Rhein-Pfalz Kreis Herzenssache Heilsbach
«Otterstadt/Schönau.» Seit dem 1. Juni leitet ein Otterstadter die Stiftung für die Bildungs- und Freizeitstätte Heilsbach in Schönau in der Südwestpfalz als neuer Vorsitzender des Stiftungsrats: Erich Schlick will die Einrichtung, über deren Schließung immer wieder diskutiert wurde, fit für die Zukunft machen.
Erich Schlick folgt auf den Speyerer Pfarrer Friedrich Mohr nach, der die Stiftung seit 2014 geleitet hatte. Schlick ist 1952 in Dahn geboren und aufgewachsen. Der Mediziner lebt mit seiner Frau in Otterstadt, hat zwei erwachsene Kinder. Von Beruf ist Schlick Facharzt für Pharmakologie und Professor für Immunpharmakologie an der Universität Heidelberg. Einen Teil seines Berufslebens arbeitete er als Arzt an der Universität Heidelberg und am Amerikanischen Krebsforschungszentrum Bethesda in Washington DC sowie 15 Jahre bei der BASF Pharma/Knoll AG. In dieser Zeit war er zehn Jahre lang Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Entwicklung neuer Arzneimittel. Als einer von wenigen europäischen Arzneimittelwissenschaftlern war er in den 1990er Jahren an der Entwicklung des Medikaments „Humira“ beteiligt, das bei rheumatischen Erkrankungen und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt wird. Seit 2005 ist er Teilhaber bei Wellington Partner München, einer Investmentfirma, die hauptsächlich in medizintechnische Betriebe investiert. Obwohl er das Ruhestandsalter erreicht hat, arbeitet Schlick an zwei Tagen die Woche weiter in der Firma. „Zu Hause sitzen und Däumchen drehen ist nicht meine Sache“, sagt der 67-Jährige. Zeit seines Lebens ist er kirchlich engagiert. In seiner Jugend war er im BDKJ aktiv. Seit über zehn Jahren ist er in Otterstadt Mitglied im Verwaltungsrat der Pfarrei und der Sozialstation Limburgerhof. Durch sein Engagement kam er mit dem Bischöflichen Ordinariat in Kontakt und wurde angesprochen, ob er sich vorstellen könne, den Vorsitz im Stiftungsrat zu übernehmen. Er konnte. „Ich engagiere mich in Kirche und Gesellschaft, weil es mir ein Bedürfnis ist, etwas von dem zurückzugeben, was ich im Leben geschenkt bekam.“ Die Heilsbach fit für die Zukunft zu machen, ist ihm ein Herzensanliegen: „Wir müssen die Übernachtungszahlen steigern, um in ein paar Jahren auf eigenen Füßen stehen zu können.“ Eine kurzfristige Schließung der Einrichtung und die Diskussion darüber seien auf jeden Fall vom Tisch, stellt er fest; das habe man ihm in Speyer zugesichert. Auch die Zuschüsse werden weiter fließen. Laut Bistums-Pressestelle gibt es derzeit einen Zuschuss von 200.000 Euro pro Jahr. Zu den ersten Dingen, die Schlick angehen will, gehört die Internetpräsenz – „man findet die Heilsbach nur, wenn man gezielt nach ihr sucht, das muss sich ändern“. Neue Besucherkreise müssten erschlossen werden – auch solche, die nicht so nah an der Kirche dran sind. „Ich habe großes Interesse im Bereich Medizinethik, vielleicht könnte das auch ein Thema sein, wo sich etwas entwickelt“, meint er. Auch Familien sind ihm wichtig. Zu seinen ersten Amtshandlungen werden Gespräche mit Bewerbern für die Stelle des leitenden Mitarbeiters zählen. „Hier braucht es auf jeden Fall jemanden mit Ideen und der Fähigkeit, Neues für das Haus zu entwickeln“, sagt Schlick, „da müssen wir zusammenarbeiten, das kann einer nicht alleine“. Dass es nicht einfach sein wird, ist ihm bewusst. „Aber wenn man sieht, dass was Gutes dabei rauskommt, ist das eine gute Sache.“