die neunte Auflage.

Beim letzten Mal zeigten im Jahr 2016 37 Gartenfreunde, was zwischen Juli und Oktober in ihrem Garten auf besondere Weise gedeiht ist. In der Kategorie „Superlativ“ siegte Günter Reiland aus Otterstadt – erfahrener Gartenolympiade-Teilnehmer und mehrfacher Gewinner – mit einer Riesen-Zucchini. Das Gewächs brachte 35 Kilogramm auf die Waage und war 85 Zentimeter groß. Familie Hinssen aus Speyer wurde in der Kategorie „Exotisch“ prämiert. Sie bauten Maracuja-Pflanzen und Kakis in ihrem Garten an. Ein „Kohlrabi mit Kindern“ von Gotthard Eulitz aus Otterstadt, ein „herziger Popo-Apfel“ von Peter Uhrig aus Speyer und eine Dreier-Birne von Günter Schneeweiß aus Otterstadt wurden in der Kategorie „Kurios“ ausgezeichnet.

Gartenexperten küren Sieger

Über die Platzierungen in den drei Kategorien entscheidet eine Jury aus Gartenexperten. Dieser gehören auch dieses Jahr wieder Gerhard Hoffmann vom Obst- und Gartenbauverein Harthausen sowie Gerhard Birkle, der seit 18 Jahren dem Spargel- und Gartenbauverein Dudenhofen vorsteht, an. Neu in der Jury sind Ralf Gaggermeier und Edgar Weick. Der 61-jährige Weick ist seit sieben Jahren Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Waldsee und Nachfolger von Edgar Sternberger. Gaggermeier steht als Nachfolger von Guido Heil seit sechs Jahren dem Obst- und Gartenbauverein Heiligenstein vor und ist stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine im Rhein-Pfalz-Kreis.

Für Hobbygärtner sei dieses Jahr eine Herausforderung, berichtet der Harthausener Gerhard Hoffmann, der sich auf die Einsendungen der RHEINPFALZ-Leser freut. Er geht davon aus, dass aufgrund der feuchten Witterung vor allem Gurken und Kürbisse recht gut gedeihen werden. Allerdings müsste die Bodentemperatur noch etwas wärmer sein, damit das Wachstum gefördert werde, weiß der 71-jährige Gartenfachmann. „Wer seine Werkstatt unter dem Himmel hat, muss die Gegebenheiten nehmen, wie sie sind“, lautet das Motto des Harthauseners, der seit mehr als 20 Jahren dem örtlichen Obst- und Gartenbauverein vorsteht.

Während das durchwachsene Wetter den einen Pflanzen zusetzt, profitieren andere davon. Das hat auch der Waldseer Edgar Weick dieses Jahr in seinem Garten beobachten können. Die Erdbeeren seien aufgrund der Nässe sehr schlecht, „Zwiebeln und Karotten gedeihen dagegen prächtig“, sagt der 61-Jährige. Auch die Apfelbäume hätten viele Fruchtansätze, die Blüten seines Pfirsichbaums seien dagegen an den paar Tagen, an denen es im Frühjahr noch einmal kalt wurde, erfroren. Zucchini und Tomaten, die aufgrund der Witterung in ihrem Wachstum ausgebremst worden seien, holten nun wieder auf, sagt Weick.

Tipps von den Experten

„Wasser ist dieses Jahr das Thema“, sagt auch Ralf Gaggermeier. Den vielen Regen über einen langen Zeitraum bezeichnet der Gartenfachmann eigentlich als optimal. „Aber man muss sich kümmern“, weiß der 58-Jährige. Mit kümmern meint Gaggermeier, dass Hobbygärtner darauf achten müssen, dass die Früchte von wasserliebenden Pflanzen wie Melone, Aubergine und Kürbis nicht im Nassen liegen, da sie sonst faulen. Er empfiehlt Stroh und Rindenmulch als Unterlage.

Gerhard Birkle kümmert sich gemeinsam mit seiner Frau Lilli um den heimischen Garten und hat Tipps parat, wie das Gemüse besonders gut wächst. Der 71-Jährige arbeitet Kompost und Hornspäne in die Erde ein, damit sich Gurken, Zucchini, Tomaten und Bohnen prächtig entwickeln. Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel kommen bei ihm nicht zum Einsatz. Stattdessen rührt Lilli Birkle eine Brühe mit Brennnesseln an, mit der die Pflanzen gegossen und zu Höchstleistungen animiert werden.

Mit diesen Tipps lässt sich doch etwas anfangen. Nun wünschen wir Ihnen viel Freude beim Gärtnern und freuen uns auf Ihre Einsendung von kurios gewachsenem, schwerem, großem oder exotischem Obst und Gemüse.

Aufruf

Egal ob lange Bohnen, riesige Kürbisse oder Bananenstauden, schwere Zitronen oder Tomaten mit lustiger Form – bei der neunten RHEINPFALZ-Gartenolympiade ist alles möglich. Wer mitmachen möchte, meldet sich unter 06232 130742 oder per E-Mail an redspe@rheinpfalz.de und gibt seinen Namen, den Wohnort und eine Telefonnummer an. Außerdem soll beschrieben werden, um welches Obst, Gemüse oder welche Pflanze es sich handelt und was das Besondere daran ist. Auszeichnungen gibt es in den Kategorien „Superlativ“, „Kurios“ und „Exotisch“. Die Siegerinnen und Sieger bekommen eine Urkunde und ein RHEINPFALZ-Überraschungspaket. Für die Erstplatzierten jeder Kategorie gibt es zusätzlich noch einen Gartencenter-Gutschein.

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