Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Gute Laune und Grillwurst: Was Blutspenden so reizvoll macht

Kurze Auszeit für den guten Zweck.
Kurze Auszeit für den guten Zweck.

Zugegeben, dieser Beitrag kommt etwas spät. Der Weltblutspendetag war am 14. Juni, da hätte man für die gute Sache werben können statt erst jetzt. Ohne dass gesunde Menschen etwas von ihrem Blut abgeben, könnten bestimmte Operationen und Chemotherapien nicht stattfinden, könnten Herzmedikamente nicht hergestellt und Unfallopfer nicht versorgt und gerettet werden. Am 14. Juni hat deshalb das Deutsche Rote Kreuz (DRK) allen Spendern den roten Teppich ausgerollt. Das kann man auf der Internetseite des DRK-Blutspendedienstes West lesen.

Dort steht auch, es gebe einen akuten Mangel an Blutkonserven, denn nur etwa drei Prozent der Menschen in Deutschland gingen zu den Terminen der Blutspendedienste. Andere behaupten, die Versorgungslage sei gut, das DRK als Marktführer auf dem Blutkonservenmarkt wolle bloß Geld verdienen und speise die Spender mit ein paar Drinks und Snacks ab.

Dieser Beitrag will nicht sagen, wer recht hat, sondern den Blick auf die Rotkreuzler an der Basis richten, die ihre Zeit, Kraft und gute Laune geben, um die Blutspendetermine vor Ort zu realisieren. So wie die Ehrenamtlichen des DRK Lambsheim-Heßheim vergangene Woche in Großniedesheim. Die dortige Friedenshalle ist einer von drei Standorten des Blutspendedienstes West in der Verbandsgemeinde. Die Termine in der Lambsheimer Schule sind fast schon Kult, die im Heßheimer Bürgerhaus müssen sich noch herumsprechen.

Viele Ältere dürfen nicht mehr

Der Großniedesheimer Alfred Staats engagiert sich schon eine halbe Ewigkeit fürs Rote Kreuz und für die Spendetermine, auch wenn er selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitmachen darf. So wie ihm gehe es vielen älteren Stammspendern, „und es kommen halt nicht genug Junge nach“, meint er. Auf der anderen Seite: Der Standort Heßheim kam neu hinzu, weil die beiden anderen in der Regel bis zur Kapazitätsgrenze gut besucht sind.

Wer als Spender genau hinsieht, hinhört und in sich hineinspürt, bemerkt die besondere Atmosphäre dieser Veranstaltungen. Es ist, als ob die routinierten, aber überaus freundlichen und mit Scherzen nicht sparsamen Helfer von der Anmeldung übers Arztgespräch und die Blutentnahme bis zum Getränkestand dem Spender eine angenehme kleine Auszeit bieten wollten. So ist es tatsächlich: Man hält einmal inne, fühlt sich umsorgt und beschwingt, wenn man es wieder einmal auf die Liege geschafft hat und mit der Hand pumpt, damit der Lebenssaft gut fließt. Nebenbei kommt man mit anderen ins Gespräch und ist stolz, weil man wenigstens an diesem Tag mal die empfohlenen zwei Liter Wasser und Tee getrunken hat.

Nicht selten erweitern die DRK-Vereine die obligatorische Schoko-Belohnung um belegte Brötchen oder eine Grillwurst, so wie in Großniedesheim, dessen Ortsbürgermeister als Urheber des kleinen Grillfests im Hof der Friedenshalle vermutet werden darf. Der Sozialdemokrat und DRK-Angehörige Michael Walther macht weit weniger Worte um den Zauber von Blutspendeterminen als die Autorin dieses Beitrags. Seiner Ansicht nach sollte das hier schon genügen, um Freiwillige anzulocken: „Beim nächsten Mal im November gibt’s hier Kürbiscreme- und Kartoffelsuppe.“

Noch Fragen?

Die nächsten Blutspendetermine in der Verbandsgemeinde sind am 11. Oktober in der Karl-Wendel-Schule Lambsheim, am 26. Oktober im Heßheimer Bürgerhaus und am 9. November in der Großniedesheimer Friedenshalle, jeweils von 17 bis 20.30 Uhr. Nähere Infos übers Blutspenden im Internet unter www.blutspendedienst-west.de.

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