Rhein-Pfalz Kreis Gruselige Hexe und frecher Frosch
«Fussgönheim/Mutterstadt.» Eine lustige Musik-Theater-Variante des Märchens vom Froschkönig hat der Spielkreis Fußgönheim bei zwei Aufführungen im Palatinum in Mutterstadt gezeigt. Dabei ging nicht nur eine goldene Kugel verloren – der Oberhofkoch entdeckte auch seine Leidenschaft für Froschschenkel.
Prinz Ferdinand von Burgund wird von seinem treuen Diener Heinrich vermisst. Der verschollene Prinz ist an Hexe Clothilde geraten, die ihre Hexenprüfung absolvieren muss und ein Opfer suchte, das in einen Frosch verwandelt werden kann. Auch ein paar Mütter und Väter suchen ihre verschwundenen Kinder. Vor den aufwändig kostümierten und geschminkten Hexen, die mit quietschenden Stimmen Bosheiten aushecken, muss sich aber niemand im Saal fürchten. „Wir haben die im Griff“, versichert Ensemble-Leiterin Bine Stoll. Doch wenn die Damen mit den spitzen Hüten kreischend auf ihren Fahrradlenker-Besen durch den Saal toben, gibt es so manchen Aufschrei. Witzige Dialoge, wie „…dann fress ich einen Besen. – Welche Geschmacksrichtung? Eiche rustikal oder Kirsche poliert?“, sorgen für lustige Momente mit den gruseligen Weibern. Kinder in Tiere zu verwandeln ist der neuste Schrei bei den sechs Hexen. Wenn sie nicht auf der Bühne ihr Unwesen treiben, sitzen sie im Orchestergraben vor der Bühne. Der Spielkreis ist ein Kinder- und Jugendorchester der Musikschule des Rhein-Pfalz-Kreises, das mittlerweile zum altersübergreifenden Großensemble mit 90 Musikern geworden ist. Geprobt wird seit Jahren traditionell auf der Starkenburg. Die lustigen Vorkommnisse dieser Intensivproben werden in der Burgzeitung veröffentlich. Im Gegensatz zu vielen Stücken stehen hier in manchen Szenen nahezu alle auf der Bühne. Bläser, Streicher und Schlagwerk sorgen für die musikalische Untermalung. Das Publikum klatscht gerne bei den eingängigen Liedern mit. Besonders beliebt ist der Tanz der Tiere, bei dem in der Zugabe auch diejenigen, die zum letzten Mal mitspielen, teilnehmen wollen. Die kleine Eule findet alles traurig und entwickelt sich zum Running Gag der Geschichte. Nicht nur die Hexe geht auf Froschjagd, auch der französische Oberhofkoch hat unbändige Lust auf Froschschenkel. Die kleinen Prinzen, Prinzessinnen und der König sowie der Hofstaat samt Köchen, Hofmarschall und Amme sammeln sich an einer langen Tafel. Genau da will auch der glitschige Wasserplatscher, wie die Prinzessin Adelgunde den Frosch unschmeichelhaft nennt, Platz nehmen. Statt Kuss gibt es für den Frosch später eine saftige Ohrfeige, die aber auch magische Wirkung hat. Die Hexe ist entsprechend sauer und entführt nun die Prinzessin. Der gesamte Hofstaat jagt die langnasige Entführerin. Am liebevoll gestalteten Hexenhaus endet die Jagd. Die Hexe explodiert bei ihrem Zauber und die Prinzessin darf ihren nun menschlichen Froschkönig heiraten, unter dem tobenden Applaus und begeisterten Pfiffen aus dem Publikum.