Rhein-Pfalz Kreis Gewinner soll Realschule bauen
«Ludwigshafen/ Bobenheim-Roxheim.» Den Auftrag für die Planung des Schulneubaus in Bobenheim-Roxheim erhält das Architekturbüro AV1 aus Kaiserslautern, das im Frühsommer den vom Rhein-Pfalz-Kreis ausgeschriebenen Planungswettbewerb gewonnen hat. Die Firma ist laut Landrat Clemens Körner (CDU) die einzige, die in der letzten Stufe des Vergabeverfahrens noch im Spiel war und ein Angebot für den Auftrag abgegeben hat.
Eigentlich hätte der Kreisbauausschuss am Montag nur über eine Empfehlung für die in der Sitzung anwesenden Kreisausschussmitglieder abstimmen sollen, und diese sollten vorsorglich die Verwaltung zum Zuschlag für den Neubau der Realschule plus ermächtigen. Vorsorglich deshalb, weil bei so einem Verfahren eine Zehn-Tages-Frist für etwaige Widersprüche unterlegener Anbieter eingehalten werden muss. Aber dann konnte doch alles in einem Aufwasch erledigt werden. Denn: Wer kein Angebot abgibt, kann auch nicht dagegen klagen, dass er vom Auftraggeber nicht berücksichtigt wurde. Die im Wettbewerb zweit- und drittplatzierten Büros haben in dem dreistufigen strengen Vergabeverfahren am 27. Juli kein „finales Angebot“ eingereicht. Einen Grund nannte der Landrat in der Sitzung nicht. Auf RHEINPFALZ-Anfrage sagte er gestern, dass AV1 aufgrund der Gewichtung des Wettbewerbsergebnisses die Nase vorn gehabt habe. Die Büros auf dem zweiten und dritten Platz seien der Ansicht gewesen, diesen Vorsprung nicht mehr durch Punktesammeln in den Kategorien Bauabwicklung, Methodik und Honorar aufholen zu können. Zudem sei unter Architekten die Meinung verbreitet, dass ein Wettbewerbssieger den entsprechenden Auftrag bekommen solle. Hin und wieder kommt es aber vor, dass der Sieger eines Architektenwettbewerbs mit der Auszeichnung und dem Preisgeld zufrieden ist und das eigentliche Projekt gar nicht umsetzen will. Das ist beim Büro AV1 offenbar nicht der Fall. Nach Angaben von Landrat Körner ist über den Vertrag schon verhandelt worden, es fehlten nur noch die Unterschriften. Die Verwaltung geht laut Körner aktuell von 10,42 Millionen Euro Bruttokosten für das Bauprojekt aus: 8,8 Millionen Euro für das Gebäude, 700.000 für die Außenanlage und 920.000 Euro Architektenhonorar. Der vom Kreis mit 20.000 Euro prämierte Siegerentwurf der Kaiserslauterer AV1 Architekten sieht als Ersatz für den Ende der 1960er-Jahre gebauten Unterrichtstrakt einen im Modell flach wirkenden Bau mit drei Geschossen, einer Klinkerfassade und einem Innenhof vor. Er soll Platz für 15 Klassensäle und mehrere Fachräume bieten. Die Preisrichter hatten Anfang Juni gesagt, der Entwurf überzeuge funktional und gestalterisch. Zwei der Beurteilungskriterien waren die Barrierefreiheit und ob das Gebäude Änderungen am Raumkonzept zulässt. Clemens Körner verdeutlichte das gestern so: „Die Schule kann relativ problemlos um vier Klassenräume erweitert werden, weil die vier Ecken des Gebäudes aus Überbauten bestehen, die mit Wänden geschlossen werden können.“ Dass der Kreis einen Planungswettbewerb in Gang gesetzt hat, hat Vor- und Nachteile. „Bis hierher war es ein langer Weg, länger als gedacht“, sagt Körner. Er ist froh, dass es endlich losgeht. Der Baubeginn im Frühjahr 2019 sei noch realistisch, doch die nächsten Schritte seien jetzt erst einmal der Bauantrag und nach der Genehmigung das Leistungsverzeichnis und die Ausschreibungen. Einer der Vorteile des Wettbewerbs liegt für den Landrat in der supergründlichen Planung. „Ich hoffe, dass sich dieser Aufwand bei der Umsetzung auszahlt.“ Körner wünscht sich, dass die Realschüler, die sich von einem gewohnten Schulbau verabschieden müssen, irgendwie inhaltlich in das Bauvorhaben eingebunden werden können.