Rhein-Pfalz Kreis Hilfe für den Harderhof

50 junge Männer sind in Flüchtlingsunterkunft am Harderhof untergebracht. In der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim sind es
50 junge Männer sind in Flüchtlingsunterkunft am Harderhof untergebracht. In der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim sind es insgesamt 300 Menschen.

«Dannstadt-Schauernheim.» Zwei Sozialpädagogen des Caritas-Zentrums Speyer sollen die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim in der Flüchtlingsarbeit entlasten. Es geht vor allem um die Unterkunft am Harderhof. Dort gab es zuletzt Probleme mit zwei Asylbewerbern – die bisherige Sozialarbeiterin hatte gekündigt.

Die Schwierigkeiten in der Asylbewerberunterkunft am Harderhof begannen, als vor einigen Monaten zwei chronische Unruhestifter dort ankamen. Laut Gerhard Schaa, Ordnungsamtsleiter der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, hat das Duo den anderen Flüchtlingen das Leben schwer gemacht. Die Polizei war regelmäßiger Gast, der Sicherheitsdienst fuhr auch in der Nacht Streife. Einer der beiden hat den Hof inzwischen verlassen. Die Unruhen seien auch der Grund dafür gewesen, dass die Sozialarbeiterin, die die Unterkunft bisher betreute, im Sommer gekündigt hat. Zwei Sozialpädagogen des Caritas-Zentrums Speyer, Ana Dovio-Geiger und Jack Catarata, besetzen nun die Stelle. Seit Anfang des Monats haben sie eine volle Stelle, zuvor waren sie stundenweise vor Ort. „Wir sind zuversichtlich, dass uns die beiden mit ihrer Erfahrung und ihren Netzwerken sehr gut unterstützen können“, sagt Bürgermeister Stefan Veth (CDU). Die Pädagogen sollen den Flüchtlingen helfen, ihre Tage zu strukturieren. „Kochen, Wäsche waschen, die Unterkunft sauber halten und Ähnliches“, sagt Veth. Gleichzeitig gibt es in der Verbandsgemeinde neben den 50 jungen Männern im Harderhof noch rund 250 weitere, teilweise anerkannte Flüchtlinge. Auch hier gebe es noch Gesprächsbedarf. Es geht um weitere Sprachförderung, Integration der Kinder in der Schule und den Kindertagesstätten, die Suche nach einem Arbeitsplatz oder um die Beratung schwangerer Frauen. „Wir haben da als Caritas natürlich Netzwerke und Partner und können auf die weiteren Angebote in unserem Caritas-Zentrum verweisen“, sagt der Leiter des Caritas-Zentrums Speyer, Pascal Thümling. Dort halte man unter anderem allgemeine Sozialberatung, Schwangerschaftsberatung und Ehe-, Erziehungs- und Lebensberatung vor. Die zwei Sozialpädagogen des Caritas-Zentrums Speyer kommen aus der Migrations- und Integrationsberatung und haben beide selbst einen Migrationshintergrund. Jack Catarata kommt von den Philippinen, Ana Dovio-Geiger aus Spanien. Beide sprechen mehrere Sprachen und seien sehr erfahren in der Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund und mit Ehrenamtlichen. Denn auch darum geht es: Wenn engagierte Ehrenamtliche kräftemäßig an ein Limit kommen, oder bei der Begleitung der geflüchteten Menschen im Umgang mit dem Jobcenter spezifische Fragen auftauchen, könne man sich jetzt auf die Kompetenz der Caritas-Mitarbeiter verlassen. „Wir bieten dazu regelmäßige Schulungen für Ehrenamtliche an“, sagt Thümling. Man könne die ehrenamtlich Engagierten aus der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim da gut einbinden, ist er überzeugt. „Die Arbeit mit und für geflüchtete Menschen in unserer Verbandsgemeinde und auf dem Harderhof läuft gut“, sagt Schaa. Dass es bei der Betreuung und Integration von mittlerweile über 300 Menschen gelegentlich Herausforderungen gebe, sei ganz normal.“ Man habe jetzt mit der Caritas einen Partner mit im Boot, der eine qualitative Verbesserung der Netzwerkarbeit sowie Begleitung und Betreuung sowohl der Flüchtlinge als auch Ehrenamtlicher möglich mache. Dennoch hofft er, „dass die Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge so ausfällt, dass auch der zweite Störer den Hof verlassen wird“.

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