VG Römerberg-Dudenhofen
Feuerwehr-Fusion als Option?
„Aus drei mach eins“ lautet die Devise in der Verbandsgemeinde Maxdorf. Heißt: Die drei Feuerwehren in Maxdorf, Birkenheide und Fußgönheim, in deren Gerätehäuser in den kommenden Jahren große Summen investiert werden müssten, sollen zu einer gemeinsamen Verbandsgemeinde-Feuerwehr zusammenwachsen und ein gemeinsames Gerätehaus bekommen. Bürgermeister Paul Poje (CDU) verwies in der Diskussion im Rat auch auf die Römerberger Wehr, die „verheiratet“ worden sei.
Was er genau damit meinte, führte Poje nicht weiter aus. Tatsächlich gab es im heutigen Römerberg früher Freiwillige Feuerwehren in allen drei damals noch eigenständigen Orten Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim. Manfred Scharfenberger (CDU), Bürgermeister der heutigen VG Römerberg-Dudenhofen, kann sich noch daran erinnern. Und auch daran, dass die Fusion im Zuge der Schaffung der Einheitsgemeinde Römerberg keine Liebesheirat war: „Es gab damals schon Diskussionen, insbesondere bezüglich des Standorts. Das war ein emotionales Thema.“ Die neue, gemeinsame Wehr wurde nämlich im ehemaligen Schul- und Rathaus in Mechtersheim angesiedelt. Eine bittere Pille, die die Feuerwehrleute aus Berghausen und Heiligenstein schlucken mussten. „Das hat dazu geführt, dass der Anteil der Mechtersheimer Feuerwehrleute im Laufe der Zeit zunahm“, sagt Scharfenberger. Und das ist laut Wehrleiter Stefan Zöller heute noch so: Unter den rund 50 Römerberger Wehrleuten sind die Mechtersheimer im Verhältnis zur Einwohnerzahl überrepräsentiert.
Das zeigt, dass die Prognose des Maxdorfer Wehrleiters Stefan Fiedler, dass im Zuge der Feuerwehr-Fusion auch Wehrleute austreten werden, nicht aus der Luft gegriffen ist. „Es ist deutlich schwerer, Ehrenamtliche zu gewinnen, wenn keine Feuerwehr vor Ort existiert“, sagt auch Zöller. In Hanhofen zum Beispiel wurde das Feuerwehrhaus schon vor langer Zeit aufgegeben. Der Ort ist somit der einzige in der Verbandsgemeinde ohne eigene Wehr. Wenn’s im Dorf brennt, werden die Wehren aus Dudenhofen und Harthausen alarmiert. Unter den zirka 35 Dudenhofener und 20 Harthausener Wehrleuten sind nur rund eine Handvoll aus Hanhofen.
In acht Minuten vor Ort sein
Diese Beobachtung ist aber nicht der eigentliche Grund, warum sowohl Zöller als auch Scharfenberger der Meinung sind, dass eine Fusion wie in der VG Maxdorf mit nur noch einem gemeinsamen Gerätehaus keine Option für die VG Römerberg-Dudenhofen ist. „Innerhalb von acht Minuten nach Alarmierung muss wirksame Hilfe eingeleitet sein“, verweist der Wehrleiter auf die rheinland-pfälzische Feuerwehrverordnung. Das sei in der Verbandsgemeinde bereits jetzt nicht immer einfach, je nachdem, wo sich ein Unglück ereignet hat. „In acht Minuten in Hanhofen zu sein, ist sportlich. Dafür müssen wir uns schon strecken“, sagt Zöller. Denn die Wehrleute müssen ja nach der Alarmierung zunächst einmal in ihr jeweiliges Gerätehaus. Bei einem gemeinsamen Gerätehaus irgendwo zentral in der Verbandsgemeinde werde deshalb nicht nur der Weg von der Feuerwache zum Einsatzort länger, sondern meist auch der Anreiseweg für die Feuerwehrleute. Diese arbeiten nur noch in Ausnahmefällen in den Dörfern, sondern meist in umliegenden Städten. Deshalb werden bei Einsätzen tagsüber unter der Woche auch Wehren aus den Nachbarorten mitalarmiert.
Auch wenn die sogenannte Einsatzgrundzeit wie geplant demnächst von acht auf zehn Minuten erhöht wird, könne eine zentral Wehr in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen ihre Aufgaben kaum in der geforderten Zeit erfüllen, sind Zöller und Scharfenberger überzeugt. Dagegen spreche schon die räumliche Ausdehnung: 55 Quadratkilometer sei die VG Römerberg-Dudenhofen groß, in der VG Maxdorf müsse die Feuerwehr nur ein Drittel dieser Fläche abdecken. „Zur Aufgabe der Wehr gehört auch der Wasserschutz“, führt Zöller weiter aus. Es gebe in der VG zwei Feuerwehrboote, die aber nur an bestimmten Stellen zu Wasser gelassen werden können. Auf der anderen Seite umfasse das Gebiet der Verbandsgemeinde große Waldflächen in entgegengesetzter Himmelsrichtung, in denen die 105 Männer und Frauen umfassende Feuerwehr bei Bränden ebenso schnell sein müsse. „Alles innerhalb von acht Minuten“, erinnert der Wehrleiter noch einmal an die gesetzlichen Vorgaben.
Diskussion vor VG-Fusion
Thema sei eine Fusion der Wehren trotzdem immer mal wieder gewesen. „Bei der Verbandsgemeinde-Fusion 2014 ist berechtigterweise die Frage gestellt worden, ob man nicht irgendwo ein gemeinsames Feuerwehrhaus bauen könne“, erinnert sich Zöller. Doch aus den genannten Gründen hätten sich die Verantwortlichen schon damals dagegen entschieden. Für die VG Maxdorf könne eine Fusion durchaus sinnvoll sein, für die VG Römerberg-Dudenhofen aber nicht.
Wenn die Dudenhofener Wache wie geplant ertüchtigt und erweitert ist und wenn die Feuerwehren in Mechtersheim und Harthausen erst in neue Gebäude umgezogen sind, werde das Thema ohnehin erledigt sein, glaubt der Bürgermeister. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass daran noch einmal gerüttelt wird“, sagt Scharfenberger, der Ende Juni seinen Stuhl für Nachfolgerin Silke Schmitt-Makdice (SPD) räumt.
Gerade die Grundstückssuche für geräumigere Neubauten als Ersatz für die Gerätehäuser in Harthausen und Mechtersheim gestaltet sich aber weiterhin als schwierig, weil die VG hier auf die Kooperation mit privaten Grundstücksbesitzern angewiesen ist. Zöller ist trotzdem zuversichtlich, dass sich Lösungen finden, die mittelfristig auch gebraucht werden um den aktuellen Vorschriften gerecht zu werden. „Wir machen es ja nicht, weil es schön aussieht, sondern weil es gefordert wird.“