Rhein-Pfalz Kreis „Heizung wichtiger als Grillhütte“

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DIRMSTEIN. Kürzlich ist im Dirmsteiner Gemeinderat die Planung für die lang gewünschte Grillhütte vorgestellt worden (wir berichteten). Das Projekt ärgert eine Dirmsteinerin, weil für die Erneuerung der alten Heizung im Gemeindekindergarten offenbar kein Geld da sei. Die provisorische neue Gruppe, die im Februar in der Kita eröffnet wird, werde in einem Raum ohne funktionierenden Heizkörper eingerichtet. Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG) widerspricht: Anfang Januar würden drei moderne Heizgeräte installiert.

Heidrun Mayer, die das Kitagebäude seit ihrer Kindheit kennt und deren Enkelkind dort betreut wird, hat die Welt nicht mehr verstanden, als sie in der RHEINPFALZ las, dass der Bau der Grillhütte an der ehemaligen Kläranlage rund 100.000 Euro kosten wird. „Selbst wenn sich ganz viele Ehrenamtliche und Spender einbringen, muss die Gemeinde sicher trotzdem noch mindestens 50.000 Euro ausgeben“, sagt sie. Dabei sei der Renovierungsbedarf in der Kita Himmelszelt doch viel wichtiger. „Seit Oktober weiß die Gemeinde, dass dort wegen des Betreuungsanspruchs von unter Zweijährigen im neuen Jahr eine neue Gruppe eröffnet werden muss“, berichtet die Dirmsteiner Großmutter. Aber an der störanfälligen Heizungsanlage mit Nachtspeicheröfen aus den 60er-Jahren werde nichts gemacht. „Es kann doch nicht sein, dass die Kinder sich mit dicken Jacken in ihrem Spielraum aufhalten, weil die Heizung nicht funktioniert.“ Dem Gemeinderat ist das Problem wohlbekannt. Deshalb stand im Haushaltsplan für dieses Jahr anfänglich auch Geld, um eine neue Heizung zu finanzieren. Dieses Vorhaben wurde kürzlich aber ins neue Haushaltsjahr verschoben (wir berichteten). Bürgermeister Eberle erklärt, warum: „Die neue Kitagruppe ist provisorisch. Das heißt, in anderthalb Jahren könnte der Betreuungsbedarf schon wieder ganz anders aussehen und die Gruppe wieder geschlossen werden.“ Für ein Provisorium habe man aber keine Rieseninvestition mit Umbau tätigen wollen. Außerdem: „Die Nachricht, dass wir eine neue Gruppe aufmachen müssen, kam im Oktober, zu Beginn der Heizperiode, während der so ein Heizungsaustausch bei laufendem Betrieb schlecht möglich ist“, sagt Eberle. Eine mollig-warme Lösung sei trotzdem gefunden worden. „Vor Weihnachten wurde ein ganz moderner Infrarot-Heizstrahler erprobt, der eine richtig gute Wärme erzeugt“, berichtet der Bürgermeister. Die Erzieherinnen seien sehr zufrieden damit. „Und in der zweiten Januarwoche sollen insgesamt drei solcher Radiatoren installiert werden. Dann sehen wir, ob das klappt und wie das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist.“ Eberle hält es durchaus für möglich, dass die mit Strom betriebenen Heizplatten in Verbindung mit einer Nachtspeichertechnik effizienter sind als die jetzigen Heizkörper. Jedenfalls bestehe im Moment kein Grund, größere Investitionen übers Knie zu brechen. Im Gemeinderat hatte Eberle argumentiert, dass es bei einer etwaigen baulichen Erweiterung des Kindergartens Zuschüsse geben könne, und zwar auch für eine neue Heizung. Was den Umbau des ehemaligen Betriebshäuschens der Verbandsgemeindewerke zur Grillhütte betrifft, will der Ortschef Heidrun Mayer ebenfalls beruhigen: „Wir sind da zeitlich nicht unter Druck. Es kann noch zwei, drei Jahre dauern, bis die Hütte fertig ist. Wir wollen nur bald erste Hand anlegen, weil das Dach undicht ist.“ Die im Haushalt 2013/14 eingestellten Mittel sollen jetzt wenigstens dafür ausgegeben werden, schon mal das geplante große Dach zu bauen, damit das Häuschen nicht weiter Schaden nimmt. (ww)

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