Rhein-Pfalz Kreis Glöckchenklang, Hufgetrappel und Weihnachtsgefühle

Das Sinfonieorchester der Kreismusikschule schafft es, sein Publikum mit weihnachtlichen Titel zu verzaubern.
Das Sinfonieorchester der Kreismusikschule schafft es, sein Publikum mit weihnachtlichen Titel zu verzaubern.

«Limburgerhof.» Weihnachtsstimmung im Kultursaal Limburgerhof. Das Sinfonieorchester der Musikschule des Rhein-Pfalz-Kreises hat in der Gemeinde konzertiert. Das Programm reichte von Barockmusik über Johannes Brahms bis zu britischen und amerikanischen Weihnachtsklassikern. Gekrönt wurde es von der Filmmusik des Fernseh-Weihnachtsmärchens „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

Es schneite! Zwar verwandelte sich die Welt nicht in eine wunderschöne Winterlandschaft, aber auf der Riesenleinwand im Limburgerhofer Kultursaal wechselten sich eine eisige Winterlandschaft und wohlig warmes Kaminfeuer ab. Und beide Bilder passten zur Stimmung, die die jungen Musiker unter der Leitung von Hiltrud Wies am Freitagabend schufen. Christoph Utz, Leiter der Musikschule, moderierte mit leichtem, heiteren Ton den Abend. Mit der „Akademischen Festouvertüre“ op. 80 von Johannes Brahms begann das Konzert nicht allzu ernst. Brahms schrieb sie aus Anlass der Verleihung der Ehrendoktorwürde, die ihm die Universität Breslau angetragen hatte, und Brahms, das ist der Musik anzuhören, freute sich zwar, aber nahm das Ganze mit Humor. Er schrieb einen Marsch, in den er lauter Studentenlieder von Burschenschaften einbaute: ein Stück vom „Landesvaterlied“, der „Fuchsenritt“, und am Ende breit und ausführlich „Gaudeamus igitur“ – fast zum Mitsingen. „Die eine lacht, die andere weint!“, meinte Brahms, der zur selben Zeit wie zum Ausgleich eine Tragische Ouvertüre komponierte. Francesco Geminiani, Zeitgenosse Händels, schrieb auf der Basis der „Follia“ von Arcangelo Corelli seine „Follia“ als Concerto Grosso, bei dem eine Solistengruppe dem Orchester gegenüber steht. Eine relativ einfache Grundmelodie wird in 23 Variationen gespielt. Mal im Rhythmus verändert, mal im Tempo – verziert und transponiert. Das bedeutete viel präzise Arbeit auch für die Solistengruppe: die beiden Geigerinnen Franziska Hammar und Helene Hoffmann, Isabel Martin an der Viola und Cellist Vincent Riley. Besonders die Erste Violinistin Franziska Hammar bestach mit ihrer Virtuosität. Christoph Utz spielte den basso continuo. In seiner gravitätischen Würde und Feierlichkeit war das „Grand Processional for an Academic Occasion“ von Alexandre Guilmant, französischer Organist und Komponist des 19. Jahrhunderts, das genaue Gegenstück zur humorvollen Ouvertüre von Brahms. Und auch das konnten die jungen Musiker. Weihnachtlich und heiter wurde es nach der Pause mit Ralph Vaughan Williams’ Medley aus drei der bekanntesten englischen Weihnachtslieder, deren Melodie – wenn auch weniger der Text – auch bei uns nicht ganz unbekannt sind. Noch populärer war anschließend die „Schlittenfahrt“ (Sleigh Ride) von Leroy Anderson. Extra dafür zogen sich die Musiker Weihnachtsmannmützen und Rentiergeweihe auf den Kopf. Glöckchenklang, Hufgetrappel der Pferde, die den Schlitten zogen, fröhliches Peitschenknallen, alles war bei dieser akustischen Fahrt dabei und kam genau auf den Punkt. Ganz offensichtlich hatten die Musiker und auch die erwachsenen Lehrer, die mitspielten, einen Riesenspaß dabei. Eher ruhig und zart kam das Wiegenlied daher, das „Lullaby“ des Amerikaners William Hofelt, der besonders für Schulorchester schreibt. Abschluss des Konzerts war die Filmmusik des tschechischen Märchenfilms „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, an jedem Weihnachtsfest wohl einer der beliebtesten Fernsehprogrammpunkte. Dazu gab es auf der Leinwand Filmausschnitte zum Träumen. Komponist Karel Swoboda, der 2007 starb, schrieb auch „Biene Maja“. Viel Beifall bekamen die Musiker, und wohl jeder Besucher ging mit Weihnachtsgefühlen aus dem Saal.

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