Dannstadt-Schauernheim
Grüne kritisieren Waldrodung: „Unglaublicher Raubbau an der Natur“
Zur Erinnerung: Der erste Bauabschnitt zur Erweiterung des Gewerbegebiets Dannstadt-Ost erstreckt sich von der Straße Am Bocke bis zur Angelstraße. Der zweite Teil folgt von dort Richtung Süden. Um die geplanten Gewerbeflächen dort zu erschließen, soll die zu diesem Zweck vorgesehene Straße von der Angelstraße bis zur Landesstraße 454 beim Münchhof fortgeführt werden.
Die geplante Trasse für die Erschließungsstraße im zweiten Bauabschnitt verläuft mitten durch das Pappelwäldchen, das sich südöstlich von den Tennisplätzen befindet. „Und natürlich brauchen wir links und rechts von der Straße noch ein bisschen Platz“, sagte Sachbearbeiter Ronny Jellinek von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim in der Sitzung des Ortsgemeinderats. „Das heißt, das Pappelwäldchen wird zu großen Teilen zurückgeschnitten und gefällt.“ Es gebe aber Festsetzungen der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD), die Pappeln nach den Bauarbeiten durch heimische Hölzer zu ersetzen.
„Ein Geschenk der Schöpfung“
„Ich bin total erschüttert. Das ist ein unglaublicher Raubbau an der Natur“, meinte Ralf Klein (Grüne). Die Gemeinde habe nicht sehr viele Flächen. „Ich weiß nicht, ob irgendeiner von Ihnen schon mal in diesem Pappelwäldchen drin war“, sagte er an seine Ratskollegen von CDU, FDP und SPD gewandt. „Dort gibt es einen kleinen Teich, da fließen Kanäle. Wer dort reinkommt, der glaubt nicht, dass Dannstadt so idyllisch ist“, warb er für den Erhalt des Wäldchens. „Ich weiß nicht, wie die Planer da eine Schneise durchmachen und alles weghauen können“, kritisierte er die vorgeschlagenen Fäll- und Rückschnittarbeiten. Das Vorhaben tue ihm wirklich weh.
„Sie wissen aber, dass wir einen gültigen Bebauungsplan haben?“, wandte Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) ein und erinnerte daran, dass dieser von übergeordneten Behörden genehmigt wurde. Das erkannte Klein zwar an. Er fand aber, die Verantwortlichen hätten die erforderliche Erschließungsstraße auch um das Pappelwäldchen herum planen können anstatt mitten hindurch. Stattdessen solle nun ein Kahlschlag an diesem schützenswerten Stück Natur erfolgen. „Die ist uns geschenkt worden. Das ist die Schöpfung, die wir alle bewahren sollen, und wir schneisen einfach durch“, mahnte er. Doch am Ende votierte die Ratsmehrheit – gegen die drei Stimmen der Grünen – dafür, das Pappelwäldchen zugunsten der Erschließungsstraße größtenteils zu beseitigen. Die Kosten dafür schätzt die Verwaltung auf rund 16.000 Euro.