Rhein-Pfalz Kreis Gesumm im Dachstuhl

Mutterstadt. Unwillkommene Untermieter haben Reinhold und Hannelore Rieger aus Mutterstadt in ihrem Haus entdeckt: Auf dem Speicher haben Wespen ein riesiges Nest gebaut. Das sieht einerseits beeindruckend aus, andererseits fühlen sich die Riegers mit den stechenden Mitbewohnern nicht so richtig wohl. Doch wie wird man ein Wespennest eigentlich los?
Sie habe sich schon gewundert, dass recht viele der schwarz-gelben Insekten ums Haus schwirren, berichtet Hannelore Rieger. Doch erst beim Gang auf den Speicher hat das Ehepaar das außergewöhnlich große Nest entdeckt. „Fantastisch“ sei der filigrane und doch stabile Bau, sagt die Hausherrin, und „sehr schön“. Aber irgendwie wäre es ihr schon lieber, wenn er nicht unbedingt bei ihnen unterm Dach hinge. Um die Wespen loszuwerden, müssen sich die Riegers wohl an einen Schädlingsbekämpfer wenden. „Die Feuerwehr rückt dafür nicht an“, sagt Gunther Holzwarth, geschäftsführender Beamter der Gemeinde Mutterstadt. Das passiere höchstens, wenn Gefahr in Verzug sei, ein Wespennest beispielsweise im Kindergarten entdeckt würde. Und auch der Kreis stellt keine „Wespennest-Deinstallateure“ zur Verfügung. Aber die Verwaltung gibt natürlich Tipps: „Mehrere Angebote prüfen, Preise vergleichen – vor allem schauen, wie weit der Anfahrtsweg der Firma ist, Kilometer treiben die Kosten nach oben.“ Und dann gibt es noch etwas Interessantes für Wespennest-Besitzer zu erfahren: Nicht jeder Bau darf zerstört werden. „Es gibt geschützte Wespenarten, die umgesiedelt werden müssen“, sagt Siegfried Filus von der Abteilung Umweltschutz und Landespflege. Dazu gehöre auf jeden Fall die größte aller Wespen: die Hornisse. Gerne prüft Filus anhand von Bildern, ob Kreisbürger seltene Wespen in Rollladenkästen oder auf dem Dachboden beherbergen. „Aber auch geeignete Schädlingsbekämpfer erkennen das.“ Sie würden sich dann in Sachen Umsiedlung mit seiner Abteilung in Verbindung setzen. Und die Kosten? „Die trägt der, der die Wespen zu Hause hat.“ Doch Filus beruhigt: „Das muss nicht mehr kosten, als die Entsorgung.“ Außerdem ärgern die Menschen in unseren Breitengraden vor allem zwei Gattungen: die Deutsche und die Gewöhnliche Wespe.