Bobenheim-Roxheim / Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Grundschüler beim Lesesommer am eifrigsten

Lesend am See in der Hängematte: Auch so können Kinder den Sommer genießen.
Lesend am See in der Hängematte: Auch so können Kinder den Sommer genießen.

Jahr für Jahr begeistert der rheinland-pfälzische Lesesommer Tausende von Kindern und macht die großen Ferien auch dann spannend, wenn in der Familie nicht die Koffer gepackt werden können. Sechs Wochen nach Start der Kampagne haben wir teilnehmende Büchereien im Frankenthaler Umland um eine Zwischenbilanz gebeten.

Bernhard Eckardt und seine Kolleginnen von der Gemeindebücherei Bobenheim-Roxheim drehen trotz der Urlaubszeit nicht Däumchen, denn die Einrichtung im Pfalzring macht regelmäßig mit bei der Leseförderungsaktion des Landesbibliothekszentrums. „Wir erleben einen starken Zuspruch“, sagt Eckardt, „aber wir haben ja auch sehr viel Werbung dafür gemacht.“ In beiden örtlichen Grundschulen war das Team präsent, um das Angebot für Sechs- bis 16-Jährige vorzustellen. Und das lautet: Lies bis zum 10. September mindestens drei Bücher und du bekommst eine Urkunde. Gib für jedes gelesene Buch eine Bewertungskarte in der Bücherei ab, sie zählt als Los bei der landesweiten Vergabe von Preisen. Je mehr gelesen wird, desto höher sind die Gewinnchancen.

„Bislang sind es schon 174 Anmeldungen und 657 gelesene Bücher“, berichtet Bernhard Eckardt. 85 der Teilnehmer hätten sich bereits für eine Urkunde und eine Einladung zum Abschlussfest am 26. September qualifiziert. Zwei Kinder haben ihm zufolge sogar schon 20 Bücher verschlungen. Zum Vergleich zieht er die Zahlen von 2022 nach Abschluss der Aktion heran: 157 Teilnehmer, 1147 gelesene Bücher, 101 Kinder, die die Vorgabe von mindestens drei Büchern geschafft haben. Im Trend lägen immer noch Fantasy-Stoffe und Kinderkrimis.

Wenig ältere Kinder beteiligt

Fast alle Lesesommer-Teilnehmer seien im Grundschulalter oder höchstens in der sechsten Klasse. „Die über Zwölfjährigen kann man an einer Hand abzählen“, sagt Eckardt. Das müsse aber nicht heißen, dass Kinder ab einem gewissen Alter keine Lust mehr hätten zu lesen. Viele der Bobenheim-Roxheimer Jugendlichen besuchten weiterführende Schulen in anderen Orten und bekämen dort ein Angebot. Für die Gemeindebücherei sei es deshalb schwer, ältere Kinder und Jugendliche an sich zu binden. Ihr Schwerpunkt liegt daher seit Langem auf der Leseförderung von Grundschülern und Kindergartenkindern.

Die letztgenannte Altersgruppe wird seit vergangenem Jahr unter dem Titel „Vorlesesommer“ in das landesweite Ferienprojekt einbezogen. Im Clubausweis werden die von Erwachsenen vorgelesenen Bücher eingetragen. Eine Urkunde und eine Gewinnchance gibt es, wenn mindestens drei Bücher vorgelesen wurden und zum Lieblingsbuch ein selbst gemaltes Bild abgegeben wird. Die Anzahl der Anmeldungen hat sich nach der Premiere 2022 in Bobenheim-Roxheim leicht von 34 auf bislang 41 erhöht.

Streben nach Rekorden

In der Lambsheimer Gemeindebücherei haben sich bis jetzt 22 Leute für die Kita-Variante des Lesesommers interessiert. Die in der Karl-Wendel-Schule untergebrachte Einrichtung hat noch nicht so viel Erfahrung mit der landesweiten Kampagne, Mitarbeiterin Ina Bauer findet sie aber sehr gut. Weil die Bücherei dann in den großen Ferien besser besucht sei als früher und weil man so neue Nutzer gewinne. In der Altersgruppe sechs bis 16 sind ihr zufolge diesmal schon 119 Leser angemeldet, „vor allem die Erstklässler sind ganz scharf auf die Aktion“, sagt Bauer. Ein Junge, der im vergangenen Jahr nicht ganz 40 Bücher geschafft habe, wolle die Marke diesmal unbedingt reißen.

Hier wie auch in Bobenheim-Roxheim achtet das Büchereipersonal zunehmend darauf, dass sich die Kinder mit der Auswahl der Bücher nicht absichtlich unterfordern, um Rekorde brechen zu können. Bernhard Eckardt formuliert es diplomatisch: „Wir raten zu Büchern, die der individuellen Lesekompetenz entsprechen.“

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