Rhein-Pfalz Kreis Harmonie gesucht
Die Verkehrsbelastung betrifft nicht nur die Hauptstraße, sondern alle Durchgangsstraßen. Um die Wohnqualität in diesen Straßen zu verbessern, müssen wir dringend handeln. Aber auch für unsere Fußgänger wie unsere Schulkinder und unsere Radfahrer müssen wir die Sicherheit erhöhen. Straßen verschwenken, der Einbau unterschiedlicher Straßenbeläge nach Farbe und Material, Grün an den Straßenrändern und eine neue Verkehrsführung gehören zu den Mitteln moderner Verkehrsberuhigung. Hier hat sich in Fußgönheim in den letzten 20 Jahren leider sehr wenig getan. Hierfür will ich professionelle Planer hinzuziehen. Susanne Weiler-Kautz: Ich möchte Tempo 30 weiter ausbauen. Wir müssen eine Verkehrsreduzierung durch eine teilweise Ortsumgehung schaffen. Durch den Pfalzmarktweg wurde der landwirtschaftliche Verkehr zum großen Teil umgeleitet, aber das genügt nicht. Fußgönheim hat einen unter Schutz stehenden historischen Ortskern, für den auch das Land finanzielle Hilfen gewährt. Deshalb möchte ich erneut einen Antrag an das Land stellen, dass Fußgönheim keine Umleitungsstrecke mehr ist, wenn es auf den Autobahnen ringsum Staus gibt. Allerdings ist mir bewusst, dass fast alle Durchgangsstraßen Landesstraßen sind, und der Landesbetrieb Mobilität das letzte Wort hat. Jochen Schubert: Die Verkehrsbelastung der Hauptstraße lässt sich ohne tiefgreifende Änderungen der Verkehrsführung in Fußgönheim nicht mehr wesentlich reduzieren. Durch den Pfalzmarktweg wurde die Belastung durch landwirtschaftliche Fahrzeuge spürbar reduziert. Eine weitere Reduzierung der Verkehrsbelastung der Hauptstraße ist nur durch ein Verkehrskonzept, etwa eine Einbahnstraßenregelung und Verlagerung des Verkehrs möglich. Das ist mit den Behörden zu erarbeiten und mit den Bürgern umzusetzen. Wie wollen Sie im Ortsgemeinderat ein „Miteinander“ statt eines „Gegeneinanders“ schaffen? Seifert-Leschhorn: Auch unter Fußgönheimer Ratsmitgliedern gibt es heute schon ein „Miteinander“. Schließlich wohnen wir alle im selben Ort, sind in denselben Vereinen und pflegen parteiübergreifende Freundschaften. Als Ortsbürgermeisterin will ich Politik für Fußgönheim und keine Parteipolitik machen. Eine neutrale und sachliche Amtsführung ist für mich Ehrensache. Wichtig ist mir, offen zu diskutieren, ohne die Dinge zu zerreden. Was einmal gemeinsam entschieden ist, will ich zügig umsetzen und nicht im Sande verlaufen lassen. Weiler-Kautz: In unserem Vier-Generationen-Haus diskutiert meine Familie sehr viel miteinander, um die beste Lösung zu finden. Diesen Ansatz möchte ich gerne im Rat fortsetzen: Überzeugen durch sachbezogene Arbeit, alle Vorschläge anhören, um gemeinsam die beste Lösung für den Ort zu finden. Schubert: Ein „Miteinander“ ist am ehesten zu erreichen, in dem man zuhört und Vorschläge ernsthaft behandelt und sie nicht zerpflückt. Wesentlich ist, wie man miteinander umgeht, persönliche Differenzen und Befindlichkeiten haben die Sachentscheidung nicht zu beeinflussen. Dementsprechend sollten Sitzungen der Ausschüsse und des Gemeinderats geleitet und geführt werden. Ortsbürgermeisterin Marie-Luise Klein (SPD) ist bislang damit gescheitert, wieder einen Arzt in Fußgönheim anzusiedeln. Wie wollen Sie die Versorgung sicherstellen? Seifert-Leschhorn: Da der Trend zu Gemeinschaftspraxen geht, haben wir als CDU einen Antrag gestellt, das Gebiet zwischen RHB und Aldi zu erschließen. Dort haben wir mittelfristig einen Standort für ein Ärztehaus. Kurzfristig will ich mich dafür einsetzen, dass Ideen wie eine mobile Arztpraxis oder eine Zweigstelle einer anderen Praxis durchdacht werden. Weiler-Kautz: Das Thema „Arzt in Fußgönheim“ ist sicherlich eines der wichtigsten Themen, das die Fußgönheimer Bürger beschäftigt. Deshalb sollten wir die Rahmenbedingen schaffen, so dass eine Arztpraxis entstehen kann, nämlich Räumlichkeiten bereitstellen! Wir sollten die Praxis gemeinsam mit dem Arzt planen und ihn mit allen Kräften unterstützen. Zudem ist der Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung und dem Zeropraxen Verbund wichtig Schubert: Das kann ich nicht sicherstellen. Es wird bereits alles, was in den Möglichkeiten einer Ortsgemeinde steht, getan, um Anreize zu schaffen, damit sich ein Arzt in Fußgönheim niederlässt. Die derzeitige Situation lässt mir jedoch nur wenig Hoffnung. Durch Erschließung von neuen Wohngebieten könnte ein Ärztehaus oder einen Praxisverbund entstehen. Ich werde versuchen, mit den Ärzteverbänden Gespräche zu führen und weiter am Ball bleiben. Wo sehen Sie Fußgönheim in fünf Jahren? Was ist Ihre Vision für den Ort? Seifert-Leschhorn: Gemeinsam mit unseren Bürgern will ich Fußgönheim wieder zu alter Stärke führen. Unser Ort muss wieder als Zentrum wahrgenommen werden, das alles bietet, was wir zum Leben brauchen und was es angenehm macht. Je mehr wir im Ort erledigen, umso mehr Leben bleibt in unserem Ort. Einwohnerversammlungen haben die Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungen sichergestellt. Neue Wohngebiete sind in Planung, damit unsere Kinder in Fußgönheim wohnen bleiben können. Auch unserem starken Gewerbe bieten wir in Fußgönheim weiterhin einen attraktiven Standort. Umgekehrt bietet unser Gewerbe Arbeitsplätze und zahlt Steuern. Für die Versorgung im Ort mit Lebensmitteln, Post, Banken und Geschäften haben wir es geschafft, einen Platz zu entwickeln, an dem sich mehrere Geschäfte ansiedeln können und der auch Parkplätze bietet. Weiler-Kautz: Ich möchte Fußgönheim zu einer modernen, zukunftsorientierten Gemeinde weiter entwickeln. Hierzu ist es nötig, im Energiebereich auf erneuerbare Energien zu setzen. Wir planen weitere Gewerbeansiedlungen und Wohngebiete. Bezahlbarer Wohnraum wird immer wichtiger und muss berücksichtigt werden. Fußgönheim soll attraktiv werden für junge Familien. Dazu gehören: Grundschule, Kita, Tagesmütter, Freizeitangebote in Vereinen. Die Verkehrsanbindung für den öffentlichen Nahverkehr soll optimiert werden. Fußgönheim muss Haltepunkt für alle Bahnen sein! Mein Traum ist ein Mehrgenerationenpark für Jung und Alt. Das verbindet und fördert geistige und körperliche Gesundheit ohne Altersbeschränkung. Schubert: Wohin Fußgönheim entwickeln? Zu einem Ort mit mehr Wohn-, und Einkaufsmöglichkeiten, guter Infrastruktur und verbessertem Öffentlichen Nahverkehr. Ich möchte das Verständnis füreinander sowie das Miteinander der Menschen verbessern. Eine finanzielle Entlastung für übertragene Aufgaben durch den Bund, das Land, sowie Kreis und Verbandsgemeinde muss erfolgen. Immer weitere Aufgaben werden den Ortsgemeinden übertragen, doch eine Kostenbeteiligung bleibt aus. Wenn es nicht gelingt, Wohnraum zu schaffen und keine Finanzmittel verfügbar sind, ist es sehr schwer, unsere Gemeinde weiterzuentwickeln. Keine leichte Aufgabe für die nächsten Jahre.