Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Festakt: 50 Jahre Partnerschaft zwischen Ruffec und Waldsee

Kalte Füße, mitreißende Musik: 50 Jahre Partnerschaft feierten Waldsee und Ruffec am französischen Nationalfeiertag.
Kalte Füße, mitreißende Musik: 50 Jahre Partnerschaft feierten Waldsee und Ruffec am französischen Nationalfeiertag.

Buchstäblich mit Pauken und Trompeten haben Waldseer in ihrer Partnergemeinde Ruffec das 50-jährige Bestehen der deutsch-französischen Partnerschaft gefeiert. Deren Grundstein wurde 1974 ebenfalls bei einer großen Feier gelegt.

Die Partnerschaft zwischen Waldsee und dem fast 1000 Kilometer entfernten Ruffec in Westfrankreich begann im Frühjahr 1974 beim Ball der Prinzessin in Waldsee. Die damalige Fasnachtsprinzessin stammte aus Ruffec und hatte Besuch aus der Heimat. Daraus ist ein florierender Austausch entstanden, an dem über viele Jahre auch Schülergruppen, Sportvereine oder Chöre teilgenommen haben. Das ist wieder eingeschlafen, doch nach wie vor besuchen sich die Mitglieder der Partnerschaftsvereine aus Waldsee und Ruffec im jährlichen Wechsel, denn über die Jahre sind viele Freundschaften entstanden.

Im Jubiläumsjahr machten sich 50 Waldseer mit einem Bus und Privatautos und dazu die Walsemer Gasserassler auf den Weg nach Ruffec. Schon bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft war die Guggemusik dabei. Das sollte nun wiederholt werden. Für die Feier hatten sich die Partner das Wochenende des französischen Nationalfeiertags ausgesucht. „Ein Jahr lang haben wir das Treffen vorbereitet“, erzählt Marlies Klauß, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, die aus privaten Gründen nicht dabei sein konnte.

Regenschauer statt großer Hitze

Nach der ganztägigen Anreise nutzten viele den ersten Tag vor Ort zu einem Besuch auf dem Markt und einer Ausstellung zur Partnerschaft. Am frühen Abend fand der offizielle Festakt statt. Reden wurden gehalten, Geschenke ausgetauscht, ein Jubiläumsschild aufgehängt. Zwischendurch gab es Musik von den Gasserassler und Fingerfood unter freiem Himmel. Bei Einbruch der Dunkelheit zogen die Gasserassler mit den Mitgliedern der Partnerschaft, aber auch mit vielen Passanten, die von der Guggemusik fasziniert waren, zum Stadion, wo ein Feuerwerk anlässlich des Nationalfeiertags abgefeuert wurde. „Auf dem Plakat zu den Feierlichkeiten stand „avec les Gasserassler“, erzählt Helmut Klauß, der stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins amüsiert.

Am Sonntag sollte es dann eine Wiederholung der Feier geben, die vor zehn Jahren auf einem Freizeitgelände am Fluss Charante stattfand. „Damals war es unheimlich heiß, die Gasserassler standen zur Abkühlung im Wasser“, erzählt Helmut Klauß. Dieses Mal war es nicht heiß. Ein im Wetterbericht nicht angekündigter Regenschauer prasselte auf die schon eingedeckten Tische im Freien. Flugs wurde ein großes Zelt für 100 Leute organisiert: Tische wurden gerückt, Geschirr abgetrocknet und trotzdem gefeiert. Die Waldseer hatten 13 Fässer Bier als Gastgeschenk für die Franzosen dabei, die ihrerseits Wein auftischten. Die Gasserassler und die französische Gruppe Los Cassanoialos sorgten für Stimmung. Und irgendwann standen sie dann doch wieder im Fluss, um die Tradition zu wahren. Das allerdings habe Überwindung gekostet, sagt Klauß. Am nächsten Tag standen die Besichtigung einer Cognac-Brennerei in Angouleme und eine Stadtrundfahrt auf dem Programm, bevor am Dienstag die Rückfahrt anstand.

Der Zahn der Zeit nagt

„Es war eine der schönsten Begegnungen“, zieht Helmut Klauß Bilanz. Eine Begegnung, bei der es nur um die Freundschaft ging und politische Themen bewusst ausgeklammert wurden. Wie lange es noch weitergeht, sei aber fraglich. Der Zahn der Zeit nagt zwar nicht an der Freundschaft, wohl aber ein bisschen an den Menschen. „Die Haare werden weißer, die Leute steigen längst nicht mehr so flott aus dem Bus aus“, bemerkt Klauß. Sowohl Marlies als auch Helmut Klauß treten im nächsten Frühjahr bei den Vorstandswahlen nicht mehr an und suchen Nachfolger.

Gewiss ist, dass nächstes Jahr noch einmal kräftig gefeiert wird, und zwar mit dem Besuch der Ruffecer an Fasnacht. So wie vor nunmehr 50 Jahren alles begann.

Ein Jubiläumsschild wurde aufgehängt.
Ein Jubiläumsschild wurde aufgehängt.
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