Dudenhofen Ferienprogramm für Hortkinder: Mit Hammer, Amboss und Eisensäge
„Wir sind ein Team“, betont Erzieherin Marion Haberkorn den Zusammenhalt der Hortkinder mit ihr und Erzieher Björn Grab. Das diesjährige Ferienprogramm entschädigt die Grundschüler für die Abwesenheit ihrer berufstätigen Eltern. Dafür stehen sie auch in den Ferien gerne früh auf. Von acht bis 17 Uhr geht es jeden Tag rund bei der Wilden Horde.
Den Bauhof hat sich Johanna ganz anders vorgestellt. „Ich dachte, hier stehen Autos und sonst nichts“, sagt die Sechsjährige und balanciert auf Gabelstapler-Schienen. Die meisten Hortkinder haben sich Bauhof-Mitarbeiter Steven Spielmann angeschlossen. Immerhin führt er die Aufsicht über die Eisensäge und hat Schlüsselgewalt über die Werkzeugschränke. „Cool, ein Hammer!“ Piet (7) strahlt beim Anblick und trägt das Teil ehrfürchtig zum Amboss. Johanna (7) kennt den Begriff sogar auf Englisch. Sie macht sich daran, ein abgesägtes Eisenstück zu schleifen. „Vielleicht arbeite ich später auch einmal im Bauhof“, überlegt sie. „Als Praktikantin ist sie schon gut“, lobt Spielmann das Mädchen. Lilly (9) betätigt sich als Hausfotografin. Mit dem Mobiltelefon hält sie sämtliche Bauhofszenen fest. Auch die, in der Mika (8) den Hammer stets in bedrohlicher Nähe von Grabs Händen schwingt.
Piet klettert inzwischen auf den Fahrersitz eines Fahrzeugs. „Ziemlich hoch“, meint Grab. „Geht so.“ Piet lässt sich nicht so schnell beeindrucken. Alle anderen Hortkinder sind dabei, die Ladefläche zu erklimmen. Mit „Räuberleiter“, Ziehen und Drücken helfen sie sich gegenseitig. Besonders ritterlich erweist sich Cajus (8) bei der Hilfestellung für die jüngere Johanna. Lilly hat die Kamera für den Aufstieg aus der Hand gelegt. Das Gruppenfoto gibt es von Haberkorn. „Wie beim Faschingszug“, freuen sich die Kinder über den Blick von oben auf die Erwachsenen. Vergessen sind Hunger und Durst. Und auch Langeweile. „Das Wort kennen unsere Hortkinder gar nicht“, ist Haberkorn überzeugt.
Im Bauhof gibt es dazu auch keinerlei Gelegenheit. Auf dem Weg ins Außengelände beschreibt Spielmann die Funktion des Schneeräumers. Lilly erinnert sich an die erste Ferienwoche, als die Wilde Horde ihr Zuhause besucht hat. „Es hat Eis für alle gegeben“, erzählt sie. „Noch ist was da“, denkt sie über eine erneute Einladung nach.
„Vorsicht, der Schlauch ist heiß!“ Bauhof-Mitarbeiter Daniel Nord erklärt umweltverträgliche Unkrautvernichtung kindgerecht. „Auf mindestens 60 Grad erhitzt, zerstört Wasser das Eiweiß in den Pflanzen“, sagt er und wendet die Methode gleich am Bauhof-Zaun an. „Ein paar Stunden später ist hier alles braun und kann abgeräumt werden“, sagt er. Gleichzeitig desinfiziere kochendes Wasser. Dennoch rät er vom direkten Kontakt mit dem Unkrautvernichtungsgerät ab. Mittlerweile setze der Bauhof es auf Friedhof, Wegen, Spielplätzen, Sandkästen und im Stadion ein, berichtet Nord. „Das erzähle ich zu Hause“, nimmt sich Johanna fest vor. Weiter geht es in die Halle. Noch mehr als darauf freut sich Lilly auf Montag, wenn sie ihren zehnten Geburtstag gemeinsam mit der Wilden Horde im Planwagen feiern kann.