Rödersheim-Gronau
Grundschüler brauchen mehr Platz
So erfreulich die Verjüngungskur für die Gemeinde grundsätzlich ist, für die verantwortlichen Planer und Politiker bedeutet sie auch viel Arbeit. Denn der Schülerzuwachs hat allerlei Folgen für die Grundschule am Neuberg im Ortsteil Rödersheim und die Ortsgemeinde. Als Trägerin muss die Kommune nämlich für die Kosten aufkommen, die für An- und Umbauarbeiten anfallen werden. Und sie muss diese Arbeiten selbstverständlich erst einmal planen – oder besser: planen lassen und dafür geeignete Fachleute finden.
Eine der Folgen der Zweizügigkeit betrifft zum Beispiel die Betreuung der Grundschulkinder, die die Gemeinde vor und nach dem Unterricht anbietet. „Sie findet bisher in einem Klassenraum im Erdgeschoss und in dem Nebengebäude der Schule statt“, berichtete Ortsbürgermeister Thomas Angel (FWG) nun bei der jüngsten Zusammenkunft des Ortsgemeinderats. Dieser Raum im Erdgeschoss stehe der Betreuung aber ab dem nächsten Schuljahr nicht mehr zur Verfügung. Verschärft wird die Raumnot durch neue Gesetze. Laut der Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim wird jedes Grundschulkind ab dem 1. August 2026 einen Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung haben, was acht Stunden an fünf Tagen in der Woche entspreche.
Nachfrage wird nicht nachlassen
Dennoch solle das jetzige Betreuungsangebot für mindestens 60 Kinder aufrechterhalten werden. Zumal der Betreuungsbedarf sogar noch wesentlich höher sei und nicht davon auszugehen sei, dass die Nachfrage in absehbarer Zeit nachlassen wird. Um diese Betreuung gewährleisten zu können, sollten deshalb vorübergehend vier Container aufgestellt werden, die zusammen etwa 60 Quadratmeter umfassen.
Wohin genau die Containeranlage kommt, werde derzeit geprüft und hänge auch von der weiteren Planung zum erforderlichen Ausbau der Schule ab. Um die Container aufstellen zu dürfen, benötige die Kommune eine Baugenehmigung von der Kreisverwaltung. So schreibe es die Landesbauordnung vor, informierte Angel. Die hierfür nötigen Arbeiten könne die Gemeindeverwaltung nicht leisten. Deshalb müsse ein externes Fachbüro damit beauftragt werden, die entsprechenden Unterlagen für die Kreisverwaltung zu erstellen.
Mehrere Varianten prüfen
Darüber hinaus überlegen die Verantwortlichen, wie sich die zusätzlich erforderlichen Räume für die Schüler am besten schaffen lassen. So erwägen sie, Gebäude auf dem Schulgelände aufzustocken und/oder zu erweitern. Welche Optionen es hierfür gibt, soll eine Machbarkeitsstudie herausfinden, damit die Politiker zwischen mehreren Varianten wählen können. Ein entsprechendes Angebot habe das Architekturbüro Klee aus Dannstadt-Schauernheim unterbreitet. „Da dieses Büro auch schon den letzten Umbau der Grundschule für die brandschutztechnische Sanierung geplant und umgesetzt hat, liegen ihm bereits sämtliche für die Planung nötigen Unterlagen vor“, erklärte Ortschef Angel, weshalb kein anderes Büro um ein Angebot gebeten wurde. Klee mit dem Vorhaben zu betrauen, werde Zeit und Kosten sparen, da der Architekt mit der Rödersheim-Gronauer Schule bestens vertraut sei.
Das sahen die Ratsmitglieder auch so und beauftragten den Experten sowohl mit dem Erstellen der Baugenehmigung für die Containeranlage als auch mit der Machbarkeitsstudie zum Erweitern der Grundschule. Daneben soll die Verwaltung die Containeranlage als solche ausschreiben.
Zu den bevorstehenden Kosten sagte Artur Oberbeck (CDU): „Uns bleibt nichts anderes übrig. Wir wollen unsere Kinder ja nicht auf dem Hof rumlaufen lassen.“