Rhein-Pfalz Kreis Fast gleicher Brautstrauß wie vor 65 Jahren

Wally und Fritz Pollicini.
Wally und Fritz Pollicini.

Liebe und Treue: Das sei das Rezept ihrer guten Partnerschaft, sagt Wally Pollicini. Die 87-Jährige weiß, wovon sie spricht, ist sie doch seit 65 Jahren glücklich mit ihrem Ehemann Fritz verheiratet. Am 17. Mai 1951 sind sie gemeinsam vor den Traualtar getreten und halten seitdem immer fest zusammen.

Das ist auch so geblieben, als Wally Pollicini im letzten Jahr nach einem Sturz mit längerem Krankenhausaufenthalt nicht mehr laufen konnte und in das Johanniter-Haus nach Kleinniedesheim umziehen musste. Jeden Tag besucht ihr Fritz sie dort, isst mit ihr gemeinsam im hauseigenen Restaurant zu Mittag und verbringt viele Stunden mit ihr. „Das wäre eigentlich eine Frau für mich“, habe er gedacht, als er Wally 1949 erstmals begegnete, erzählt der ehemalige Werkzeugmacher, der später als technischer Disponent tätig war. Damals sei sie mit ihrer Cousine und Freunden am Rheinufer in Bobenheim-Roxheim an ihm vorbeispaziert. Wally wohnte damals in Wiesbaden und war nur auf Verwandtenbesuch. Wenig später begegneten sich die beiden beim Handballmeisterschaftsball in Bobenheim-Roxheim erneut. Sie tanzten zusammen, unterhielten sich viel – und verliebten sich ineinander. 1952 wurde dann Hochzeit im Schloss Biebrich in Wiesbaden gefeiert. „Es war eine große und schöne Hochzeit“, schwärmt Wally Pollicini. Ihr Brautstrauß sei ähnlich dem gewesen, den sie jetzt bei ihrer eisernen Hochzeit trug, nur größer, erzählt die muntere und humorvolle Seniorin, die früher als Sekretärin bei der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden arbeitete. Schon früh hatte das Paar nicht nur schöne, sondern auch schwierige Zeiten zu meistern. Bald nach der Hochzeit erkrankte Wally Pollicini an Tuberkulose und musste für ein Dreivierteljahr in ein Sanatorium im Schwarzwald. „Das war nicht leicht für mich, zumal wir gerade in Bobenheim-Roxheim gebaut hatten“, erinnert sich Fritz. Doch das habe ihn nicht aus der Bahn werfen können. Er hielt treu zu seiner Frau. 1954 wurde ihre Tochter Rita geboren. „Wir hatten und haben eine sehr liebevolle Beziehung zueinander“, sagt Wally. Das Paar hat mittlerweile zwei Enkel und zwei Urenkel. Bereut hätten weder sie noch ihr Mann, dass sie den Bund fürs Leben miteinander eingegangen sind. „Sicher gab es auch hin und wieder mal was zu kappeln, aber das gehört zu einer Ehe dazu und war schnell vorbei“, ergänzt Fritz, der im kommenden Monat 90 Jahre alt wird. Ihren Ehrentag feierten die beiden im Kreise ihrer Familie im Johanniter-Haus.

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