Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Helfer schmücken Osterbrunnen

Schmücken den Waldseer Osterbrunnen: freiwillige Helfer unter Anweisung von Edgar Weick (links auf der Leiter).
Schmücken den Waldseer Osterbrunnen: freiwillige Helfer unter Anweisung von Edgar Weick (links auf der Leiter).

Eine langjährige Tradition in Waldsee lebt wieder auf. Rechtzeitig zum Palmsonntag ist der Sandsteinbrunnen am Partnerschaftsplatz wieder in einen Osterbrunnen verwandelt worden. Eine Initiative der Bürgerstiftung macht’s möglich.

Die Idee dazu brachte Edgar Sternberger, der ehemalige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Waldsee, von einer Reise in die Fränkische Schweiz mit. Dort werden die Brunnen in vielen Dörfern zur Osterzeit mit Aufbauten aus grünen Girlanden und Ostereiern geschmückt. 1991 haben Helfer des Vereins erstmals auch in Waldsee ein solches Brunnenkunstwerk mit tausenden, zum Teil handbemalten Eiern errichtet. Von da an war der Osterbrunnen auf dem Partnerschaftsplatz jedes Jahr ein Ziel für Besucher aus der ganzen Region. Eingeweiht wurde der Brunnen mit einem Fest am Palmsonntag. Das fand 2015 zum letzten Mal statt, denn für den Verein wurde es immer schwerer, Helfer zu finden. Zwei Jahre später wurde der Osterbrunnen dann aus demselben Grund zum letzten Mal unter der Regie des Obst- und Gartenbauvereins aufgebaut.

Künstliches Grün erspart Arbeit

„Wir wollten den Brauch kurz vor Corona reaktivieren“, berichtet Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU). Zusammen mit den Mitarbeitern des Bauhofs habe sie schon die vom OGV aus Draht und Montageschaum gefertigten Konstruktionen für die Krone gesichtet, doch dann habe die Pandemie weitere Aktionen verhindert. Nun hat sich Elke Becker von der Bürgerstiftung Waldsee bereiterklärt, die Organisation des Brunnenaufbaus in Abstimmung mit dem Obst- und Gartenbauverein zu übernehmen. „Claudia Klein und ich hatten den gleichen Gedanken: Es wäre schön, wenn es wieder einen Osterbrunnen gibt“, erzählt Elke Becker. Aus genau diesem Grund hätten sich auch weitere Helferinnen nach einem Aufruf im Amtsblatt gemeldet.

Der Brunnen soll so aussehen wie immer. Aus der Nähe betrachtet wird es aber einen kleinen Unterschied geben. „Wir haben es uns nicht zugetraut, das Gerüst mit echtem Koniferengrün zu schmücken“, erzählt Klein. Denn für diese Arbeit haben sich die Helfer des OGV in der Vergangenheit meist eine ganze Woche jeden Abend getroffen, und es sei immer schwerer geworden, Material zu bekommen. Stattdessen wird es künstliches Grün geben, das die Frauen zusammen mit Edgar Weick, dem aktuellen Vorsitzenden des OGV, und Bauhofleiter Sven Hosenmann am Gerüst befestigt haben. „Das hat gerade mal zwei Stunden gedauert“, verrät Elke Becker. Dort soll es dann auch bleiben, sodass diese Arbeit in Zukunft nicht mehr anfällt. Am Samstag haben sich dann weitere Helfer am Brunnen getroffen, um die Ketten mit den Eiern zu befestigen. Ein Osterbrunnenfest wird es in diesem Jahr noch nicht geben, doch in Zukunft könnte auch dieser Brauch wieder aufleben, hoffen Klein und Becker.

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