Rhein-Pfalz Kreis
Fußgönheim: Das Dorf will einen Markt
Der Bäcker hat seine Filiale geschlossen – und einen Metzger gibt es auch nicht im Dorf. Das macht die Fußgönheimer unzufrieden. Zwar gibt es einen Discounter, aber Lebensmittel im Ort wären auch eine schöne Sache. Ein Markttag könnte eine Lösung sein.
Hach, wie schön das doch wäre, denken sich die Fußgönheimer Dorfpolitiker. Am Vormittag gemütlich ins Ortszentrum schlendern, frisches Gemüse einkaufen, dazu Brötchen, Wurst und was man sonst halt noch so braucht. So ein Markt hat gewiss seinen Charme. Zudem treffen sich die Menschen im Dorf, plaudern ein bisschen. So wünscht es sich die Fußgönheimer FWG. „Wir möchten Fußgönheimer Bürgern die Möglichkeit bieten, zwar zeitlich begrenzt, aber doch im Ort einzukaufen“, sagt Jürgen Kuß.
Zwar steht auf dem Weg zur Autobahn ein Discounter, doch der ist eben ein wenig außerhalb. Und im Dorf selbst sind die Gelegenheiten zum Einkaufen eher übersichtlich. Einen Metzger gibt es beispielsweise nicht, und Ende September hat auch die Filiale der Großbäckerei geschlossen, nachdem zunächst die Öffnungszeiten verkürzt wurden. Der Markttag mit verschiedenen Verkaufsständen soll nun Abhilfe schaffen. Der Ortsgemeinderat steht geschlossen hinter der Idee und hat Ortsbürgermeister Jochen Schubert (FWG) damit beauftragt, gemeinsam mit der Verwaltung die Möglichkeiten zu prüfen und die gesetzlichen Vorschriften zusammenzufassen. Interesse von Händlern scheint es zu geben. Im Gewerbegebiet beim Discounter hatte in dieser Woche ein Maxdorfer Metzger mit seinem Verkaufswagen einen Stopp eingelegt.
Die FWG stellt Bedingungen
„Wir hatten so etwas schon einmal vorangetrieben“, sagt Marie-Luise Klein (SPD), die bis zum Sommer viele Jahre Ortsbürgermeisterin war. Ihre Empfehlung lautet, direkt festzulegen, wo im Dorf ein solcher Markt seinen Platz finden könnte. In Frage kommt vor allem der Bereich rund um das Fußgönheimer Rathaus, sprich die Ruchheimer Straße sowie die Amts- und die Hauptstraße. Dort gibt es auch genügend Parkplätze.
Dieser Standort hätte noch einen weiteren Vorteil. Gegenüber des Rathauses existiert bereits ein Hofladen, der in das Marktgeschehen eingebunden werden könnte. „Wir wollen keine Konkurrenz zu diesem Hofladen erzeugen“, sagt Kuß, „der Markt soll eine Ergänzung sein.“ Nur so werde die FWG beim Projekt überhaupt mitmachen. Man wolle schließlich nicht noch weitere ortsansässige Verkäufer vertreiben. Die FWG habe bereits Kontakt mit diversen Anbietern gehabt und auch positive Rückmeldungen erhalten, teilt sie auf ihrer Facebook-Seite mit. Als Markttag könnte sich der Donnerstag hervortun.
Ortsbürgermeister Schubert ist von der Idee ebenfalls angetan. „Für Fußgönheim wäre das eine gute Sache“, sagt er. Er sagt aber auch, dass es Gründe gegeben habe, dass die Läden im Ort zugemacht hätten. Deshalb nimmt er die Bürger in die Pflicht. Denn auch ein Markt kann nur funktionieren, wenn er angenommen wird. Die Bürger können sich dort treffen und plaudern. Vor allem aber müssen sie dort einkaufen.