Rhein-Pfalz Kreis Gebrochene Rohre und ein heißer Sommer
«Fussgönheim.»Ein Wermutstropfen hat den Jahresbericht des Trinkwasserzweckverbands Friedelsheimer Gruppe getrübt: Der Wasserverlust lag 2017 ungewöhnlich hoch. Alle anderen Zahlen waren zur Zufriedenheit der Versammlung und auch die Wirtschaftsprüfung bescheinigte einen gut geführten Betrieb.
Finanziell sei die Friedelsheimer Gruppe „recht gut aufgestellt“, lautete das Fazit von Michael Engelter, der für das Wirtschaftsprüfungsbüro Dr. Burret die Prüfung geleitet hat und die Zahlen der Mitgliedsversammlung präsentierte. Einstimmig bestätigten die Vertreter der Mitgliedsgemeinden den Jahresgewinn von 220.000 Euro, welcher der allgemeinen Rücklage zugeführt werden soll. Die Konzessionsabgabe von 302.000 Euro wird je nach Anteil am Wasserverbrauch den Gemeinden zugeführt. Mitglieder sind die Verbandsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Deidesheim, Lambsheim-Heßheim, Maxdorf und Wachenheim, sowie die jeweils zugehörigen Ortsgemeinden. Im Berichtsjahr 2017 hat die Friedelsheimer Gruppe 4,5 Prozent mehr Wasser als im Vorjahr verkauft. Das brachte Mehreinnahmen von 82.000 Euro. Der Gewinn sei trotzdem leicht gesunken, was laut Engelter vor allem an gestiegenen Material- und Energiekosten liege, nämlich 27.000 Euro mehr als im Vorjahr. Ebenfalls schlagen Kosten für Betriebsanlagen und Leitungsnetz zu Buche. Hier hatte die Friedelsheimer Gruppe im Berichtsjahr mit einigen Rohrbrüchen zu kämpfen. Besonders ins Gewicht fiel hier ein Rohrbruch in Niederkirchen. Wie Verbandsleiter und Dannstadt-Schauernheims Verbandsbürgermeister Stefan Veth (CDU) berichtete, sei der unterirdisch und unbemerkt passiert. Offenbar erst nach Monaten und nachdem eine Anwohnerin von „ständigem Rauschen“ berichtete, sei der Bruch einer größeren Leitung entdeckt worden. Bis dahin war das ausgetretene Wasser im Boden versickert. Zudem habe es mehrere kleinere Rohrbrüche gegeben. Von moderaten 6,5 Prozent Verlust im Jahr 2016 sei der Verlust auf elf Prozent gestiegen. Die warme und trockene Witterung habe zum einen erhöhten Wasserverbrauch gebracht, während zugleich das Erdreich trocken und damit hart geworden sei, so dass Erschütterungen ungedämpft auf die Rohre traf. Werkleiter Wilfried Weber kündigte an, an Leitungen zwischen den Gemeinden zusätzliche Zähler zu installieren, um so leichter Wasserverluste feststellen zu können. Weber erklärte auch, dass als Wasserverluste auch Entnahmen gelten, die nicht über Zähler laufen, wie etwa durch die Feuerwehr oder bei Kanalspülungen. Einstimmig beschlossen wurden auch die für nächstes Jahr geplanten Investitionen, die Veth vorstellte. In Maxdorf soll Brunnen Nummer fünf gebaut werden und ein Wasserschutzgebiet ausgewiesen werden, zusammen werde das 600.000 Euro Kosten. Dieser Brunnen wird auch von den Wirtschaftsprüfern empfohlen, um mögliche künftige Engpässe der Versorgung aufzufangen. Die nötige Erweiterung des Betriebsgebäudes ist mit 350.000 Euro angesetzt. Ein Austausch der Verbindungsleitung Fußgönheim-Ellerstadt ist mit 300.000 Euro geplant. Ferner werden noch viele weitere Leitungen erneuert. Viele Rohre seien schon 70 bis 80 Jahre alt und erneuerungsbedürftig. Der Stellenplan 2019 sieht einen zusätzlichen Mitarbeiter im Bautrupp vor. Dieser sei nötig, um weiterhin Arbeiten schnell und mit eigenen Kräften auszuführen.