Grünstadt BI gegen Fluglärm informiert im Leiningerland: „Die ganze Pfalz ist betroffen“

Die Bürgerinitiative aus Kaiserslautern hat den militärischen Flugbetrieb im Blick und will verstärkt im Leiningerland aktiv wer
Die Bürgerinitiative aus Kaiserslautern hat den militärischen Flugbetrieb im Blick und will verstärkt im Leiningerland aktiv werden.

Die Kaiserslauterer Bürgerinitiative (BI) gegen Fluglärm, Bodenlärm und Umweltverschmutzung veranstaltet am 14. März im Maxi-Autohof in Grünstadt einen Infoabend. Im Interview erklärt Horst Emrich, einer der fünf BI-Vorsitzenden, wo der Schuh drückt und warum die Bürgerinitiative nun in Grünstadt aktiv wird.

Herr Emrich, warum laden Sie im Leiningerland zu einem Infoabend ein?

Es geht darum, dass das Leiningerland auch betroffen ist durch den Flugbetrieb im Temporary Reserved Airspace (TRA) Lauter, das sich über das Saarland und die gesamte Pfalz erstreckt und bis zur französischen Grenze reicht. Von unserem Sitz in Kaiserslautern aus betreuen wir den gesamten Raum, in dem die Übungen der Kampfjets stattfinden. Dazu stehen wir mit dem Bundesverteidigungsministerium in Verbindung und reden mit den Verantwortlichen über die Probleme. Wir haben außerdem Beschwerdeführer aus dem Leiningerland, die sich am Fluglärm stören. Deshalb wollen wir hier jetzt intensiver informieren.

 

Kaiserslautern liegt mitten in der Einflugschneise der Airbase Ramstein. Hier in der Region sind die Flieger noch weitaus höher unterwegs.

Es ist richtig, dass der Einflug hier weitaus höher ist. Er beginnt an einem Punkt, der zwischen Bad Dürkheim und Frankenstein liegt. Dort müssen die Maschinen auf 1500 Meter runter sein. Der eigentliche Anflug beginnt tatsächlich erst 1,6 nautische Meilen vor dem Flugfeld Ramstein. Erst dann muss der Flieger auf der direkten Einflugschneise sein. Um diese Maschinen geht es allerdings bei unserer Veranstaltung kaum.

 

Richtet sich Ihre Kritik gegen militärischen oder zivilen Flugverkehr?

Es geht nur um den militärischen Flugbetrieb, wobei der An- und Abflug auf Ramstein das kleinere Übel ist. Die größte Belastung entsteht durch die Kampfjets, die beispielsweise von der U.S. Air Force in Spangdahlem gestartet werden. Da reden wir von einer Rudelverlärmung, da die F16-Jets im Verband fliegen, dabei Kampfübungen über unserer Region absolvieren. Wenn elf Jets drei Stunden lang üben, ist das eine addierte Lärmemission von 33 Stunden für die Menschen. Der Übungsraum ist nicht sehr groß und wird von der Bundeswehr eingeteilt, wobei die U.S. Air Force der Hauptnutzer ist.

Im TRA Lauter agieren auch deutsche Eurofighter und Tornados der Bundeswehr sowie Flieger weiterer Verbündeter wie der Belgier und Niederländer. Hauptproblem ist, dass Militärmaschinen immer dort üben müssen, wo die zivile Luftfahrt keinen Vorrang hat. Dadurch konzentriert sich der Flugbetrieb der Jets immer stärker im bereits erwähnten TRA Lauter, der zur meistgenutzten Flugzone im Bundesgebiet geworden ist.

 

Was wollen Sie mit der Ausweitung Ihrer Aktivitäten erreichen?

Eine Begrenzung des Lärms. Das geht nur, wenn die Nutzungsdauer und die Intensität eingeschränkt werden. Fairerweise muss man sagen, dass das Verteidigungsministerium bereits das Zugeständnis macht, dass freitags ab 13 Uhr keine Übungsflüge mehr zugelassen werden.

 

Warum starten Sie ihre Aufklärungskampagne gerade jetzt?

Von einem Start kann man nicht sprechen, unsere Arbeit im Leiningerland läuft schon länger. Einer unserer Vorstände lebt in Obrigheim. Nach anderen Regionen im TRA werden wir jetzt verstärkt im Leiningerland aktiv und wollen anschließend mit unseren Veranstaltungen weiter in Richtung Süden gehen. Es geht neben dem Lärm auch um Schadstoffe, die von den Fliegern abgesondert werden wie das laut Datenblatt des Herstellers Chevron hochgiftige, krebserregende und erbgutverändernde Flugbenzin JP8. In der Region arbeiten viele Winzer, immer mehr auch als Biobetriebe. Da ist es schon kritisch, wenn deren Ambitionen, einen naturreinen Wein herzustellen, durch das Ablassen von Flugbenzin gestört werden.

 

Termin

Informationsabend zum Thema Fluglärm am Donnerstag, 14. März, 19 Uhr, im Maxi-Autohof Grünstadt an der A 6. Weitere Infos im Netz unter www.fluglaerm-kl.de.

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