Rhein-Pfalz Kreis Ferienprogramm im Wald und im Wasser
Mutterstadt. „Das ist mein Löwe, und das sind drei Ninja-Ratten!“ Stolz zeigt der siebenjährige Pascal seine Werke. Die Ninja-Ratten hat er sich ausgedacht und aus buntem Papier ausgeschnitten. Die Bastelarbeiten sind Teil des Bücherei-Angebots bei den Waldferien in Mutterstadt. Das Ferienprogramm an der Walderholung wird vom Jugendtreff Mutterstadt zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) angeboten.
Immer mittwochs kommt jemand von der Bücherei vorbei, erzählt eine Geschichte und dann wird dazu gebastelt. Mit ihren farbenfrohen Tieren stürmen die Kinder aber gleich wieder nach draußen, denn auch dort warten verschiedenste Stationen. In den ersten vier Ferienwochen können jeweils von montags bis freitags zwischen 50 und 140 Kinder von sechs bis elf Jahren die schulfreie Zeit in vollen Zügen genießen. Und zwar ganz so, wie sie das gern möchten. „Die sollen einfach mal richtig Ferien machen. Stress haben sie in der Schule schon genug“, findet Erzieherin Heike Klag vom Jugendtreff, die das Programm leitet. „Wer nichts machen möchte, muss das auch nicht.“ Sie habe es durchaus schon erlebt, dass einzelne Kinder sich nach dem gemeinsamen Frühstück gleich zurückgezogen und einfach nur Tiere beobachtet haben. Manchmal entsteht dadurch dann sogar ein eigenes Angebot. Heike Klag berichtet, dass sie einem Kind einmal eine Lupe mitgebracht habe und dann viele andere auch mit Lupe und Insektenbecher den Wald erkunden wollten. Seit 13 Jahren übernimmt der Jugendtreff die Betreuung und Programmgestaltung bei den Waldferien. Je nach Anzahl der Kinder wechselt die Betreuerzahl, so dass immer mindestens ein Betreuer für zehn Kinder da ist. Die Awo ist für die Anmeldungen zuständig und stellt ein Küchenteam, das täglich frisch für die Kinder kocht. Und das kommt gut an. „Das Essen hier ist superlecker“, schwärmt der zehnjährige Max. Dienstag ist immer Aktionstag, wie Heike Klag erklärt. „Wir waren im Kino, dann war ein Musiker da, der mit den Kindern Instrumente einstudiert und Rhythmusspiele gemacht hat“, zählt die 49-Jährige auf. Außerdem gab es einen Ausflug ins Naturkundemuseum in Bad Dürkheim, und ein Tag mit einem Waldpädagogen steht auch noch auf dem Programm. Donnerstags schaut das Rote Kreuz vorbei. Die Kinder können einen Minimäuse-Erste-Hilfe-Kurs machen. „Die Eltern bekommen beim Abholen dann oft einen Schreck“, erzählt die Leiterin lachend. Denn wenn die Jungen und Mädchen kunstvoll Verbände angelegt haben, wollen sie sich nur ungern davon trennen. Auch Schwimmen gehört zum Programm. Gruppenweise gehen die Kinder ins nahe Aquabella. „Es ist cool, dass wir ins Schwimmbad gehen. Das finde ich am besten“, sagt Ruby (7). Und der zehnjährigen Lina, die schon zum fünften Mal teilnimmt, gefällt besonders gut, „dass die Betreuer alle nett sind“. Ihr Gesicht ist von Blumen überzogen, denn auch Kinderschminken gehört dazu. Obwohl es sehr viele Kinder sind, verteilt sich die Menge auf dem großen Gelände. Manche bauen Lager, andere nutzen den Spielplatz. Wieder andere schnitzen oder basteln. Und auch an den Tischkickern ist immer etwas los. „Egal ob das nun ein Kartenspiel ist, Basteln oder Schminken – alles macht Spaß“, sagt Kimberly Arnold. Die 22-Jährige war früher selbst im Ferienprogramm und ist nun zum dritten Mal als Betreuerin dabei. |sud