Rhein-Pfalz Kreis „Familiärer und kuscheliger als früher“
Das 36. Bobenheim-Roxheimer Bürgerfest am Wochenende war ein voller Erfolg. So zumindest sieht es die Mehrheit der neun beteiligten Vereine. Resonanz und Umsätze waren derart gut, dass in einigen Festzelten am Pfingstmontag der Speiseplan abgehängt wurde, weil das Essen ausverkauft war.
Florian Lobocki, Vorsitzender des Ortskartells, das das Fest organisiert, freute sich über den Zuspruch: „Wir hatten – abgesehen vom Samstag – großes Glück mit dem Wetter. Unsere Teilnehmer sind durchweg zufrieden.“ Für ein Volksfest, das in den vergangenen Jahren immer wieder mal „auf der Kippe“ stand, ist ein solches Fazit besonders wichtig. Bereits der Auftakt am Freitagabend war bahnbrechend. Beigeordneter Frank Peter (CDU) dankte allen beteiligten Vereinen und würdigte das Engagement von Lobocki und dem Ortskartell. Das Bürgerfest führe die Generationen, Alteingesessene und Neubürger zusammen, sagte Peter. Bürgermeister Michael Müller (SPD) brachte es auf den Punkt: „Wir Bobenheim-Roxheimer können feiern.“ Das Gemeindeoberhaupt nutzte die Eröffnung auch für eine besondere Ehrung. Müller überreichte die Carolus-Magnus-Medaille an Bernd Petermann vom SC Bobenheim-Roxheim. Die Gemeinde würdigte damit die jahrzehntelangen Verdienste Petermanns, der sich vor allem dem Fußball verbunden fühlt und mit Bernd Jung die Vereinschronik zur 100-Jahr-Feier im Jahr 2008 verfasst hat. Gleich danach herrschte dichtes Gedränge auf der Bürgerfest-Bühne. Bernd Hilbert von der Sparkasse Vorderpfalz überreichte 2000 Euro an Vertreter von zehn besonders engagierten Vereinen, die sich das Geld teilen werden. Danach sorgte DJ Laser Rox für Riesenstimmung. Dagegen hatte es der amerikanische Solo-Gitarrist und Sänger Eddie St. James am Samstagabend bei kühlen Temperaturen zunächst nicht leicht, die Besucher in Feierlaune zu versetzen. Doch dem 54-jährige Musiker – geboren in Hollywood, aufgewachsen in Los Angeles und seit 1996 im Raum Mannheim zu Hause – gelang es, trotz des miesen Wetters die Besucher zum Feiern zu animieren. Binnen kürzester Zeit wurde auf der matschigen Wiese vor dem Rathaus wieder getanzt. Am Sonntagvormittag ging es dann zünftig zu. Zum Frühschoppen musizierte die fast 30-köpfige Blaskapelle der „Eisbachtaler Musikanten“. Am Nachmittag hatte der Sozialverein „Kunterbunt“ mit der Künstlerin Uschi Freymeyer ein kreatives Kinderprogramm arrangiert. Der Sonntagabend war dann erneut ein echter „Kracher“: Mit der Band „Rokko Rubin & die Schlagerjuwelen“ hatten die Organisatoren eine Glücksgriff gelandet. Einen letzten Höhepunkt bildete gestern die Matinee des Freundschaftskreises Bobenheim-Roxheim/Chevigny-Saint-Sauveur. Dabei freute sich Freundschaftskreis-Präsident Jürgen Martin über ein proppenvolles Festzelt. Das Champagnerfrühstück mit französischen Chansons kam gut an. Offensichtlich hat das Bürgerfest, nach seinem „Höhenflug“ in den 80er- und 90er-Jahren – damals zählte man alljährlich mehr als 20.000 Besucher – nun in deutlich abgespeckter Form eine neue Identität entwickelt. Durchaus repräsentativ für alle beteiligten Vereine dürfte am Ende wohl auch das Fazit altgedienter Vereinsmatadoren sein. Frank Ackermann, der Vorsitzende des Schützenvereins sagte: „Das Bürgerfest ist jetzt sicherlich etwas familiärer und kuscheliger geworden – aber das passt.“ Auch der langjährige BCV-Sitzungspräsident und „Grillmeister“ Stefan Köglmeier zeigte sich zufrieden. Eigens zum Bürgerfest 2017 präsentierte der Bobenheimer Carnevalverein (BCV) seinen neuen „XXL Pfalz-Burger“ und damit den kulinarischen Hit des Festes. Organisator Florian Lobocki zeigte sich gestern vollauf zufrieden mit dem Bürgerfest und verwies auf einige „Unwegsamkeiten“ im Vorfeld. Auf der Rathauswiese fehlten wegen des vorübergehenden „Container-Kindergartens“ und des „Globus-Gartens“ rund 800 Quadratmeter Stellfläche. Kurz vor dem Startschuss hatten auch zwei Schausteller, darunter der Karussell-Betreiber, wegen Krankheit abgesagt. Danach habe man improvisieren müssen. Summa summarum sei dann doch alles gut gegangen – bei einem Gesamt-Budget von gerade mal 6890 Euro. Das muss man dem Ortskartell erst einmal nachmachen.