Fußgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Familien fordern einen eigenen Beirat

Einige Fußgönheimer glauben, Familie sei das Wichtigste, und deshalb müsse mehr für sie getan werden.
Einige Fußgönheimer glauben, Familie sei das Wichtigste, und deshalb müsse mehr für sie getan werden.

In Fußgönheim soll ein Familienbeirat gebildet werden, das haben die Mitglieder des Gemeinderats gerade beschlossen. Doch was hat es mit dem Gremium auf sich? Die Idee hat eine Vorgeschichte.

Vier Familien hatten auf einer Internet-Plattform eine Petition gestartet, weil sie einen Familienbeirat in Fußgönheim fordern. Einschließlich dieser vier Familien wurde die Petition von 43 Personen unterstützt. Ziel des Familienbeirats – so wird es in der Petition beschrieben, ist, dass im Gemeinderat mehr Themen behandelt werden sollen, „die Familien mit Kindern betreffen“. Auch solle der Gemeinderat mehr für Eltern und Kinder tun.

Einige Mitglieder des Rats und Bürgermeister Jochen Schubert (FWG) äußerten sich skeptisch zur Notwendigkeit eines Familienbeirats. In Fußgönheim seien die Wege kurz, wer Forderungen, Wünsche oder Anregungen habe, könne sich an die Mitglieder des Gemeinderats, den Bürgermeister und die Beigeordnete wenden oder diese Wünsche und Forderungen in der Einwohnerfragestunde der Ratssitzungen vortragen, sagte Schubert. Er betonte, dass ein Familienbeirat nur eine beratende Funktion haben könne. Er gehe nicht davon aus, dass sich durch einen Familienbeirat „groß etwas verändern wird“.

Input für den Gemeinderat

„Wir tun für unsere Kinder, was wir können“, betonte Martina Fickler (CDU). Sie verwies darauf, dass es viele andere Möglichkeiten gebe, sich für Kinder und Jugendliche zu engagieren, und bezweifelte ebenfalls die Notwendigkeit eines Familienbeirats. Geklärt werden müsse, wie Familie definiert wird, meinte Fickler. Ein Familienbeirat müsse alle demokratischen Regeln einhalten, betonte die CDU-Fraktionsvorsitzende Heike Seifert-Leschhorn. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Bauer sagte, dass er sich von einem Familienbeirat „Input für den Gemeinderat“ erhoffe.

Einige Ratsmitglieder teilten die Bedenken von Schubert und Fickler, letztendlich wurde aber bei drei Enthaltungen die Bildung eines Familienbeirats im Dorf beschlossen. Auf Anregung von Marie-Luise Klein (SPD) wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die unter anderem eine Satzung für den Familienbeirat ausarbeiten soll. Ziel ist es, dass der Familienbeirat zu Beginn der neuen Wahlperiode des Gemeinderats Mitte kommenden Jahres starten kann.

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