Rhein-Pfalz Kreis Geduld gefragt

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Dannstadt-Schauernheim. Zur Erinnerung: Um weniger Schwerlastverkehr im Dorf zu haben, sind mehrere Projekte geplant. Eins davon wurde mit dem Anschluss des Pfalzmarkts an die Autobahn 61 im vergangenen Jahr bereits umgesetzt. Ein anderes ist die Umleitung des landwirtschaftlichen Verkehrs um den Ortsteil Schauernheim zum und vom Pfalzmarkt. Hier geht es schrittweise voran. Nachdem ein Teilstück schon gebaut wurde, prüft die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt gegenwärtig etwaige Anregungen beziehungsweise Einwände öffentlicher Versorgungsträger zur restlichen Route. Beim dritten Vorhaben handelt es sich um die zweite Verkehrsachse. Sie soll vom Münchhof im Süden des Ortsteils Dannstadt durch das geplante Gewerbegebiet Dannstadt-Ost über die Riedstraße bis zum Kreisel an der Aldi-Filiale führen. Auch hier ging es zuletzt voran. Mit dem Baubeginn wird im zweiten Halbjahr 2015 oder Anfang 2016 gerechnet. Bleibt Projekt Nummer vier: die Verlegung der K 22 von der Böhler Straße auf die Münchhof-Trasse. Planung und Umsetzung hat die Kreisverwaltung dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer anvertraut. Dem stellvertretenden Behördenleiter Manfred Borell zufolge ist die SGD Süd mit der Verlegung der Straße und den damit verbundenen Arbeiten grundsätzlich einverstanden. Dieser Aussage folgt jedoch ein großes Aber: Im vergangenen Sommer habe der LBM den Artenschutzbericht übermittelt. Dieser wies auch auf das Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Haubenlerche hin. Resultat: anspruchsvolle Auflagen der SGD. „Wir müssen in der Nähe gelegene Flächen finden, wohin die Haubenlerche umgesiedelt werden kann. Entsprechende Gespräche mit den Landwirten laufen zwar, gestalten sich aber schwierig, da es sich um ein sehr intensiv genutztes Gebiet handelt“, erklärt Borell. Selbst wenn eine geeignete Fläche gefunden würde, wäre es damit nicht getan. Denn nach der Umsiedlung müsse ein fünfjähriges Monitoring erfolgen, das belegt, dass die Vögel ihr neues Zuhause mindestens zwei Jahre lang annehmen. „Außerdem dürfen sie erst umgesiedelt werden, nachdem Baurecht geschaffen worden ist“, erläutert er die komplexe Situation. Grundlage hierfür sei der Abschluss des Planfeststellungsverfahrens, dessen Einleitung gegenwärtig erst vorbereitet wird. Bei diesem Verfahren werden Öffentlichkeit und Versorgungsträger gehört. Ihre Anregungen und Einwände müssen berücksichtigt werden. Anschließend erhalten sie erneut Gelegenheit, sich zu den überarbeiteten Plänen zu äußern. Nicht zuletzt sind jederzeit Klagen gegen das Projekt möglich. Und der Gang durch die gerichtlichen Instanzen kann ebenfalls Jahre dauern, zumal wenn es um das Abwägen privater gegenüber öffentlicher Interessen geht. Und hier endet die Liste der Schwierigkeiten noch nicht. Denn: „Bei unseren Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren sind wir auf eine zusätzliche Herausforderung gestoßen. Die Denkmalpflege hat uns auf historische Grabstätten und weitere Fundorte hingewiesen“, berichtet Borell. Diese müssten laut der Generaldirektion Kulturelles Erbe erhalten werden. Auch dieser Prozess werde einige Zeit in Anspruch nehmen. In der Gemarkung Dannstadt-Schauernheim schlummern unter der Erde viele solche erhaltenswerte Stätten. Die meisten liegen tief genug, um von der Landwirtschaft nicht beeinträchtigt zu werden. Bei Vorhaben wie dem Bau einer Straße allerdings laufen sie Gefahr, beschädigt oder zerstört zu werden. Deshalb müssen Experten sie sichten und entscheiden, was wie gesichert wird. Zuletzt war das auch beim Neubaugebiet Schauernheim-West der Fall. Und wann kann die K 22 nun verlegt werden? „Das alles sind enorm hohe Hürden. Eine Prognose, selbst für einen groben Zeitraum, ist daher schwierig, wenn nicht unmöglich“, sagt Borell.

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